Gemeinsam die Zukunft erfolgreich gestalten

DRK-Kreisversammlung stimmt für die Vergrößerung des Kreisverbands mit Göttingen-Northeim

Mit großer Mehrheit wurde für die gemeinschaftliche Stärkung des DRK in einem großen Kreisverband gestimmt.

Im Kreisverband (KV) Einbeck des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) werde von Ehren- und Hauptamtlichen hochwertige Arbeit geleistet, lobte Vorstandsmitglied Hubert Volkmer bei der Versammlung des DRK-Kreisverbands Einbeck im Alten Rathaus. Ob im Jugendrotkreuz, in der Ausbildung, in der Bereitschaft, im Familienentlastenden Dienst (FED), bei den Sozialen Diensten, den Ortsvereinen oder in jedem anderen Bereich, das Engagement sei außergewöhnlich hoch. Mit Freude setze man sich für das DRK und die Mitmenschen ein.

Einbeck. Da sich die Anforderungen im organisatorischen und formellen Bereich für die Kreisverbände stetig steigerten, sich die Landschaft für Vereine und Institutionen im Rahmen des demografischen Wandels ändere, immer wieder neue und größere Herausforderungen kommen würden und es gelte, ein breites Spektrum anzubieten, um auch zukünftig gut aufgestellt zu sein und die erfolgreiche Arbeit in Einbeck fortzusetzen, schlugen Präsidium und Vorstand vor, dass der Einbecker Kreisverband mit dem aus Göttingen und Northeim fusioniert. Die Delegierten der Kreisversammlung stimmten dem zu.

Weitere Gespräche mit dem KV Göttingen-Northeim folgen, um den Verschmelzungsprozess weiterzuführen. Geplant sei die Fusion rückwirkend zum 31. Dezember 2018; alle Formalien samt der Zustimmung bei einer weiteren Versammlung sowie die Eintragung ins Vereinsregister müssten daher bis zum
30. August erfolgen, erklärte Volkmar. Das sei ein »sportliches Ziel«, doch gemeinsam schaffe man auch diese Herausforderung, betonte er.

Petra Reußner und Thomas Gerlach vom DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim erklärten, dass es das gemeinsame Ziel sei, das DRK in der Region und vor Ort zu stärken. In Einbeck werde von Ehren- und Hauptamtlichen außergewöhnliche Arbeit geleistet. Die Menschen wünschten sich ein starkes DRK vor Ort – das werde es auch zukünftig mit Jugendrotkreuz, Bereitschaft, Ausbildung, Altkleidersammlung, Hausnotruf, Ortsvereinen sowie den gemeinnützigen Gesellschaften Soziale Dienste Einbeck/Dassel und Ambulante Pflege  geben. Kräfte will man bündeln und gemeinsam erfolgreich handeln – als verlässlicher Partner vor Ort und in der Region.

Zu Beginn der Versammlung stellten Mitglieder des Jugendrotkreuzes die DRK-Grundsätze vor: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Präsident Dr. Andreas Kroll dankte allen Mitglieder und Unterstützern sowie Ehren- und Hauptamtlichen für ihr Engagement für das DRK, und er gab einen Einblick in den Kreisverband. Oberstes Organ sei die Kreisversammlung; dem Präsidium, das die strategische Ausrichtung festlege, gehören neben ihm Michael Voß, Carsten Sowa, Dr. Günther Kaufmann, Claas Hillebrecht, Jan Störmer und Dietmar Hillebrecht an. Den Vorstand bilden Nicolai Tuschinsky und Hubert Volkmar.

Am 5. August 1948 wurde der DRK-Kreisverband Einbeck gegründet. Dazu gehören 22 Ortsvereine, eine Kreisbereitschaft und das Jugendrotkreuz. Der KV hat zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften: die Sozialen Dienste Einbeck/Dassel und die Ambulante Pflege Leine-Solling. Verkauft wurden die Beteiligungen an den Rettungsdiensten in Südniedersachsen und am Alten- und Pflegeheim Deinerlinde. Geendet hat die Kooperation bei »Wohnen Plus« mit der Einbecker Wohnungsbaugesellschaft. Nach Beschluss des Landkreises änderte sich die Verteilung der Rettungswachen. Satzungsbedingt wechselte das Einbecker Jugendrotkreuz mit seinen rund 190 Mitgliedern vom Kreisverband zum Einbecker Ortsverein.

