EIN-Umfrage

Großer Zuspruch und viele Erinnerungen

Einbeck. »Selbstverständlich bin ich für EIN« oder »Wir möchten gern unser Schild wiederhaben«: Reges Interesse an der Bürgerbefragung zum EIN-Kennzeichnen erfuhren die beiden studentischen Mitarbeiterinnen der Hochschule Heilbronn, Beatrice Zinke und Christin Zander (Dritte von links und Dritte von rechts) am Mittwochvormittag vor dem Alten Rathaus. Sie führen derzeit in zahlreichen Städten eine Umfrage zur Kfz-Kennzeichenliberalisierung beziehungsweise zur Heilbronner Initiative durch.

Viele Einbecker hatten davon in der Zeitung erfahren und gingen gezielt auf die beiden Studentinnen zu, um ihren EIN-Wunsch zu bekräftigen. Kaum waren die Fragen nach Pro oder Contra EIN-Kennzeichen, nach eigenem Fahrzeug und Alter beantwortet, sprudelten auch schon viele Erinnerungen an die eigenen EIN-Kennzeichen. Die Heilbronner Initiative verfolgt das Ziel, das Interesse der Bevölkerung an der Wiedereinführung und am Erhalt von auslaufenden Kfz-Kennzeichen zu untersuchen. Sollte sich die Erwartung bestätigen, dass eine Reform der bisherigen Kennzeichenpolitik gewünscht wird, kann die Initiative dazu beitragen, die Interessen der Städte, in denen eine Veränderung gewünscht wird, zu bündeln.

Mehr als 100 deutsche Städte haben bisher an der Untersuchung von Professor Dr. Ralf Bochert, Studiendekan an der Fakultät für Wirtschaft, Interesse gezeigt. Für Städte wie Einbeck, die als ehemalige Kreisstädte mit einem Kennzeichen auf den Straßen präsent waren, wird das »Hanauer Modell« vorgeschlagen. Es sieht mehrere Kennzeichen in einem Landkreis vor, die Zuordnung erfolgt nach dem Wohnort. Für die kreisangehörige Stadt Hanau ist pro forma als Zulassungsbezirk eine eigene Zulassungsbehörde gegründet worden, allerdings in Personalunion mit der Behörde des Landkreises, so dass keine Mehrkosten entstehen. Professor Bochert betont, das Modell funktioniere in der Realität, und es sei gesetzeskonform. Die Ergebnisse der Umfragen, die noch bis Ende des Monats laufen, werden im Rahmen eines Forschungsprojekts in einer Studie zusammengefasst, über die alle beteiligten Städte informiert werden. Über die kommunale Ebene, die Landkreise und die Länder kann das Thema weiterverfolgt werden bis hin zu Anträgen auf Bundesebene zur Anpassung der Fahrzeugzulassungsverordnung.

Im Herbst sollen die Interessen bundesweit zusammengefasst werden, wenn die Forderung nach Kennzeichenliberalisierung mit dem Modell »Mehrere Kennzeichen in einem Landkreis« von den Städten getragen wird. Die Hochschule betont, dass für die Städte keine Kosten für die inhaltliche Zuarbeit durch die Wissenschaftler entstehen. Sie sehen in einem Kennzeichenwechsel ein kommunal interessantes und aus Marketingsicht unbedingt vorteilhaftes Thema.

Es dürfe auch nicht unterschätzt werden, dass neben den Interessen der Bürger an einer geeigneten Identifikation sowie der touristischen Nutzbarkeit auch die ortsansässige Wirtschaft und Ansiedlungsvorhaben durchaus ein Argument für ein eigenes Kfz-Kennzeichen sein könnten. Städte mit eigenem Kennzeichen würden anders »eingeordnet«, so Professor Bochert.ek

Anders als bisher

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