Gäste kehren noch nicht zurück

CDU informiert sich über Kneipen in Corona-Zeit | Musicnight

Im Biergarten des Backpackers Inn (von links): Frederic Otto vom CDU Stadtverband, Konstantin Mennecke, Mitarbeiter von Dr. Roy Kühne, Heidrun Hoffmann-Taufall, stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, der Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Daniel Meyer vom Backpackers Inn, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Michael Heraeus (nicht ganz zu sehen), CDU, informieren sich über die aktuelle Lage in der Kneipenszene.

Einbeck. Erst die komplette Schließung, dann strenge Auflagen – Betreiber von Kneipen leiden hart unter der Corona-Krise. Über die existenziellen Nöte und Sorgen eines Kneipenwirts informierten sich Mitglieder des CDU-Stadtverbandes und der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne bei Daniel Meyer vom Backpackers Inn.

Seit sechseinhalb Jahren betreibt Meyer die Lokalität in der Innenstadt. Biergarten, Billard, Kicker und Bühne – mehr als 140 Konzerte hat er bereits für die Besucher organisiert. Damit der Laden läuft, beschäftigt Meyer bis zu 15 450-Euro-Kräfte. Für sie fiel mit der angeordneten Schließung der Lohn weg, Kurzarbeitergeld erhalten sie nicht. Der Einzelunternehmer freut sich, dass das Team ihm die Treue gehalten habe und jetzt wieder mit an Bord sei. Fünf Prozent des Trinkgelds werden alle zwei Jahre für einen sozialen Zweck gespendet, berichtet Meyer, zuletzt für den Rampenbau für ein behindertes Kind.
Nach dem Shutdown ab Mitte März habe er versucht, einen Livestream aufzubauen, das Vorhaben scheiterte an schlechter Internetverbindung. So kam eine Zusammenarbeit mit Göttinger Gastronomen zustande. Seit wenigen Tagen darf er wieder öffnen – unter strengen Auflagen.

Für das Backpackers Inn hat Meyer Unterstützungsgelder bei Land und Bund beantragt. So richtig flott habe das aber nicht funktioniert. Mehrere Nachfragen seien notwendig gewesen, berichtete er dem Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne auf Anfrage. Kühne betonte, dass er es als seinen Job ansehe, hier bei Problemen zu helfen, er sei ansprechbar. »Wir haben uns durchgewurschtelt«, sagt Meyer, der in der Zeit, als die Kneipe geschlossen bleiben musste, eine andere Arbeit angenommen hat.

Freunde haben für die Gaststätte ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Das hier eingenommene Geld führe nun dazu, dass das Backpackers Inn aus dem zweiten Förderprojekt herausfällt. Das will der Bundestagsabgeordnete Kühne prüfen lassen.

Die Struktur des Nachtlebens ist mit den Verhaltensmaßregeln zur Eindämmung des Coronavirus kaum vereinbar. Selbst wenn Kneipen unter Einhaltung von strengen Hygienemaßnahmen Abstandsregeln jetzt wieder öffnen können, scheint der Betrieb nicht zu lohnen. Nach drei Tagen Öffnung ist Meyer nicht zufrieden: »Es ist fürchterlich.«

In diesem Jahr wird es keine M1-Clubnacht, keine Klassentreffen, kein Brauereifest, keine Fußball-EM, keine Geburtstagsfeiern und kein Eulenfest geben – dadurch fallen viele Einnahmen weg. Meyer rechnet mit großen Verlusten, will aber erst am Jahresende spitz nachrechnen.

Jetzt möchte er die Musicnight am ersten Septemberwochenende möglich machen, mit elf Gastronomen aus der Stadt hat er bereits gesprochen. Denkbar sei, verstärkt die Außenbereiche zu nutzen. Das sei ihm aber bereits einmal untersagt worden, sagte Meyer in Richtung Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek Dr. Kühne riet ihm, ein Gesamt-Hygienekonzept aufzustellen.

Heidrun Hoffmann-Taufall, stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende, hoffte, dass wieder mehr Gäste die Gastronomie aufsuchen und damit das Überleben der Betriebe sichern.sts

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