Eingestellt wurde Hubert Volkmar als Interimsvorstand, Nicolai Tuschinsky übernahm zum 1. Oktober die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften. 2018 wurde das Jugendgästehaus »Henry Dunant« eröffnet. Um größere Symbioseeffekte mit dem Haus des Jugendrotkreuzes im Borntal zu erzeugen, wechselte es Anfang dieses Jahres zum Landesverband. Rund 1.500 Mitglieder hat der Kreisverband mit seinen 22 Ortsverbänden. Ziel sei, sich personell zu steigern und zukünftig wieder mehr als starke Gemeinschaft in der Gesellschaft wahrgenommen zu werden.

Über die Tochtergesellschaften berichtete Tuschinsky. Die Ambulante Pflege Leine-Solling wurde 2013 gegründet, sie hat rund 100 Klienten. Geboten werden ganzheitliche Betreuung, Versorgung und Beratung, aber auch Pflegeleistungen für Hilfe- und Pflegebedürftige sowie Menschen mit Behinderungen. Zu den Leistungen zählen die 24-Stunden-Bereitschaft und seit 2015 der Hausnotruf. Eine gute Vernetzung gibt es zu anderen Diensten. Durch den sich vergrößernden Fachkräftemangel könnten leider nicht alle Anfragen bedient werden, so Tuschinsky. Bedarf und Nachfrage stiegen stetig – das stelle große Herausforderungen dar.

Wesentliche Bestandteile der Sozialen Dienste Einbeck-Dassel seien Familienentlastender Dienst und Schulbegleitung sowie bis Mitte 2018 »Wohnen Plus«. Eine große Bandbreite werde von den engagierten Mitarbeitern angeboten, viel Lob gebe es für sie von vielen Seiten und Stellen. Rund 300 Kunden hat der Soziale Dienst. An zahlreichen Veranstaltungen wie dem Bierstadtlauf wurde teilgenommen, und es wurden Ferienfreizeiten durchgeführt. Gefragt sei die Schulbegleitung. Das Erfolgsprojekt habe Potenzial zum Ausbau.

Eine Massenkarambolage auf der Autobahn, eine Überschwemmung oder ein Schwächeanfall auf einem Konzert: Menschen in Not können sich auf die Bereitschaft verlassen, betonte Andreas-Michael Eulert. Die Mitgliederanzahl liege konstant bei 71 Personen. Unzählige Dienstabende und Einsätze gab es bei Wettbewerben und Veranstaltungen wie Sportwettkämpfen, Eulenfest oder Bierstadtlauf. Beim Moorbrand in der Lüneburger Heide war man auch im Einsatz. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit gebe es zu den anderen Einsatzkräften und zur Stadtverwaltung. Eulert dankte allen, die sich für DRK, Bereitschaft und Gesellschaft einsetzten.

Seit 2002 durchlaufe das Jugendrotkreuz eine Erfolgsgeschichte. 190 Kinder und Jugendliche gibt es in Jugendgruppen und Schulsanitätsdiensten. Das JRK sei »mehr als nur Pflaster kleben«, so JRK-Leiter Jan Störmer. Von Erster Hilfe über Wettkämpfe, Fahrten, Fortbildungen und Gemeinschaftsaktionen bis zur Gruppenleiterausbildung reiche das Spektrum. Kreativität sei gefragt, aber auch, über den »Tellerrand hinaus zu schauen« und mal neue Wege zu gehen. Erfolge bei Wettbewerben bis auf Landesebenen wurden erreicht. Lustig und ernst, musikalisch und kreativ, sportlich und entspannend sowie laut und leise gehe es bei den Gruppentreffen zu.

Schatzmeister Carsten Sowa stellte die Jahresergebnisse vor, die Versammlung erteilte dem Kreisverband Entlastung. Viel wurde schon zusammen geschaffen, teilte Vorstandsmitglied Hubert Volkmer mit. Die Zustimmung zur Fusion ebne den Weg für eine erfolgreiche Zukunft. Neue Aufgabenfelder will man erschließen und das Portfolio steigern. Zusammen mit dem Kreisverband Göttingen-Northeim habe man viele Möglichkeiten, sich breitgefächert aufzustellen. Südniedersachsen, der Landkreis, Einbeck und die Bürger vor Ort brauchen ein starkes DRK – zusammen könne man das erreichen. Der Fusionsprozess laufe, und in dem Rahmen stehe auch noch eine Kreisversammlung mit Abstimmung an. Gemeinsam freue man sich auf eine erfolgreiche Zukunft.mru