Glücksfall: Nachlass von Hilde Puscz macht Erinnerungen lebendig

Einbeck. »Museen – unser Gedächtnis«, das Motto des Internationalen Museumstages passte sehr gut zum Programm, das im Einbecker StadtMuseum zu diesem Anlass angeboten wurde. Vor zwei Monaten habe das Museum den Nachlass der Einbeckerin Hilde Puscz bekommen, berichtete Museumsleiterin Dr. Elke Heege, und das sei ein »richtig großer Glücksfall für uns« gewesen. Ein Teil seien Bilder und Dokumente aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. Habe die Gesellschaft diese Jahre lange weit von sich weg geschoben, habe man inzwischen erkannt, dass es nur noch wenige Zeitzeugen gebe, die man befragen könne – und das sollte man nutzen.

In diesem Sinne hatte sie interessierte Einbecker eingeladen, einen Teil der Bilder anzuschauen und Hinweise dazu zu geben. Ein Foto sei nur so gut wie seine Beschriftung - oder eben die Hinweise von Zeitgenossen, die etwas zum Zusammenhang berichten könnten. Man habe zwar zehn Alben bekommen, allerdings gebe es nur wenig Beschriftung. »Ich freue mich über jeden Kommentar«, so Dr. Heege, und da sprudelte es bei den Besuchern auch schon. So konnten Fragen nach Namen und Ereignissen schnell beantwortet werden. Auch das Rätsel des Segelflieger-Fotos, mit dem in der Einbecker Morgenpost zu der Veranstaltung eingeladen worden war, wurde gelöst: Irmgard Strauß erinnerte sich an das Hobby und die Kameraden ihres Mannes.

Geflogen wurde auf der Weper, die selbstgebauten Flugzeugen standen am Tönnieshof, »und sie hatten immer schlechte Laune, wenn kein Westwind war«, blickte sie zurück. Sportfeste auf dem Marktplatz, Damenhandballerinnern von 1941, das Gastspiel des Hochseilartisten Fred Martin 1943 auf dem alten 05-Platz, als Hilde Puscz mit dem Artisten übers Seil balancierte, »das war Stadtgespräch«, so die Rückschau. Am 1. Oktober 1939 wurden HJ-Mitglieder zur Apfelernte an die Straßen geschickt, man brauchte Lieferungen für die Lazarette. An BDM-Führerinnen erinnern die Bilder ebenso wie an die HJ-Ausbildung, die ab 1943 an den »Teichen« stattfand. Eindrücke eines fröhlichen Sommerlagers 1943 vermitteln andere Fotos, »aber das war harter Drill«. Zahlreiche weitere Szenen gaben Einblick in die Vorkriegs- und Kriegsjahre in Einbeck. Eifrig wurde mitgeschrieben, damit der Kenntnisschatz nicht verloren geht.ek

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