Gasthaus August Schaper am Einbecker Walkemühlenweg

Vor fast 90 Jahren ging diese Postkarte vom Gasthaus Schaper am Walkemühlenweg an »Fräulein Jettchen« in Hannover. Ein gewisser Ernst sendete die besten Grüße aus Einbeck.

Einbeck. Ernst war um halb vier in Einbeck angekommen und muss eine anstrengende Reise gehabt haben, denn er schreibt: »bin um ¾ 6 abends schon ins Bett gegangen, bis heute um 9 geschlafen«. Die Werbepostkarte wurde im Photohaus Heinrich Rokahr in der Altendorfer Straße produziert. Auf der Rückseite steht: »Angenehmer Aufenthalt, anerkannt vorzügliche Küche, gut gepflegte Biere und Weine, franz. Billard«. Ab den 1950er Jahren wuchs das Viertel rasant. Es entstanden neue Straßen.

Der Walkemühlenweg wurde bis zur ehemaligen Brauerei ausgebaut, Pelzschmidt entstand und gegenüber die Straßen, die nach den Heimatstädten der vielen Vertriebenen benannt wurden: Kolberger, Liegnitzer, Breslauer, Patschkauer, Gleiwitzer Straße und so weiter. Die Adresse hatte sich jetzt in Königsberger Platz geändert, und das Gebäude bekam auf der linken Seite einen Anbau mit einem Lebensmittelgeschäft. Der Gaststättenbetrieb lief inzwischen weiter, der Eingang war jetzt an der rechten Seite.

Neben den Läden in der Breslauer Straße (zwei Tante-Emma-Läden und eine Schlachterei) entstand am Königsberger Platz ein kleines Einkaufszentrum mit Gemüseladen, Drogerie, Sparkasse und eben dem genannten Lebensmittelgeschäft. Wer erinnert sich noch an das Milchholen mit der Kanne? Herr Ilsemann zog den Hebel zweimal lang und einmal halb. Dann war die Milchkanne voll. Nur blöd, wenn dann das Milchgeld noch auf dem Boden der Kanne lag.wk