Holtenser steuern ihr Narrenschiff mit viel Humor

Büttenabend in der dicht gefüllten Narhalla | Kurzweiliges Programm nach neuem Konzept kommt gut an

Präsidentin Sabine Jürges (Mitte) und die Elferratsmitglieder Michael Fischer (links) und Benjamin Guse (rechts) begrüßten die Besucher in der Holtenser Turnhalle, umrahmt von Mini-Funken und Garde.

Holtensen. Mit einem runderneuerten Konzept hat der Holtenser Karnevalsverein am Sonnabend seinen traditionellen Büttenabend gefeiert. In der gut gefüllten Narhalla, der Holtenser Turnhalle, wechselten sich Tanz- und Showbeiträge in rascher Reihenfolge ab, und das bestens aufgelegte Publikum freute sich über ein kurzweiliges Programm, das im Anschluss jede Menge Gelegenheit zum Weiterfeiern bot.

»Wir entern das Narrenschiff«, hieß Elferratsmitglied Michael Fischer die Besucher willkommen. Er, Benjamin Guse und Karnevalspräsidentin Sabine Jürges führten als Piraten-Trio durch den Abend. Trübsinn habe hier keinen Platz, hieß es, vielmehr sollte frisch, fromm, fröhlich und frei gefeiert werden. Mit Mini-Funken und Garde und neuem Bühnenbild gab es gleich das erste donnernde »Hollau«, und beim Tanz der Funkengarde gingen die Zuschauer schon begeistert mit.

»Ich red’ nicht über Politik«, versicherte Michael Fischer als erster Büttenredner, und doch wurde er hochpolitisch, packte Themen an, die derzeit auf den Nägeln brennen: die Parteienlandschaft, den gefährdeten Frieden, den Abgasskandal, Subventionen oder Arbeitslosigkeit – aber nein, er sei unpolitisch, betonte er mit einem Augenzwinkern. Doch im nächsten Jahr, da werde er die Politik zum Thema machen, versprach er. Sicher sind darauf nicht nur die anwesenden Ortsbürgermeister Thomas Kahle und Eunice Schenitzki sowie Einbecks stellvertretender Bürgermeister Albert Thormann gespannt.
An die aus Comic und Film bekannte Kultfigur »Werner« erinnerte das Männerballett »beinhart«: Meister Röhrich hat für jedes Sanitär-Problem eine Lösung, immer wieder muss an Schrauben und »Muddern« gedreht werden, »und stoppen kann uns nur ein Begrenzungspfahl«. Schließlich ließen es die handfesten Kerle auch ordentlich »kesseln«.

Wie’s »aufm Amt« zugeht, zeigten Gerd Sander, Olaf Schwarzer, Kati Nentwich, Torsten Rolf, Christian Traupe, Nicole Bremer und Martin Bremer in ihrem Sketch. Nachdem ein Mitarbeiter betrunken vom Stuhl gefallen ist, sollen andere Saiten aufgezogen werden. Aber dennoch werden weiterhin Windkraftanlagen genehmigt, weil ein Beschäftigter »Unterschriften geübt« hat. Gestreikt wird auch, und die Personalchefin muss sich mit »Süße« anreden lassen. Mit »Hollau« wurde aber alles wieder glatt gezogen. Ganz stolz kann der Holtenser Karnevalsverein auf sein Tanzmariechen sein: Vivian Meiritz begeisterte mit einem ausgesprochen schwungvollen Tanz.

Nach einer kurzen Pause, bei der die Besucher zunächst schunkeln konnten, bevor die Bühne nach einer Polonäse für das Publikum zum Tanz freigegeben wurde, nahmen die »Dance-Kids« die Zuschauer mit in die zauberhafte Welt des Musicals: »We Will Rock You« brachte die Gruppe ebenso überzeugend rüber wie Stücke aus »Grease«, »Dirty Dancing«, sogar mit Hebefigur, oder Abbas »Mamma Mia«.

Die Zwillinge kriegen wirklich alles mit – und plaudern es aus: Ingo Scheil und Manfred Jürges erklärten von ihren Hochstühlchen aus die Welt. Sie wussten, in wessen Kopf niemand »zuhause« ist, dass eine Frau wie ein Wirbelsturm Haus und Auto mitnimmt, wenn sie geht, dass man in einer Thermosflasche Chicken-Nuggets und Fanta gleichzeitig warm und kalt halten kann und dass Buddha kein griechischer Gott ist. Sie sind eben »Muttis Beste«.

Als »Garde 2.0« zeigte das »Classic Team«, wie »einfach« ein Showtanz zu erarbeiten ist, aber wer ein bisschen tiefer in die Materie eintaucht weiß, dass eine solche Darbietung nicht mal »so eben« einstudiert wird, sondern dass für eine Nummer wie »It’s Raining Men« intensives Training vorauszusetzen ist. Aber locker wirkte der Auftritt der Gruppe in Hüten, Regencapes und Gummistiefeln allemal.

Nach einer zweiten Pause, erneut mit Möglichkeit zum Tanz, gab es mit dem Auftritt des Synchronpaars eine weitere Glanznummer des Abends: Rieke Lutat und Anna Jürges bewegten sich in großer Harmonie und Symmetrie auf der Bühne. Als »doofe Nuss« plauderte Jürgen Lange in der Bütt aus seinem (Ehe-)Leben, bevor zum Abschluss und zu vorgerückter Stunde die »Nachtschwärmer« einfielen: Ihre »Ameisenarmee« setzte in einer kleinen Meuterei bessere Arbeitsbedingungen durch, und auf dieser Basis wurde dann gefeiert.

Das Holtenser Dankeschön-Lied stand am Schluss eines vergnüglichen Abends mit einem unterhaltsamen, fröhlichen Programm, was das Publikum mit viel Beifall und »Hollau«-Rufen gebührend gewürdigt hat.

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