»Eins + Eins«: Kunsthaus zeigt erstmals Ausstellung von Otto Almstadt

Einbeck. Eine neue Ausstellung hat das Kunsthaus Einbeck jetzt eröffnet: Bis zum 30. August ist »Eins + Eins« zu sehen, eine Schau mit Arbeiten von Otto Almstadt – Steinskulpturen und kaschierte, farbig gestalteten Kartonplastiken. Der 1940 in Einbeck geborene Bildhauer stellt damit zum ersten Mal in seiner Heimatstadt aus. Für den Verein Kunsthaus begrüßte Frank Thiele zahlreiche Besucher. Er dankte insbesondere der Sparkasse Einbeck »im Namen der Kunst«, die die Ausstellung unterstützt hat. Durch gute private Kontakte sei es möglich geworden, diese besonderen Werke hierher zu holen. Otto Almstadt hat unter anderem das Stukenbrok-Denkmal im Stiftsgarten geschaffen, er sei den Einbeckern also sehr präsent. Eine Einführung in das Schaffen des Künstlers und seine Arbeiten gab Britta Samsen-Huch, Vorstand der Künstlergruppe »arche« in Hameln und ehemalige Schülerin Otto Almstadts. In den Heimatort zurückzukehren, könne viele Gründe haben, sagte sie – hier sei es so, dass man viele Ursprünge der Schaffenskraft Otto Almstadts finde, und dies sei die schönste Art der Rückbesinnung. Der Künstler studierte Bildhauerei an der Werkkunstschule in Hannover, und er war Meisterschüler in Braunschweig. Von 1980 bis 2003 lehrte er als Professor an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden. Poesie sei eine entrückte Sicht der Welt, die man nicht erlernen könne, sondern die jemandem inne sei. Man könne sich emotional berühren lassen und die Glut und die Resonanzen spüren. Die Arbeiten Otto Almstadts, entstanden in den vergangenen 15 Jahren, zeigten Souveränität, aber auch, wie genau und akribisch er zu Werke gehe.

Detailgetreue Wiedergabe organischer Form, die Erkundung innerer Prinzipien und eine reduzierte Bildsprache hätten sinnliche Wirkung. So entstehe ein fruchtbares Spannungsverhältnis zwischen Sinnlichkeit, Intuition und Konzept. Wer die Form soweit vergesse, der habe sie verinnerlicht, beherrsche sie von innen, denke mit dem ganzen Körper. Das Körpergedächtnis sei vielseitig, es hole Erinnerungen in die Gegenwart. Dieser Gedächtnisraum ermögliche Wiederbegegnungen.

Zu sehen seien zwei unterschiedliche Werkphasen, die die Naturwissenschaft gemeinsam hätten. Dominierend in der Ausstellung ist die »Familie«, ein körperhaftes Puzzle, das einen technischen Ansatz zeigt. Zu sehen sind außerdem Skulpturen aus Eisen und Stein, wobei die Figuren auf den Millimeterbruchteil eingepasst sind – hoher Perfektionismus, für den Otto Almstadt steht. Die Artefakte hätten höchste Ausdruckskraft, Präsenz und Nachhaltigkeit, sie seien zeitlos gültig, und das sei auf dem Kunstmarkt erfrischend, betonte die Laudatorin. »Eins + Eins« ist sonnabends von 11 bis 13 und sonntags von 15 bis 17 Uhr im Kunsthaus Einbeck, Knochenhauerstraße 7, zu sehen.ek

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