Ausschuss für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung

6.250 Besucher bei Kulturveranstaltungen

Jahresbericht Kulturring und Tourismus | Mehr Gäste, weniger Gruppen: Neue Angebote ausarbeiten

Einbeck. Jahresberichte für 2018 und die Vorschau auf 2019 legten Kulturring und Tourismus bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung vor. Leiterin Ulrike Lauerwald stand den Ausschussmitgliedern auch für Fragen zur Verfügung.

Beim Kulturring im Eickeschen Haus finden Organisation und Ticketverkauf für die kulturellen Veranstaltungen statt. Zu den Aufgaben gehören Veranstaltungsplanung, -organisation und -nachbereitung, Vermietung von Wilhelm-Bendow-Theater und BBS-Forum, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung und Finanzen sowie digitale Content- und Datenpflege. Der Spielplan des Kulturrrings wird saisonal, also jahresübergreifend, geplant, eingekauft, kalkuliert und beworben.

Mit einem vielfältigen Angebot an unterschiedlichen Kulturveranstaltungen konnte im vergangenen Jahr eine breite Bevölkerungsgruppe angesprochen werden. Nach längerer Pause wurde auch wieder eine Lesung angeboten: Susanne Fröhlich stellte ihr Buch »Verzogen« im BBS-Forum vor. Auch für Fremdveranstaltungen wurden Karten im Vorverkauf angeboten und im Programm mitbeworben. Dabei arbeitet der Kulturring auf Provisionsbasis. Zudem sind Kulturring und Tourist-Information Reservix-Vorverkaufsstelle.

Im vergangenen Jahr standen elf eigene und sechs Fremdveranstaltungen auf dem Programm. In den vergangenen drei Jahren lag der Anteil an Fremdveranstaltungen stets bei 40 bis 45 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung aller Veranstaltungen betrug im 2018 56,75 Prozent; 2017 waren es 64,66 Prozent.

Insgesamt besuchten rund 6.250 Zuschauer die Veranstaltungen, die überwiegend im Wilhelm-Bendow-Theater stattfanden; im Vorjahr waren es 6.575 Gäste. Die stärkste Auslastung mit fast 100 Prozent hatte »Endlich!« mit Dr. Eckart von Hirschhausen, gefolgt von »Tina – The Rock Legend«, einer Fremdveranstaltung, und dem »Phantom der Oper«, ebenfalls ein Fremd-Angebot. Am schwächsten waren »Das große Ladiner-Fest« und »Emmi und Willnowsky«, beides Fremdveranstaltungen, und die »KlangRazzia«, ein Angebot des Kulturrings, besucht.

Dabei sage, so heißt es im Bericht, die Auslastung nicht zwingend allein etwas über Qualität, Wirtschaftlichkeit oder das Interesse im Allgemeinen aus. Mitunter gebe es zeitgleich ähnliche Events im Umland. Dazu würden mit anderen Veranstaltern bereits Abstimmungen vorgenommen, wenn auch nicht immer mit Erfolg.

Die Abstimmung innerhalb des Stadtgebiets habe sich aber verbessert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Musik-, Theater- und Comedy-Angebote weniger angenommen, das Kinderstück war dagegen besser besucht. Die Karten werden vor allem direkt vor Ort im Eickeschen Haus gekauft, wenngleich mit abnehmender Tendenz zugunsten des Verkaufs über das Internet. Werbemaßnahmen wie Anzeigen und Plakatierung wurden verstärkt, Einzelveranstaltungen intensiver beworben. Unter anderem gab es einen Stand auf dem Eulenfest, für das Kinderstück wurden Kindergärten angesprochen, und auch bei der Messe Einbeck war der Kulturring vertreten. Gesteigert wurde der Gutscheinverkauf, sowohl von der Anzahl als auch vom Wert her – ein Großteil davon im Dezember. Das Weihnachtsgeschäft hat der Kulturring zudem mit besonderen Aktionen begleitet.

Für die Abendkasse wurde ein neues System angeschafft, das Arbeitsabläufe erleichtert und demnächst zum Einsatz kommen soll.

Im vergangenen Jahr, so das Fazit, konnte wieder ein vielfältiges Kulturangebot ermöglicht werden. Das Angebot werde allerdings insgesamt größer, sowohl in Einbeck als auch in der Region. Das führe seit einigen Jahren zu stärkerem Wettbewerbsdruck.

Für den Kulturring ist die Einführung des Informations- und Reservierungssystems geplant. Außerdem ist eine neue Internetpräsenz vorgesehen.

