»Keine Impfdosis wird weggeschmissen«

Haupt- und Ehrenamt arbeiten seit Monaten Hand in Hand im Northeimer Impfzentrum

Das Foto zeigt (von rechts) Professor Dr. Carsten Hufenbach, Präsident des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim, Petra Reußner, Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim, Thomas Gerlach, Vorstand beim DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim, und Frank Beckmann, operativer Leiter des Impfzentrums Northeim und zugleich Kreisbereitschaftsleiter beim DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim, am Immunisierungswochenende in Niedersachsen vor dem Impfzentrum in Northeim, das vom DRK betrieben wird.

Einbeck. Warteschlangen ließen sich am vergangenen Wochenende vor dem Impfzentrum in Northeim nicht vermeiden: Im Rahmen des vom Land Niedersachsen geplanten Impfwochenendes sollten im DRK-Impfzentrum in der Kreisstadt bis zu 1.400 Personen immunisiert werden gegen das Coronavirus. Bisher sind hier rund 23.000 Erstimpfungen erfolgt, das bedeutet auch mehr als 1.650 Stunden ehrenamtliches Engagement.

Am Impfwochenende hat sich das DRK »pro Tag auf eine Zahl von 700 zu Impfenden eingestellt«, fasste Professor Dr. Carsten Hufenbach, Präsident des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim, zusammen. Ziel des Impfwochenendes des Landes Niedersachsen war es, die Gesamtimpfleistung deutlich zu steigern. »Das DRK-Impfzentrum in Northeim will einen großen Beitrag dazu leisten«, so Hufenbach. Insbesondere Menschen mit einem Alter von über 70 Jahren, die noch nicht geimpft sind, sollten an diesem Wochenende im Fokus des Impfens stehen. Aber auch beispielsweise Angehörige von Pflegebedürftigen, die eng mit der eigentlichen Zielgruppe der über 70-Jährigen verbunden sind, stehen bei den Impf-Priorisierungen neben Personen aus bestimmten prägnanten Berufsgruppen aktuell weit oben auf der Liste der Impflinge.

Seit 15. Dezember 2020 betreibt der DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim für den Landkreis Northeim das Impfzentrum in den Räumen der Stadthalle Northeim; seit dem 5. Januar 2021 werden Impfungen vorgenommen. Am Impfwochenende wurden Astrazeneca und Moderna verimpft. Etwa zehn Prozent lehnten Astrazeneca ab, sagte Frank Beckmann, operativer Leiter des Northeimer Impfzentrums, auf Nachfrage. In diesen Fällen gebe es ein Gesprächsangebot mit einem Arzt. Und wie Dr.Ralf Schiffner erläuterte, könne man die Bedenken oftmals durch Erklärungen ausräumen. Auch wenn die Impfwilligen am Anfang aufgeregt seien, wären sie nach der Impfung meist »happy«.

»Keine Impfdose wird weggeschmissen«, stellt Beckmann klar. Dass die Hausärzte nun mitimpften, sei »elementar«, unterstreicht Beckmann. Das DRK bittet die Hausärzte, die Geimpften zu melden, damit es im Impfzentrum zu möglichst wenigen Terminausfällen kommt. Das leisteten allerdings nur 30 Prozent der Hausärzte, bedauert Beckmann. Für die Verzahnung von Impfzentren und Hausärzten wünscht er sich »endlich geeignete Wege« vom Land.

Zehn bis 14 Prozent nehmen die Termine im Impfzentrum nicht mehr wahr. Und das bedeutet viel Arbeit in der Planung: »Wir müssen viel überplanen«, sagt er und dankt in diesem Zusammenhang den Mitarbeitern für ihr hohes Maß an Flexibilität.

Landkreisweit waren am vergangenen Sonnabend rund 21 Prozent der Bevölkerung geimpft. Wenn die zugesagten Impfdosen geliefert werden und ein vierter Impfstoff hinzukomme, hofft er, dass Ende des Sommers alle Impfwilligen geimpft worden sind. Er rät allen, immer wieder einen Blick auf die Terminbörse des Landes zu werfen – unter www.impfportal-niedersachsen.de.

»Insbesondere den haupt- und ehrenamtlichen Kräften gilt der große Dank seitens des Präsidiums und Vorstands des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim für ihren Einsatz«, betont DRK-Präsident Professor Dr. Carsten Hufenbach. Und er ergänzt, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt eine große Stärke des Roten Kreuzes sei. Aktuell werden im DRK-Impfzentrum Northeim zwischen 550 bis 600 Impfungen pro Tag vorgenommen, und es wird mit drei Impfstoffen (Astrazeneca, Moderna und Biontech) gearbeitet, was besonders bei der Logistik und Verarbeitung einiges an Herausforderungen mit sich bringt. Und das bedeute »viel Manpower«, so Hufenbach.

Im DRK-Impfzentrum sind aktuell 66 Personen auf 46 Stellen hauptamtlich und neun ehrenamtlich beschäftigt; zum 1. Mai kommen fünf weitere hauptamtliche Mitarbeiter dazu. Seit Start des Impfzentrums Mitte Dezember 2020 haben bereits 65 Ehrenamtliche insgesamt 1652,5 Stunden (Stand: 31. März 2021) freiwillig im Impfzentrum mitgearbeitet. »35 Freiwillige des DRK wirkten allein am Aufbau im Dezember 2020 mit 715 Arbeitsstunden mit«, machte Petra Reußner als Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim den Einsatz der ehrenamtlich engagierten Rotkreuzler deutlich. »Dieser Dienst an der Gesellschaft ist Gold wert«, ergänzte Thomas Gerlach, Mitglied im Vorstand des DRK Göttingen-Northeim.

Von den 66 Mitarbeitern im Hauptamt (23 Männer und 43 Frauen) sind zudem 18 Personen in Vollzeit eingestellt, 18 in Teilzeit beschäftigt und 30 arbeiten auf geringfügiger Basis. Für drei weitere Stellen im Bereich »impffähiges Personal« werden noch Fachkräfte benötigt. »Wir hoffen, alle Vakanzen im Laufe des Monats Mai besetzen zu können, wir sind permanent auf der Suche nach weiterem Personal in allen drei Arbeitsbereichen«, so Reußner. Von impffähigem Personal mit Qualifikationen wie beispielsweise examinierten Pflegekräften, Rettungsassistenten, Notfallsanitätern und medizinischen Fachangestellten bis hin zu Verwaltungs- und Betreuungspersonal ist die Palette der Aufgaben im Impfzentrum breit gefächert. Bewerbungen von Interessenten zur Mitarbeit im DRK-Impfzentrum können per E-Mail an: personalleitung@drk-goe-nom.de oder per Post an: DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim, Abteilung II.1 – Katastrophenschutz, Lutz Kappel, Matthias-Grünewald-Straße 20, 37154 Northeim gerichtet werden. Für telefonische Rückfragen steht Kappel unter der Rufnummer 05551/9817-16 zur Verfügung.sts

Der eleganten und bedrohten Äsche helfen