Graffiti-Kunst macht die Stadt bunter

Einbeck. Die sechste Auflage der Street-Art-Meile sorgte für ein buntes Einbeck – das kreative Schaffen im urbanen Raum zog Interessierte an, die die Möglichkeit nutzten, den Graffiti-Künstlern über die Schulter zu schauen. Ein stadtgeschichtlich relevantes Thema rückte pARTicia am Rosental in den Fokus: die Tapeten-Industrie. In diesem Gebäude waren jahrelang die Kunstgewerblichen Werkstätten Raabe beheimatet, Musterzeichner und Formstecher fanden hier bis in die 1980er Jahre Arbeit. Jetzt soll die neue Fassade, die in dieser Woche weiter bearbeitet wird, an die Zeit der Tapeten-Hochkultur erinnern. Patricia Keil hat sich mit Unterstützung verschiedener Einbecker des Themas angenommen und bringt Tapeten-Klassiker wie Streifen, Ornamente und Blumenmuster an die Fassade, zu Hilfe nimmt sie dabei Schablonen.

Ein Campingwagen, besprayt von Laduka, soll auf Campingplätzen in ganz Europa Werbung für die Einbecker Street-Art-Meile machen. Den Giebel an der Ecke Hägermauer/Hägerstraße ziert jetzt ein Mann mit Hund. Geplant als Hotel und zuletzt zu Büro- und Wohnflächen genutzt ist das sogenannt Haus »Herzog Erich« in der Dr. Friedrich-Uhde-Straße 6. Ole Max Görgens und Tristan sorgten für ein thematisches Panoramabild – es setzt das Einbecker Bier in Szene. An der Hullerser Mauer 2 blicken Affen und Mensch auf die Passanten. Der Künstler Scek arbeitete zum fünften Mal an einer Firmen-Lagerhalle an der Ivenstraße. Seine Arbeiten haben hohen Wiedererkennungswert, seine Initialen finden sich in den Kunstwerken. »Zwei entspannte Tage« habe er gesprayt, sagt er.

In einem Hinterhof der Maschenstraße wählte der Künstler lila als beherrschende Farbe. Vom Pfänderwinkel aus zu sehen ist das Bildnis von Künstler BET. Vor einer stilisierten Landschaft stürzt ein »Vogel« hinab. In der Stadtgrabenstraße schaut seit längerer Zeit ein Affe aufs Geschehen, nun gestaltete Kartei an Haus Nummer 27 ein farbenprächtiges blau-rotes Porträt.

Noch im Werden ist die Giebelwand am Krummen Wasser 6, die der aus Venezuela stammende Künstler Koz Dos mit Vögeln und Bäumen gestaltet. Im Hinterhof zwischen Neue und Marktstraße soll die zweite Wand der ArtBox angefertigt werden. Ein LKW-Auflieger, zwei Ilmebahn-Busse und das Frida-Mobil sind die Kunstwerke auf Rädern, die bereits bei den vergangenen Street-Art-Meilen entstanden sind. Diesmal sorgte Anja Köhnes mit »Rolling Art« für Kunst auf Rädern mit einem Lastenfahrrad samt Baum.

An der »Jungen Linde« wurde die sozialkritische Skulptur »Daily Struggle« des Karlsruher Künstlers Christian Krämer aka Dome präsentiert. Mit Hilfe von Sponsoren soll aus dem gut 40 Zentimeter großen Modell eine drei Meter hohe »Skulptur des schnellen Wandels« geschaffen werden. Die Graffiti-Künstler hinterlassen ihre Spuren in Einbeck und bekennen Farbe. Die Graffiti-Kunst ist dabei sehr vielfältig, und das galt es zu entdecken.

Street Art ist als Gegengewicht zum stereotypen Grau-in-Grau der Städte anerkannt, sorgt für die Rückgewinnung von öffentlichem Raum. Umrahmt wurde die Street-Art-Meile durch ein farbenprächtiges Rahmenprogramm, bei dem man selbst Künstler werden konnte.

An der Jungen Linde am Hubeweg gab es Bodypainting, Graffiti-Kinderschminken, einen Flow-Markt, Graffiti-Workshops, Walking-Acts und Artcars – Einbeck ist am vergangenen Wochenende bunter geworden dank der Street-Art-Meile.sts

Sessionseröffnung unter neuer Führung

Marke Einbeck wird aufgebaut