Einbeck doubelt im Film Estherbrunn

Sven Schreivogel dreht den Film »Die unheimliche Erbschaft« auch in Einbeck und Stroit

»Erich Treskow erbt von seinem Onkel Karl-Heinz ein altes Haus in Estherbrunn in der Grafschaft Arnstein, das auf den Kellergewölben einer ehemaligen Templerburg errichtet wurde. Nach kurzer Zeit hat Erich das Gefühl, nicht allein in dem Haus zu sein. Ist die dunkle Gestalt, die nachts an seinem Bett erscheint, nur ein Traum oder spukt es an der alten Burgstätte? Welche Bedeutung hat das rätselhafte blaue Licht? Mit seiner neuen Freundin Alina begibt sich Erich auf Spurensuche, und er entdeckt ein schreckliches Geheimnis«, so beschreibt Produzent und Regisseur Sven Schreivogel seinen Film »Die unheimliche Erbschaft«, den er ab Anfang Juni in Hessen, Berlin, Westthüringen, Südniedersach-sen, Einbeck und Stroit dreht.

Einbeck. Als 90-minütiger Mystery-Thriller soll »Die unheimliche Erbschaft« eine Hommage an die klassischen Gespenstergeschichten, den britischen Horror-Film der 1950er und 1960er Jahre und an die Film-Stadt Göttingen werden, in der in den 1950er mehr als 120 Filme produziert wurden, erklärte Sven Schreivogel. Darunter waren unter anderem Produktionen wie »Nachtwache« oder »Vater, Mutter und neun Kinder«, der teilweise auch in Einbeck gedreht wurde. In den vergangenen zehn Jahren hat Schreivogel mit seiner Firma »Nocturna Entertainment« vorwiegend Hörbücher und Hörspiele produziert, darunter auch viele Heinz Erhardt-Klassiker, aber ebenfalls Filme wie »Die Nacht der zwei Monde« und »Fluch II - Mordians Rückkehr«, wobei der Film, bei dem auch in Einbeck gedreht wurde, nur ein Fragment geblieben ist.

In dem Werk »Die unheimliche Erbschaft«, der neuen Produktion von Schreivogel, spielt Franz Hofmann die Hauptrolle, doch werden auch ein paar bekannte Gesichter aus Kino und TV zu sehen sein, wie Horst Janson als Ortschronist »Viktor Luthin« und Ingrid Steeger als »Silvana Lemarc«, Leiterin eines Esoterik-Institutes. Mit diesen Akteuren hat Schreivogel bereits in anderen Projekten zusammengearbeitet, so dass er sich auf den Drehstart Anfang Juni freut.

Rund 75 Personen sind vor und hinter der Kamera für den Film beschäftigt, aber auch 65 Komparsen. Zu einem »Castings« in familiärer Atmosphäre hatte er dank der Unterstützung von Büchereileiterin Antje Bach jetzt 15 angemeldete Personen in den Lesesaal Einbecker Stadtbibliothek geladen. Schreivogel war es wichtig, den Interessierten dabei mitzuteilen, dass das gegenseitige Kennenlernen nicht so wie bei »Deutschland sucht den Superstar« verlaufe, sondern in entspannter und lockerer, aber auch professioneller Runde. Er erklärte, dass Komparsen für jeden Film wichtig seien, da sie die jeweiligen Bilder und Sequenzen beleben. Jeder, der sich beworben habe, werde mitspielen, so der Produzent, der auch betonte, dass einige sogar kleine Sprechrollen bekommen werden. Weiter kündigte er an, dass Szenen unter anderem im Werra-Meißner-Kreis, in Göttingen und in der Lippoldshöhle bei Alfeld gedreht werden, aber auch in Einbeck auf dem Marktplatz. Der Auftakt des Films spiele sogar rund um die Stroiter Mühle, wofür er dem Mühlenverein dankte, der den Dreh an dem besonderen Ort ermöglicht hat. Hauptdrehort werde zwar ein Haus in der Nähe von Neu-Eichenberg sein, so Schreivogel, doch fungiere Einbeck, wo er von 1998 bis 2002 gewohnt habe und wo sein Sohn auch im Krankenhaus geboren wurde, als Double für »Estherbrunn«. Es gebe hier eine gute Kulisse und die Stadtansicht vom Krankenhaus aus sei nahezu perfekt, so dass er Einbeck ausgewählt habe. Für den fiktiven Ort Estherbrunn werden weitere Aufnahmen in besonderen Straßenzügen und an speziellen Orten in Südniedersachsen, Berlin, Westthüringen und Hessen gedreht, um eine besondere Atmosphäre für den Mystery-Thriller zu erzeugen. Schreivogel war sich sicher, dass, passend zum Genre des Filmes, die in Full HD und mit einer Conon 6D gedrehten Sequenzen den Stil der klassischen Gespenstergeschichten an den mystischen Orten wiedergeben werden.

Weiter wünschte er sich für die Zukunft, dass die Region um Göttingen wieder in der Filmbranche mehr an Bedeutung gewinne, doch sei der Weg dorthin lang und von vielen Zufällen abhängig. Jedoch könnten vermehrt nationale und internationale Produktionen wie »The Monuments Men« in die Region geholt werden könnten, da es zahlreiche spannende Drehorte gebe, die förmlich zum Filmem einladen, auch in Einbeck und in der näheren Umgebung.mru

Die Perspektive der Flüchtenden