Rat Einbeck

Geld für weitere 40 Atemschutzgeräte bewilligt

83.000 Euro als überplanmäßige Ausgabe beschlossen | Kurzfristig beschaffen | Bürgermeisterin zur Brandserie

Einbeck. Die Feuerwehr soll in der derzeitigen Situation stärkere Unterstützung bekommen. Das hat der Einbecker Rat bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Er folgte damit einem kurzfristig gestellten Antrag der CDU-Fraktion, aufgrund der aktuellen Brandserie sofort 40 neue Atemschutzgeräte zu beschaffen.

Aufgrund des Brandgeschehens im Stadtgebiet in den vergangenen acht Wochen hat die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren stark gelitten. So sind neben der Schutzbekleidung insbesondere die Atemschutzgeräte in Mitleidenschaft gezogen worden. Um dauerhaft die Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes sicherzustellen, ist die Beschaffung zusätzlicher Geräte erforderlich – auch im Hinblick darauf, dass es für ältere Geräte keine Ersatzteile mehr gibt. Um die Einsatzbereitschaft dieses für die Feuerwehrkräfte und eventuell auch für zu rettende Menschen überlebensnotwendigen Einsatzmittels zu gewährleisten, müsse die derzeitige Anzahl der Atemschutzgeräte zwingend erhöht werden, hieß es im CDU-Antrag. Man dürfe dabei keinesfalls zuwarten, bis eine Großschadenslage oder auch die Fortsetzung der derzeitigen Brandserie dazu führe, dass die Einsatzbereitschaft nicht mehr gegeben sei. Die Verwaltung sollte deshalb beauftragt werden, die sofortigen Beschaffung von 40 Pressluftatmer-Überdrucksystemen in enger Abstimmung mit dem Stadtkommando so vorzubereiten, dass die Geräte bis Mitte dieses Monats einsatzbereit übergeben werden können.

Wie der CDU-Frakionsvorsitzende Dirk Ebrecht ergänzend ausführte, seien etwa 270 Geräte in den nächsten Jahren ohnehin zu ersetzen. Niemand wisse, wie lange die jetzige Situation andauere. Es wäre nicht zu verantworten, dass die Feuerwehr da an ihre Grenzen komme.
Einstimmig hat der Rat der Beschaffung sowie der damit verbundenen überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 83.000 Euro zugestimmt. Die Deckung könnte, so der Vorschlag der Verwaltung, über Mehrerträge aus der Feuerschutzsteuer sowie Erlöse aus Grundstücksverkäufen erfolgen.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek in ihrem Bericht zu Beginn der Ratssitzung zum Thema Feuerwehren beziehungsweise zu den Bränden Stellung genommen. Die Brandserie, die seit Anfang Juli die Einwohner im gesamten Stadtgebiet erschüttere und die die Freiwilligen Feuerwehren und die übrigen Sicherheitskräfte in Atem halten würde, sei unheimlich, geradezu beängstigend. Die Polizei habe eine Sonderermittlungsgruppe eingerichtet, um dem Täter oder der Täterin auf die Spur zu kommen. Zur Verdeutlichung, in welchem Dauereinsatz sich die Feuerwehrkräfte befinden würden hatte sie die letzten Brandereignisse einzeln aufgelistet: Seit dem 3. Juli, beginnend mit dem Brand der Saline Salzderhelden, bis zum Stand am Mittwochabend mit den drei Strohballenlagern, die in Flammen standen, hat es 21 Mal gebrannt, wovon drei Brände - zweimal in einem Wohn- und Werkstatthaus in Greene und einmal in Einbeck am Spänebunker der Biogasanlage - nicht der Brandserie zuzuordnen wären. Hinzu kämen Einsätze, die im Rahmen der Brandbekämpfung und Hilfeleistung angefallen seien: Tragehilfe, Türöffnungen, Pkw-Brand, Zimmerbrand, Fehlalarme oder Brandsicherheitswachen.

Die Kameraden seien häufig mit ihrer Kraft am Ende, das habe sie mehrfach auch persönlich feststellen können, berichtete die Bürgermeisterin. Umso größer seien ihr Dank und ihre Anerkennung für die ehrenamtlich geleistete Arbeit, was die Ratsmitglieder mit spontanem Beifall unterstützten. Der bedingungslose Einsatz habe mancherorts ein noch schlimmeres Szenario durch ein Übergreifen der Flammen auf umliegende Objekte verhindert: »Ganz ganz herzlichen Dank dafür!«

Gerät und Ausstattung seien, das dürfte für alle nachvollziehbar sein, durch die Dauerbelastung in Mitleidenschaft gezogen worden, stellte auch die Bürgermeisterin fest. Bekleidung, Ausstattung und Gerätschaften habe man nachordern müssen. Die Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel werde erforderlich - dafür bitte sie die Mitglieder des Rates um Unterstützung.ek

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