Jugendberufsagentur in Einbeck öffnet die Türen

Kooperation von Landkreis, Agentur für Arbeit Göttingen und Jobcenter – damit keiner verloren geht

Die Schüler der Fachoberschule Gestaltung mit Lehrer Thorsten Espe (hinten, rechts) haben Logos entworfen. das Sieger-Logo stammt von Kim Kettler (vorne, Mitte) aus Dassel. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (vorne, links) übergab Kino-Gutscheine beziehungsweise Einbecker Zehner.

Einbeck. Der Startschuss für die erste Jugendberufsagentur im Landkreis Northeim ist gefallen: Im zweiten Stock des Jobcenters in Einbeck am Teichenweg eröffneten gestern Vertreter des Landkreises, der Agentur für Arbeit Göttingen und des Jobcenters im Landkreis den ersten Standort der Jugendberufsagentur. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde unterzeichnet. Weitere Standorte sollen in Uslar und Northeim aus der Taufe gehoben werden.

In der Jugendberufsagentur arbeiten Jobcenter, Landkreis und Arbeitsagentur eng zusammen. Die unterschiedlichen Beratungs- und Förderangebote für Jugendliche sind hier unter einem Dach gebündelt. So sollen junge Menschen am Übergang von Schule in den Beruf im Bedarfsfall mit aufeinander abgestimmten Leistungen besser unterstützt werden.

»Wir können uns nicht leisten, nur einen zu verlieren«, stellte Astrid Klinkert-Kittel fest. Deshalb werde mit der Jugendberufsagentur gemeinsam eine Anlaufstelle für junge Menschen geschaffen, um für sie eine schulische beziehungsweise berufliche Ausbildung möglich zu machen. Beim Landkreis liege das Durchschnittsalter über 50 Jahren, und sie sei froh über junge Menschen, die eine »andere Draufsicht« haben oder auch neue Ideen – gut sei ein Mix aus Erfahrenen und Unerfahrenen, aus Alt und Jung, aus Männern und Frauen.

Die Eröffnung der Jugendberufsagentur sei ein guter Tag für den Landkreis »und für mich eine Herzensangelegenheit«, so die Landrätin. Jugendliche sollen begleitet werden, bis sie eine konkrete Berufsperspektive haben. Die Frage, wer zuständig sei, trete in den Hintergrund. Vielmehr gelte: »Wir sind verantwortlich.« Und so werde in der Jugendberufsagentur eine »Kultur der offenen Tür gepflegt.«

Kurze Wege, gebündelte Fachkompetenz und »optimale Beratung« stellte Klaus Voelcker, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Göttingen, heraus. Die Zusammenarbeit werden mit der Jugendberufsagentur auf eine andere Stufe gestellt, und das sei angesichts des Fachkräftemangels sinnvoll. Zurzeit stehen 140 Ausbildungsstellen 97 Bewerbern gegenüber. Und dabei gebe es durchaus noch attraktive Stellen, unterstrich er. Mit der Jugendberufsagentur gehe man einen Schritt hin zu den Menschen auf dem Land unter dem Motto »Keiner soll verloren gehen.« Voelcker hoffte, dass man durch die Verzahnung von Berufsberatung, Jobcenter und Jugendhilfe noch mehr junge Menschen erreiche, um gemeinsam den Berufseinstieg zu gestalten.

Die »enormen Vorteile« der Kooperation stellte auch Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Jobcenters heraus. Sie koste nicht mehr Geld, junge Menschen profitierten davon, und die Mitarbeiter könnten vieles auf kurzem Weg klären. Gemeinsam wolle man »Optimales« für die jungen Menschen finden. Schließlich erlebe er es immer wieder, dass der Weg zu einer anderen Einrichtung oder ein neuer Termin am nächsten Tag eine zu große Hürde darstelle. Kurze Wege und bei Bedarf gemeinsame Besprechungstermine der verschiedenen Institutionen seien eine echte Weiterentwicklung des Angebots.

Unterstützt wird die Jugendberufsagentur von der Leitstelle »Region des Lernens« im Landkreis. Als Vertreterin der Leitstelle unterzeichnete Ines Puschmann, Schulleiterin der Berufsbildenden Schulen II Northeim, die Kooperationsvereinbarung. Die Region des Lernens bildet eine Schnittstelle von Jugendberufsagentur und allgemein- sowie berufsbildenden Schulen. Die Leitstelle hat die Betreuung der Internetseite (www.jugendberufsagentur-northeim.de; E-Mail: anfragen@jugendberufsagentur-northeim.de) übernommen und klärt als erste Anlaufstelle das Anliegen der Jugendlichen. Man sei sozusagen »Lotse«, denn die Leitstelle führe die Jugendlichen zu Berufsberater, Ansprechpartner im Jobbüro oder in der Jugendhilfe.

Im Rahmen der Eröffnung des neuen Standorts wurde auch das neue Logo der Jugendberufsagentur vorgestellt. Schüler der Abschlussklasse der Fachoberschule Gestaltung der BBS Einbeck haben Logos entworfen, durchgesetzt hat sich der Entwurf von Kim Kettler.

Die Jugenberufsagentur in Einbeck ist für Jugendliche unter 25 Jahre ohne Termin geöffnet montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 16 Uhr.sts

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