Handelndes und begreifendes Lernen ermöglichen

Anerkannter außerschulischer Lernort: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt übergibt Urkunde an PS.SPEICHER

In Saal 5 haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a, begleitet von der Kultusministerin, mit Zollstock und Maßband hantiert, um Fahrzeuge und passende Kisten zu vermessen.

Einbeck. Der Einbecker PS.SPEICHER ist jetzt ein anerkannter außerschulischer Lernstandort für den Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Urkunde hat die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt gestern persönlich überreicht, und sie hat Schülerinnen und Schüler, die den Lernstandort genutzt haben, bei der Lösung von Aufgaben in der Ausstellung begleitet.

Der PS.SPEICHER sei ein Ort, mit dem junge Menschen für Technik begeistert werden sollten, erläuterte der Vorstand der Kulturstiftung Kornhaus, Holger Eilers. Er sei vor allem ein Freizeitangebot, habe aber auch einen Bildungsanspruch. Umfangreiches Wissen werde in technische und soziologische Kontexte gesteckt. Mit dem Begriff »Museum« fremdele man etwas, räumte er ein, deshalb spreche man auch lieber von PS-pädagogischer Arbeit für Erwachsene und Jugendliche jeden Alters. Die Zeitreise durch die Geschichte der Mobilität lasse sich eng verzahnen mit schulischen Inhalten, sei eine Ergänzung zum Schulalltag. Die – zunächst – befristete Zertifizierung als anerkannter Lernort werde noch mehr Rückenwind für Projekte bringen. Die Lernwerkstatt auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen halte dazu an, selbst Hand anzulegen. Erste Projekte seien erfolgreich gelaufen.

Er freue sich sehr, dass sich Ministerin Frauke Heiligenstadt es sich nicht habe nehmen lassen, die Auszeichnung persönlich zu überreichen und damit ein für den PS.SPEICHER wichtiges Projekt selbst auf den Weg zu bringen: »Erinnern Sie sich mit Freude an diesen Tag«, so sein Wunsch an die Ministerin, für die die Übergabe eine der letzten Amtshandlungen war. »Die Anerkennung als außerschulischer Lernort freut uns sehr und reflektiert unsere Bemühungen, mit der PS-Pädagogik einen dauerhaft hohen Standard bei unseren Schulprogrammen zu halten«, sagte er.

»Wisst ihr, was eine Kultusministerin macht?« Humorvoll erklärte sie der Klasse 4a der Pestalozzischule Einbeck, die mit Klassenlehrerin Marie-Kristin Karath und weiteren Mitarbeiterinnen zur Übergabe gekommen waren, welches ihre Aufgaben sind. »Irgendwie bin ich so’n bisschen Chefin, auch für Euch.« Immerhin gebe es in Niedersachsen 2.800 öffentliche Schulen, darunter 1.800 Grundschulen, sowie 840.000 Schüler. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BND) sei deshalb so wichtig, weil er für die Erde »eine Minute vor 12« sei. Wie die Welt sich weiterentwickeln werde, dabei spiele auch Mobilität eine Rolle., und im PS-SPEICHER könne man sich gut vorstellen, wie Mobilität und Geschichte erlebbar seien. Jetzt gehe man mit dem Lernort einen großen Schritt weiter, denn neben der Ausstellung erfolge die Stärkung für BNE. Nachhaltiges Handeln, Kompetenz fördern, informierte Entscheidungen treffen mit Blick auf die Frage »Was löst mein Handeln aus für die Umwelt?«, Überlegungen dazu würden vermittelt.

Nachhaltiges und umweltverträgliches Leben und Wirtschaften sei wichtig, aber schwierig. An den außerschulischen Lernorten würden Haltung Kompetenz und Mut vermittelt, um sich an der Gestaltung der Zukunft aktiv zu beteiligen. Die Ausstellung hier biete vielfältige Möglichkeiten dafür, und BNE stelle sie in den weiteren Kontext von globalem Lernen, Umwelt- und Demokratiebildung. Hier werde handelndes und begreifendes Lernen mit allen Sinnen möglich, mit Kopf, Hand und Herz. Der PS.SPEICHER reihe sich in das Netzwerk ein.

Die Zertifizierung sei zunächst bis 2019 befristet, aber sie sehe eine dauerhafte Anerkennung, sagte die Ministerin. Innerhalb der bisher 61 außerschulischen Lernstandnorte im Land könne sich die Einrichtung vernetzen. Sie dankte dem PS-Team, das es möglich mache, dass solche Ort gut auf das Leben in einer sich verändernden Welt vorbereiteten.

Im PS.SPEICHER wurde Ende 2015 ein museumspädago­gischer Raum eingerichtet, in dem seit Herbst 2016 Schulprogramme präsentiert werden.

Intensive Kooperationen mit verschiedenen Grund- und weiterführenden Schulen gibt es bereits. Ergänzt wird das Angebot buchbarer Führungen durch eine Tour in spezieller Gebärdensprache, eine Führung in leichter Sprache für Kinder und Menschen mit geistigen Behinderungen sowie eine Führung für Blinde und Menschen mit Sehbehinderungen. Mittlerweile verfügt der PS.SPEICHER damit über eine Vielzahl unterschiedlicher Schulprogramme.ek/oh