GfE benennt Kandidaten für Stadtrat und Kreistag

Wunsch der Bewerber, etwas für Einbeck zu bewegen / Fachgruppen stellen Inhalte für künftiges Wahlprogramm vor

Ihre Kandidatenlisten für die Stadtrats- und die Kreistagswahl am 11. September hat die Wählergemeinschaft »Gemeinsam für Einbeck« (GfE) jetzt aufgestellt. 31 Kandidaten stellen sich für den Rat zur Wahl, sechs bewerben sich um ein Kreistagsmandat. Weiter wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt, aus diesen Aussagen wird das Wahlprogramm der GfE erstellt.

Einbeck. Mit 129 Mitgliedern hat die GfE im BBS-Forum ihre Kandidatenaufstellung durchgeführt. Ihren Willen zur Gestaltung machten die Kandidaten bei ihrer Vorstellung durchweg deutlich. Sie wollten etwas für Einbeck verbessern, Potenziale nutzen, die Stadt noch schöner machen und sie lebens- und liebenswert erhalten. Hier schlafe alles ein, während andere Städte explodierten – das wolle man ändern. Verbessertes Standortmarketing sei dabei ebenso notwendig wie das Aufbrechen von Parteistrukturen und natürlich die Haushaltskonsolidierung. Es müsse um Ergebnisse gehen, nicht um persönliche Befindlichkeiten im Rat.

Auf Platz 1 der Liste setzten die Mitglieder den GfE-Vorsitzenden Georg Folttmann, auf Platz 2 Marc Hainski, auf Platz 3 Dr. Ursula Beckendorf, auf Platz 4 Rainer Koch, auf Platz 5 Kurt Meyerholz, auf Platz 6 Siegfried Kappey, auf Platz 7 Peter Osterloh auf Platz 8 Margharet Feldgiebel. Die weiteren Plätze nehmen ein: 9. Udo Mattern, 10. Dagmar Koch, 11. Dr. Ernst Kesten, 12. Matthias Rabbethge, 13. Saskia Kassing, 14. Matthias Siewert, 15. Willi Huchthausen, 16. Gunnar Schweigl, 17. Armin Hinkelmann, 18. Wolfgang Dietrich, 19. Jens Jusaitis, 20. Bernd Brockmeyer, 21. Martina Hainski, 22. Fritz Hoffmann, 23. Heidrun Niedenführ, 24. Anne Brockmeyer, 25. Horst Busse, 26. Tristan Horstkotte, 27. Friedemann Winter, 28. Christian Markus, 29. Edmund Gräfenhahn, 30. Ralf Schnepel, 31. Eckhard Westphal. Für den Kreistag sieht die Liste wie folgt aus: 1. Mark Hainski, 2. Rainer Koch, 3. Siegfried Kappey, 4. Ernst Kesten, 5. Udo Mattern, 6. Willi Huchthausen.

Einige »recht harte Wochen« lägen hinter den GfE-Mitgliedern, die sich in den Fachgruppen engagiert hätten, berichtete der zweite Vorsitzende Rainer Koch. Etwa 60 bis 80 Personen hätten sich hier eingebracht und in unzähligen Stunden die politischen Kernziele erarbeitet. Sie würden nun verdichtet und im Wahlprogramm formuliert, kündigte er an. Allen Beteiligten dankte er für ihre engagierte Mitarbeit. Thematisch gebe es kaum einen Stein, der in den Fachgruppen nicht umgedreht worden sei.

Wirtschaftsförderung hat sich die Fachgruppe Wirtschaft und Finanzen auf die Fahnen geschrieben. Politik müsse auf ansässige Unternehmen und potenzielle Investoren zugehen und Einbeck als Wirtschaftsstandort bekannt machen, forderte Jens Jusaitis. Wirtschaftsförderung und »Einbeck Marketing« seien gut, aber nicht gut genug. Eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spiele das Handwerk, gerade in Einbeck habe man eine Kernkompetenz im Bereich Fachwerk, die man stärker nutzen müsse. Der städtische Haushalt, hieß es weiter, sei »bewusst intransparent«. Geld versickere in vielen Löchern, man könne und müsse viel sparen.

