Ilmeschule-Schülerfirma geht auf den Wochenmarkt

Einbeck. Probehäppchen anbieten, Kundenwünsche entgegen nehmen, Waren einpacken, Geld kassieren – abwechslungsreich war der Besuch der Schüler der Tagesbildungsstätte Ilmeschule des Pädagogisch-Therapeutischen Förderzentrums auf dem Einbecker Wochenmarkt. Die ältesten Schüler, 16 bis 18 Jahre alt, haben mit ihrer Schülerfirma dort selbstgebackenes Brot verkauft. Seit zwei Jahren beschäftigen sie sich mit dem Backen und Verkaufen von Vollkornbroten, Kunden waren bisher Mitarbeiter und Eltern.

Nach jedem Backtag wurde ein Brot in der Klasse verzehrt, neue Brotsorten sind im Klassenverband getestet worden. Jetzt hat man sich entschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Einbecker Altstadtwochenmarktverein einen Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen. Die Schülerfirma stellt einen Teil der Berufsvorbereitung für die Schüler dar. Hier werden durch Produktion in größeren Mengen, Steigerung der Ausdauer und Wiederholungen Abläufe erlernt, die Fähigkeit zur Planung und Kooperation wird gefördert. Die meisten Schüler haben gelernt, Brotteig selbstständig zu kneten, und ein Mitschüler kann andere bereits anleiten und so das »Management« in der Backstube  übernehmen.

Bei einer Hygieneunterweisung durch das Gesundheitsamt sind die Schüler auch in diesem Bereich geschult worden. Freundlichkeit im Umgang mit Kunden wurde geübt. Die Resonanz, berichten Jutta Krügel und Andrea Bajohr, Klassenleitung und pädagogische Mitarbeiterin, sei gut gewesen.

Die Identifikation der Jugendlichen mit ihrer Tätigkeit war groß, und das bildete eine gute Grundlage für eine hohe Lernmotivation. »Wir freuen uns, dass die Schüler immer selbstständiger werden, und wir würden diesen Verkauf gern wiederholen«, ziehen sie eine positive Bilanz der Aktion. Neben solchen berufsvorbereitenden Maßnahmen im Klassenverband werden auch verschiedene Praktika angeboten, nicht nur bei den Harz-Weser-Werkstätten, sondern ebenfalls auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. So sind jetzt wieder Schüler in einem Kfz-Betrieb und in einer Malerfirma tätig. Für die Schülerfirma wird noch ein griffiger Name gesucht – Vorschläge dazu werden gern entgegengenommen.ek

Schüler politisch weiter einbinden