Im Bereich Tourismus im Eickeschen Haus werden unter anderem Touristik-Service, Werbung, Tourismus-Förderung, Gästeführerarbeit, Gästebetreuung, Angebots- und Produktentwicklung sowie Datenpflege erledigt. 2018 wurden laut Landesamt für Statistik 73.860 Übernachtungen bei den meldepflichtigen Betrieben ab zehn Betten registriert, im Vorjahr waren es 71.067. Das war eine Steigerung um 7,8 Prozent von 2016 auf 2017 beziehungsweise um 3,9 Prozent auf 2018.

Der positive Trend setzte sich bei den Ankünften fort: Es wurden 36.663 Ankünfte (Vorjahr: 35.414) registriert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei zwei Übernachtungen pro Aufenthalt, der höchste Wert der vergangenen Jahre. Zur Verfügung standen den Gästen 14 Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten, ein Unternehmen mehr als im Vorjahr. Mit dem Jugendgästehaus »Henry Dunant« sind Anfang 2018 53 Betten hinzu gekommen. Im Durchschnitt gab es 636 Betten (Vorjahr 587). Wenn ein Doppelzimmer als Einzelzimmer verkauft wird, ist das Zimmer belegt, aber nur zu 50 Prozent ausgelastet. Die Auslastung der Betten lag bei 32,9 Prozent, die der Zimmer zwischen 60 und 70 Prozent.

Im vergangenen Jahr konnten bei der Tourist-Information 35 Programme – Stadtführungen und Erlebnisprogramme – gebucht werden. Erlebnisprogramme enthalten eine gastronomische Leistung. 860 Gruppen (Vorjahr 970) mit 11.355 Teilnehmern (13.725) wurden durch Einbeck geführt. Die Anzahl der geführten Gruppen hat sich um 11,3 Prozent verringert. Erneut gesunken ist die Gruppenstärke: auf durchschnittlich 13,2 von zuvor 14,1 Teilnehmer pro Gruppe. 200 von 284 möglichen öffentlichen Führungen wurden durchgeführt, das war ein Plus von 23,5 Prozent. Einen Anstieg gab es bei der Sprichwörter-Führung. Weiterhin beliebte Angebote waren die Blaudruck-Führung sowie »Helles Bier und dunkle Schatten«. Bei den Erlebnisprogrammen erhöhte sich die Teilnehmerzahl von 2.045 auf 2.353. Dabei waren »Bierdiplom« mit einem Anteil von fast 50 Prozent und »Bierologie« besonders beliebt, aber auch Brauereibesichtigungen waren stärker gefragt.

Die meisten Gäste, die Führung oder Programm gebucht haben, kamen aus Niedersachsen (67,5 Prozent), gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Kaum vertreten waren das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern. Innerhalb Niedersachsens kamen die meisten Gäste aus dem Landkreis Northeim, gefolgt von der Region Hannover. Besonders gästeintensive Monate waren Mai-Juni sowie September und Oktober.

Viele Angebote seien seit Jahren gleich, Neues sei deshalb »zwingend notwendig«, heißt es in dem Bericht. Ideen seien vorhanden, etwa »Einbeck nascht«, die Umsetzung sei aber abhängig von Personalkapazitäten. Notwendig sei auch ein effektives Buchungssystem, in dem Anfragen verwaltet und bearbeitet werden können. Wird eine Anfrage nicht schnell genug bearbeitet, entscheidet sich der Gast vermutlich anders.

Seit Ende März wurden die Besucher von Tourist-Information/Kulturring gezählt: Es waren 12.600. Die meisten kamen am Sonnabend (2.302), gefolgt vom Donnerstag. Der schwächste Tag war der Sonntag mit 935 Besuchern. Spitzentage waren die Sonnabende im Oktober mit jeweils mehr als 100 Besuchern. Hier komme man dann personell schnell an die Grenzen: Während der Öffnungszeiten sollten mindestens zwei Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Neu überarbeitet wurden verschiedene Flyer, und auch ein neuer Urlaubsplaner ist erstellt worden, alles im einheitlichen Design. Mit Messeteilnahmen, und Verbandsarbeit wurde Tourismusförderung betrieben. Zu Jahresbeginn  ist mit der Ausbildung neuer Gästeführer begonnen worden.

2018, so die Bilanz von Ulrike Lauerwald, sei durch einen starken Personalwechsel inmitten der touristischen Hauptsaison gekennzeichnet gewesen. Trotzdem konnten viele Themen aufgearbeitet und Projekte umgesetzt werden. Aber man sei noch nicht soweit, wie sie sich das wünschen würde. Auch 2019 habe man noch ältere Aufgaben abzuarbeiten. Hohe Besucherzahlen ließen einen positiven Trend erkennen, Tourismus sei ein wachsender Wirtschaftsfaktor für Einbeck. Ziel müsse es sein, entsprechende Ressourcen, sowohl personell als auch finanziell, zur Verfügung zu stellen, um den Standort weiter zu stärken.ek

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