IG Metall weitet Warnstreiks aus

Forderung: Sechs Prozent mehr Lohn und Anspruch auf volle Kurzzeit

»Gute Arbeit, gutes Geld« - die IG Metall rief die Beschäftigten der Firma Dura Automotive Systems zu Warnstreiks auf. Nach dem Gang durch den Betrieb versammelten sich die Streikenden vor dem Werkstor.

Einbeck. »So nicht« – die IG Metall erhöht den Druck und ruft ihre Mitglieder zu Warnstreiks auf. Gestern legten unter anderem Beschäftigte der Dura Automotive Systems in der Hullerser Landstraße für kurze Zeit die Arbeit nieder.

»Miteinander für morgen« lautet das Motto der IG Metall für ihre aktuelle Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft fordert für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Geld und eine Wahloption, ihre Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden die Woche zu verringern. Seit Ende November 2017 wird in den Tarifgebieten mit den Arbeitgebern verhandelt – bisher ohne Ergebnis.

Die Friedenspflicht ist am 31. Dezember 2017 ausgelaufen. Jetzt macht die IG Metall mobil: Um den Druck bei den Tarifverhandlungen zu erhöhen, ruft die Gewerkschaft zu Warnstreiks auf.

Rita Haupt und Jens Risch vom Betriebsrat der Firma Dura bekräftigten vor den Kollegen die Forderungen der Gewerkschaft. Kritisch sehen Haupt und Risch auch die 18-Prozent-Quote, die die Arbeitergeberseite niederreißen möchte. Die tarifliche Arbeitszeit in der Metall- und Elektroindustrie beträgt nach dem Manteltarifvertrag 35 Stunden.

Mit Zustimmung des Arbeitnehmers kann diese Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden erhöht werden. Dabei darf allerdings die Anzahl der Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Verträgen 18 Prozent aller Arbeitnehmer des Betriebes nicht überschreiten. Das Zurück zur 40-Stunden-Woche lehnen die Gewerkschafter ab und verweisen darauf, dass Schichtarbeit prinzipiell gesundheitlich belastend sei.

Sechs Prozent mehr Lohn für zwölf Monate, ein Anspruch auf kurze Vollzeit und einen Entgeltzuschuss während der kurzen Vollzeit für Schichtarbeit, belastende Arbeitszeiten, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen – dafür gehen die Gewerkschafter auf die Straße.

Bei Dura liege der Organisationsgrad bei rund 80 Prozent, erklären Haupt und Risch. Besonders bemängelt Haupt, dass zwar Fachkräfte fehlen, aber gleichzeitig nur unzureichend ausgebildet werde.

Die Arbeitgeber haben bisher eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie zwei Prozent ab April angeboten. Sie fordern die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, Möglichkeiten zur Arbeitszeitverlängerung, die Ausweitung der Befristungsmöglichkeiten ohne sachlichen Grund und die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages.

Heute ruft die Gewerkschaft neben weiteren neun Betrieben in Südniedersachsen die Beschäftigten bei Renold in der Juliusmühle zu Warnstreiks auf.sts

»Eher Musterschüler als hoffnungslose Fälle«

Sich gemeinsam engagieren