Auf eine Innenstadt, die der Lebensnerv der Stadt sei, verwies Peter Osterloh von der Fachgruppe Stadtentwicklung und Bau. Einbeck solle eine lebenswerte Stadt bleiben. Der Erhalt historischer Bausubstanz müsse Vorrang haben, Leerstände müsse man vitalisieren. Den Neustädter Kirchplatz favorisiere man für den Einzelhandel, andere Flächen müsse man mit Blick auf diese Entscheidung bewerten. Infrastruktur sollte man sinkenden Einwohnerzahlen anpassen.

Freiwilliges kulturelles Engagement gelte es, in Stadt und Dörfern zu erhalten, so Dr. Ursula Beckendorf für die Fachgruppe Kultur und Tourismus. Auf der Wunschliste stehe ein Hotel, das größere Gruppen aufnehmen könne, ebenso besucherfreundliche Öffnungszeiten der Gastronomie, Angebote für Kinder und Familien, ein Bürgerhaus mit Braupfanne und besser ausgeschilderte Radwege und Sehenswürdigkeiten in den Dörfern. Bei Bibliothek und Museum wolle man privates Engagement stärker fördern.

Wie man dem demografischen Wandel mit Weitblick entgegenwirken kann, darüber hat sich die Fachgruppe Schule, Bildung und Familie unter der Leitung von Martina Hainski Gedanken gemacht. Familienfreundliche Rahmenbedingungen müssten geschaffen werden. Dazu gehöre eine hochwertige und verlässliche Kinderbetreuung genau wie eine große Bandbreite an Schulformen und die Berücksichtigung von Inklusion. Kinder- und jugendfreundlich müsse man bei der Planung des öffentlichen Raumes handeln, und man sollte die Freizeitmöglichkeiten in den Blick nehmen.

Einbeck für die Jugend lebendiger machen, dieses Ziel hat sich die Fachgruppe Jugend, Soziales und Sport gegeben. Wie Katharina Lodder dazu ausführte, sei an eine Schrauberwerkstatt oder ein Jugendcafé gedacht. Auch Musikfestivals oder Theaterprojekte seien vorstellbar. Das Haus der Jugend sollte man neu beleben, und über einen Jugendrat könnte man den Nachwuchs in politische Entscheidungen einbinden. Das Leitmotto »Füreinander – miteinander« sollte die Zusammenarbeit mit und zwischen sozialen Institutionen bestimmen. Sport- und Freizeitangebote sollte man in Zusammenarbeit mit den Schulen fördern, und schließlich wünsche man sich eine Erweiterung des Trendsportangebots.

Natur- und Umweltschutz sei wichtig für eine nachhaltige Stadtentwicklung, betonte Kurt Meyerholz für die Fachgruppe Umwelt und Natur. In vielen Bereichen werde Handlungsbedarf gesehen, etwa bei der Schaffung von Natur-erlebnisräumen, neuen Schützenswertes Räumen, verbesserter Energieeffizienz oder Hochwasserschutz mit naturnahen Strukturen. Baulücken zu nutzen, Baumbestand zu schützen und die Bürger zu sensibilisieren, zähle zu den weiteren Anforderungen, genau wie das Vernetzen von Lebensräumen im Rahmen eines Biotopverbundes. Die Ergebnisse der Fachgruppen werden in den kommenden Wochen zum GfE-Wahlprogramm verarbeitet – lesbar, wahrnehmbar und verständlich gemacht, kündigte der Vorstand an. Die Fachgruppen seien keine geschlossenen Gesellschaften, alle Mitglieder könnten sich anschließen. Die Gruppen seien zudem die Kompetenzzentren für die künftige Fraktion. ek

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