In besonderer Weise für Jugendarbeit stark gemacht

Stadtjugendring Einbeck vergibt zum 30. Mal den Jugendpreis | Drei Kategorien und eine Überraschung

Preisträger, Laudatoren und Jugendring-Vorstand: Zum 30. Mal hat der Stadtjugendring Einbeck mit dem Jugendpreis besonderes Engagement in der Jugendarbeit ausgezeichnet.

Einbeck. Die Tanzgruppe »Together« des Einbecker Sportvereins und des Deutschen Roten Kreuzes, Annett Steinberg, Britta Grastorf, Sigrid Oestreich und Corinna Lerch als das Team, das den Kinderstadtplan entwickelt hat, und Stefan Baur, der langjährige Jugendleiter des Technischen Hilfswerks in Einbeck: Das sind die Jugendpreisträger 2017, die der Stadtjugendring Einbeck jetzt ausgezeichnet hat.

Im Alten Rathaus wurde, musikalisch umrahmt von »Jamboree«, der Jugendpreis zum 30. Mal vergeben, und das war zugleich Anlass für eine kleine Rückschau. Der Vorsitzende des Stadtjugendrings Einbeck, Jan Störmer, freute sich, viele Gäste zur Jugendpreisverleihung begrüßen zu können, darunter auch Vertreter aus der Politik: Das zeige, dass sie der Jugendarbeit in Einbeck großen Respekt zollten.

Die Jugendpreisverleihung habe einen festen Platz im Kalender. Der Stadtjugendring habe im vergangenen Jahr stärker an der Vernetzung der Vereine gearbeitet, unter anderem mit drei After-Work-Partys für Jugendleiter mit dem Ziel, einmal über den Tellerrand zu schauen. Für Mai kündigte er das nächste Treffen an. Ebenfalls gelungen sei eine Satzungsänderung. Derzeit sehe er, so der Vorsitzende, in der Jugendringarbeit einen positiven Trend, der hoffentlich bis ins nächste Jahr und zu den dann stattfinden Wahlen anhalte.

Und auch der Kreisjugendring freue sich über Verstärkung. Die Arbeit der Jugendringe habe direkte Auswirkungen auf die Vereine, betonte er, denn sie sorgten beispielsweise für Zuschüsse: »Ohne uns sieht es düster aus.« Der Einbecker Jugendpreis wird seit 1988 verliehen. Damit soll gewürdigt werden, wer sich auf besondere Art und Weise um die Jugendarbeit verdient gemacht hat.

Die Vorstandsmitglieder Stefan Baur, Nicole Fuchs, Sven Schröder, Christopher Dickhuth und Dirk Marrek lasen die bisherigen Preisträger vor, und die lange Liste zeigte, wie vielseitig Jugendarbeit in Einbeck war und ist. Im Jahr 2014 wurden die Bedingungen für die Preisvergabe geändert: Seither wird der Preis in der Kategorie 1 für Preisträger bis 27 Jahre und in der Kategorie 2 für über 27-Jährige verliehen.

Dafür gibt es jeweils 200 Euro. In einer Sonderkategorie werden besondere Menschen, Gruppen und Projekte ausgezeichnet, der Preis dafür wird individuell ausgewählt. Der überwiegende Teil der Jugendarbeit in Einbeck geschehe ehrenamtlich, stellte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek fest, und das zeige eine breite Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.

Es gebe also mehr Gutes in der Gesellschaft, als man meine. Häufig höre man, dass man müsste oder sollte und dass jemand gute Ratschläge gebe. Hier würden hinter jedem Projekt engagierte Bürger stehen, die den Konjunktiv zur Seite geschoben haben und die sagen: »Ich will, ich kann, ich mache.« Dass Gemeinwesen lebe davon, dass Menschen mehr tun würden, als sie müssten, dass sie anpacken und Verantwortung übernehmen wollten.

Damit gestalte man Gemeinschaft, Demokratie und Staat mit. Sie finde es toll, dass es den Jugendpreis gebe, der das würdige. Die Laudatorin für die Kategorie 1, Anke Fürsten vom Familienentlastenden Dienst des DRK, stellte die Preisträger vor, für die Inklusion mehr bedeute als den Abbau von Barrieren.

Es gehe auch um gemeinsame Freizeitgestaltung und Aktionen, und dafür sei die Tanzgruppe »Together« des Einbecker Sportvereins und des Deutschen Roten Kreuzes ein gelungenes Beispiel. Die Teilnehmer mit und ohne Handycap treffen sich unter der Leitung von  Silke Schulte und Heike Jacobi. Gleich vier Laudatoren, alles Schüler der Goetheschüler, würdigten die Preisträgerin »Ü27: Musik liege ihr im Blut, sie sei in der Kulturszene zuhause, habe etwas übrig für Kunst und Kultur.

1999 gründete sie den Chor »Voices« in Salzderhelden, sie spiele Saxophon in der Mendelssohn-Bigband, engagiere sich in der »Tangobrücke« und habe als Lehrerin der Goetheschule eine herzliche, motivierende Art und Weise: »Wenn sie fragt, kann man nicht nein sagen.« Das Festival in Einbeck (FinE) habe sie seit zehn Jahren organisiert und es groß, bunt und vielfältig gemacht: Viel Beifall gab es für Preisträgerin Annett Steinberg.

Die Preisträgerinnen der Sonderkategorie stellte der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Familie und Soziales, René Kopka, vor. Es sei beeindruckend, wieviel Engagement es in Einbeck gebe. Die Idee, für die man jetzt eine Ehrung ausspreche, sei im Verein »Musik für Einbeck« entstanden, und auch die Grundschulen waren intensiv daran beteiligt: am Kinderstadtplan.

Ein Blick darauf zeige, dass in Einbeck viel für Kinder vorhanden sei und dass der Plan das ansprechend umgesetzt habe. Kinder könnten die Inhalte leicht verstehen. Er würde sich über künftige Erweiterungen freuen, denn Einbeck sei eine kinder- und familienfreundliche Stadt. Den Preis nahmen Britta Grastorf, Sigrid Oestreich und Corinna Lerch entgegen: neben Blumen und Urkunde die Zusage des Stadtjugendrings, die Druckkosten für die nächste Auflage zu übernehmen.

Unter schwierigen Geheimhaltungsbedingungen, wie er lachend berichtete, ist es Jan Störmer gelungen, noch eine Überraschung vorzubereiten, einen weiteren Preisträger in der Kategorie 2. 1994 wurde die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks von ihm gegründet, die er bis Ende 2017 geleitet und geprägt hat. Auch in der Bezirksjugend hat er sich engagiert und dabei in beiden Fällen die Nachfolge geregelt.

Großartige Veranstaltungen habe man bei Karamalz und Butternudeln bei ihm am Küchentisch geplant, der Familienkalender orientierte sich an seien Aktivitäten, und Kinder- und Jugendarbeit sei ihm eine Herzensangelegenheit. Er fahre eine klare Linie, habe immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand. Als er 2013 Vorsitzender des Stadtjugendrings wurde, habe er das nur gemacht, weil Stefan Baur sein Stellvertreter wurde, erinnerte sich Jan Störmer.

Der Geehrte möge es überhaupt nicht, so im Rampenlicht zu stehen, aber ein solches Engagement gehöre einfach einmal gewürdigt. Die Überraschung ist gelungen: Stefan Baur war sichtlich gerührt: »Vielen, vielen, vielen Dank!«.ek

Weder oben noch unten

Weder oben noch unten