Erster zehnter IGS-Jahrgang verabschiedet

»Kapitänin« Sandra Friedrich: Lob für Teamplayer-Mannschaft | Über 50 Prozent Gymnasialempfehlung

Einbeck. Zwei Durchgänge, roter Teppich und Beifall von den Spalier stehenden Lehrern beim Eintreffen, versetzt stehende Stühle auf dem Schulhof mit Namensschildern, Luftballons und jeweils einem Röschen sowie hinter den Lehrern ein großer goldener Luftballon-Schriftzug »AK 2020« – das war der Rahmen für eine rundum gelungene Abschlussfeier der IGS Einbeck, in der über 100 Neunt- und Zehntklässler verabschiedet wurden. Jeweils ein Elternteil durfte dabeisein.

Vor sechs Jahren schulisches Neuland betreten

»Ihr seid und bleibt für uns etwas Besonderes! Der erste Jahrgang einer ganz neuen Schule, der Integrierten Gesamtschule Einbeck«, erklärte »Kapitänin« Sandra Friedrich in ihrer Rede, in der sie die Seefahrt als Vergleich heranzog und von einer Reise durch sechs Jahre in wilden Gewässern berichtete: »Wir waren Entdecker und haben schulisches Neuland betreten und Schule neu gedacht.« Als »Teamplayer« lobte sie ihre Mannschaft, »was uns auch nach euren Praktika die Unternehmen zurückgemeldet haben und gerade im letzten Jahr seid ihr nochmals so richtig erwachsen und verantwortungsvoll geworden. Das sind Eigenschaften, die euch durchs Leben tragen werden.« Und für den weiteren Lebensweg wünschte sie: »Verliert nie den Mut, denkt nach, kämpft für eure Meinung und vertretet sie, seid kritisch, bleibt kritisch, helft einander. Setzt euch ein für eure Familie, für eure Freunde und eine Gesellschaft, die diesen Namen auch verdient«, und sie ergänzte: »Die Kapitänin guckt zufrieden auf ihre Crew und ist mehr als stolz auf die Leistung aller«, bezog sie die »Offiziere«, die Lehrer, mit ein und schloss mit »Danke, Ahoi und Gute Fahrt!«.

Jule Köhler: Bestes Zeugnis mit 1,5

Waren es 2014 bei den neuen Schülern nur vier Gymnasialempfehlungen, so erhielt nun »fast der halbe Jahrgang eine Berechtigung zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe, ein weiteres Drittel den Realschulabschluss, alle haben den für sie bestmöglichen Abschluss erlangt«, freute sich Friedrich. Mit einem Durchschnitt von 1,5 war Jule Köhler die Jahrgangsbeste. Sie will auf der IGS Bovenden Abitur machen.

Schülersprecherin »Ganz fettes Dankeschön«

Schülersprecherin Josy Stein wusste es ganz genau: Der erste Tag an der IGS war der 14. August 2014. »Wir wussten nicht, was auf uns zukommt.« Von den Lehrern oft als »Versuchskaninchen« bezeichnet, habe man bei diesen jedoch immer ein offenes Ohr für ein Gespräch, eine Diskussion gefunden: »Generell allen ein ganz ganz fettes Dankeschön! Hoffentlich vergesst ihr uns nicht, wir euch auch nicht!« Auch allen Eltern sowie jenen, die sich für den geplanten und nun abgesagten Abschlussball engagierten, dankte sie.

Schulelternratsvorsitzender Norbert Prescher gratulierte nicht nur den Schülern, sondern dankte auch den Tutoren für ihre gute Arbeit. In der zweiten Feier gratulierte seine Stellvertreterin Susanne Herbst und wünschte Glück und Erfolg. Beiden dankte Friedrich für die unkomplizierte gute Zusammenarbeit, ebenso der Fördervereinsvorsitzenden Kerstin Köhler, die alle ein Präsent erhielten.

»Durchstarter des Jahres«

Dann folgten zwei besondere Ehrungen: Nicht nur schulische Herausforderungen hätten sie gemeistert, sondern ohne Familie in einem fremden Land eine fremde Kultur und Sprache (kennen-)gelernt. Dafür wurde Ammar Alawad als »Durchstarter des Jahres« geehrt, und neben einem Pokal erhielt er auch gleich noch ein Anatomie-Buch für sein Ziel, Kardiologe zu werden. Said Othman schwanke noch zwischen Architektur und Schauspiel, erklärte augenzwinkernd Friedrich. Für seinen Weg und seine Leistungen bekam er ebenfalls ein Präsent.

Das Seefahrer-Bild nahm Carmen Henne in ihrem Glückwunsch auf, die die Neuntklässler verabschiedete: »Wir lassen euch los: Und der nächste sichere Hafen, die BBS, ist schon erreicht.« Henne und Sabine Tiede dankten mit Blumen und Geschenk dann Gitta Kunzi. Diese engagierte sich über mehrere Jahre als Schulbegleiterin eines Schülers, der nun abging.

»Ihr seid die Mitbegründer dieser Schule. Selbstständigkeit, Fairness, Teamgeist – damit seid ihr für den zweiten Lebensweg perfekt aufgestellt«, brachte Sebastian Kowalski als Tutor der 10b das Lob auf den Punkt.

Eine Übergabe der Zeugnisse per Hand durfte aus Hygienegründen nicht erfolgen: Doch auch das hatte man perfekt und liebevoll organisiert. Alphabetisch in einem bestimmten Weg gingen die Schüler an einem Tisch vorbei und nahmen sich die Dokumente – »zweifach beglaubigt. Das kann man brauchen« – auch dies mit kleinen Präsenten – eine Übergabe, die keine fünf Minuten dauerte. Das sollte man beibehalten!

Klassen-Award für 10c mit Wanderpokal Friedrich erläuterte auch genau das Organisatorische, vom Dresscode, den man bei der Hitze vernachlässigen solle, über bereitstehendes Wasser für jeden bis zum zügigen Hinausgehen. Und so beschrifteten und räumten die Lehrer nach dem ersten Duchgang hurtig neu für die Schüler der 10c bis 10e.


Hier wurde dann noch die ganze Klasse 10c – Tutoren waren Holger Auer und Gepa Hardies – geehrt mit einem »Klassenaward«. Die Klasse habe es geschafft, »nicht nur ein Team zu werden, sondern zu bleiben«, wurden Zusammenhalt, Kommunikation und Verständnis gewürdigt. Den Wanderpokal nahmen die Klassensprecher Josy Stein und Joshua Gleie an.

Liveband und Gesang waren nicht möglich, aber zum würdigen Rahmen für die Feier in gelöster Atmosphäre trug Teresa Lücking bei. Die Fachleiterin Musik spielte auf dem Violoncello ein Werk von Ludovico Einaudi. Auch anschließend war der Teamgeist noch spürbar: Für kranke Mitschüler, die nicht kommen konnten, wurden Klassenfotos gemacht.des

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