Fachwerk-Ensemble auf dem Einbecker Marktplatz

Einbeck. Blick auf die Häuser am Marktplatz Nummer 11, 13 und 15: Direkt gegenüber der Marktkirche steht das Haus Nummer 11, die alte Hausnummer 3. Es handelt es sich um einen Sonderbau mit der bekannten »Utlucht«. Die Utlucht ragte einst bis zum Boden, heute ist nur noch ein Erker vorhanden. An den Seiten sind wundersame Wesen aus der Renaissance-Zeit eingeschnitzt. Die Vorderseite schmückt ein Wappenband mit Handwerkszeichen und dem gekrönten Einbecker »E«.

Erbaut wurde das Gebäude zwischen 1550 und 1600, es gehörte der Patrizierfamilie Raven. Seit dem 18. Jahrhundert war es das »Corps des Guardes«, das Haus des Stadtkommandanten. Dahinter ist – deutlich niedriger als das Kommandantenhaus und mit nicht ganz so steilem Dach – das Brodhaus zu erkennen.

Nach der Inschrift wurde es 1552 gebaut. Der Vorgängerbau wurde im 14. Jahrhundert von einem Augustinermönch an die Bäckergilde vererbt. Dafür mussten die Einbecker Bäcker für alle Zeiten an alle Kirchen im Umkreis von zwei Meilen kostenlos die Hostien liefern (Brote aus Weizenmehl und Wasser für das Heilige Abendmahl). Unten rechts im Bild hängt das mehr als 200 Jahre alte, schmiedeeiserne Schild der Bäckergilde. Dahinter ragt die »ochsenblutrot« gestrichene Ratsapotheke hervor. Ebenfalls Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut, diente der Keller des Hauses nach dem Stadtbrand von 1540 als Sitz des Stadtrates. wk

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