Hörgenuss mit Anton van Doornmalen

Wohltätigkeitskonzert des Niederländers in Einbeck | Gastauftritt von acht M1-Schülerinnen

Mit Liedern über das Leben, über Freude, Kummer, Liebes- und Opa-Glück sowie Coverversionen anderer Chanson- und Liedermacher und einem Stück zum Weihnachtsdorf begeisterte Anton van Doornmalen mit seiner Band das Publikum des KWS-Benefizkonzerts.

Einbeck. Kurz vor 23 Uhr verließen 400 gutgelaunte, frohgestimmte Menschen die PS.Halle. Auch Anton van Doornmalens dritter Auftritt in Einbeck hatte wieder das Publikum mitgezogen und begeistert. Gastgeber des Wohltätigkeits-Konzerts war erneut KWS SAAT SE. Der Erlös aus dem Verkauf der Tickets und CDs sowie jeder Spenden-Euro fließen zu 100 Prozent in die Stiftung Sibusiso. Darauf machte KWS-Vorstandsmitglied Dr. Léon Broers in seiner Begrüßung ebenso aufmerksam wie van Doornmalen in seinen Zwischenmoderationen. Groß die Freude, als es am Schluss hieß, dass KWS den Betrag noch einmal verdoppeln wird. Dies sei wirklich eine »Gute Nacht, Freunde« stellte der Sänger dankend mit seinem Abschlusslied fest – bevor nach sehr viel Beifall noch Zugaben folgten.

Van Doornmalen ist Liedermacher aus Freude und tritt ausschließlich zu wohltätigen Zwecken auf. Im Moment arbeitet er an einem englischen Album. 1973 wurde er Geschäftsführer des Gemüsezuchtunternehmens Rijk Zwaan, zurzeit ist er Aufsichtsratsvorsitzender.

Eigene Texte und Eigenkomponiertes zu Alltagsbeobachtungen aus seiner neuen Doppel-CD »Einfach ich« mit 24 Liedern bildeten den Hauptteil des Abends, wie der temporeiche Song »Wenig Zeit« mit Filmsequenzen im Schnelldurchlauf im Hintergrund und der Erkenntnis, dass das Gefühl, keine Zeit zu haben, bereits vor 90 Jahren Thema war, nämlich in dem Couplet »Mit der Uhr in der Hand« von Otto Reutter. Emotionen ausdrücken, das gelang dem Niederländer und seiner Band textlich und musikalisch, so mit Berührendem zum Opa-Glück: »Enkelkinder zu erleben hat das Glück vertausendfacht« und Nachdenklichmachendem zu »Tagesschau«-Bildern voller Widersprüche: hier Überfluss, dort bitt’re Not. Da immer mehr Menschen froh sind, wenn es regnet, schuf er ein fröhliches Schlechtwetterlied im schwungvollen Country-Stil. Ein Gegenstück zu Herbert Grönemeyers »Männer« bildete eine Hommage an Frauen. Auch hierfür gab es sehr viel Beifall. Das Liebeslied »für sie« wurde mit einem Video mit Paaren illustriert, sowohl Älteren als auch Jüngeren, mal strahlend, mal Hand in Hand. Ob Chansons von Charles Aznavour und Jacques Brel, Reinhard Meys »Über den Wolken«, John Lennons »Imagine« – der Liedermacher singt in mehreren Sprachen – und natürlich Lieder von Hermann van Veen: Seine Interpretationen der Kollegensongs beeindruckten ebenfalls.

Acht Schülerinnen der Musikschule M1 zwischen 11 und 18 Jahren hatten zwei Lieder van Doornmalens einstudiert und einmal auch mit ihm proben können. Julia, Johanna, Jule, Nele, Céline, Anasthasia, Kaya und Sarah sangen dann mit ihm zusammen »Traumhafte Wolken« und »Immer scheint die Sonne«, ein Lied, das nach einem Afrika-Besuch entstand. Sie ernteten großen Applaus und trugen auch noch eine Zugabe vor.

Jubelnden Beifall bekam natürlich ebenso van Doornmalens stimmungsvolles Lied zum Einbecker Weihnachtsdorf – »Welturaufführung heute Abend!«: »Die Lichter, die alte Stadt, der Brunnen, der Baum – das Einbecker Weihnachtsdorf ein Traum. Man trifft sich, man spricht sich vom Alltag befreit, wie schön ist die Vorweihnachtszeit. Die Menschen, die Stimmung, die Musik, der Duft … in einem Ensemble des Mittelalters sein, die Fachwerkbauten bilden den Rahmen am Platz, ein Geheimtipp, ein niedersächsischer Schatz. Ob Moslem, ob Christ, was immer man auch ist, alle erleben ein Gefühl, das man nie vergisst.« Zum Geheimtipp-Satz stellte er launig fest: »Da habe ich aber üben müssen!«.

Virtuos und stets passend arrangiert begleiteten ihn die fünf Profi-Musiker: Joke de Jong, Geige, Johan Boere, Percussions, Co Vergouwen am Keyboard und Klavier, Jorge Nieuwenhuis, Gitarre sowie Laurens van Wessel an derBassgitarre und auch der musikalische Leiter.

Auch die Gründer der Stiftung Sibusiso, übersetzt »Segen«, waren beim Konzert dabei. Die Niederländer Henk und Atty Hammer-Roos gründeten im Jahr 2001 diese Stiftung, »ein umfassendes und einzigartiges Dorfprojekt zur Unterstützung und Förderung von Kindern mit geistigen und körperlichen Behinderungen sowie ihren Familien« in Arusha in Tansania. Josef Blienert ist der Ansprechpartner des deutschen Fördervereins.
Wie bereits auf der CD zu lesen ist: »Viel Hörgenuss« bot dieser Abend.des

Nichts für Feingeister

Ganz viel »Goldene Gans«

Der Blitz im Emblem