Keine Probleme beim Betrieb der »Tafel«

Ehrenamtliches Arbeiten allein reicht nicht mehr aus | Unterstützung ist willkommen

Dirk Rose (links) arbeitet jetzt hauptamtlich acht Wochenstunden für die »Einbecker Tafel«. Der Verantwortliche Thomas Döhrel (rechts) begründet das mit steigendem organisatorischem Aufwand.

Einbeck. Seit 2008 gibt es in Einbeck die »Tafel«. Sie versorgt etwa 400 Menschen aus Einbeck und den umliegenden Ortschaften mit Lebensmitteln, die vom Einzelhandel wegen Überproduktion oder ablaufendem Haltbarkeitsdatum aussortiert wurden. Von Montag bis Donnerstag werden Lebensmittelspenden von allen Einbecker Supermärkten abgeholt und im Tafelladen im Münsterstraße/Ecke Hohe Münsterstraße sortiert. Dort werden die Lebensmittel donnerstags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr auch ausgegeben. Personen, die wegen Erwerbslosigkeit oder geringem Einkommen Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II erhalten, können sich im »Tafelladen« in Selbstbedienung versorgen - wie im Supermarkt können sie die Waren wählen.. Das kostet lediglich fünf Euro.

Seit Sommer 2020 erfolgt die Ausgabe unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln in zwei Gruppen. Das werde von den Kunden gut angenommen, berichtet der Verantwortliche Thomas Döhrel.

Die Pandemie habe nicht zu einem veränderten Warenangebot geführt– weder qualitativ, noch quantitativ. Jedes Jahr gebe es aber beispielsweise nach den Weihnachtsfeiertagen viel gekühlte Ware, die in den Supermärkten nicht habe abgesetzt werden können. »In diesem Jahr war das gefühlt doppelt so viel«, sagt Döhrel. Über die Gründe spekulieren mag er nicht.

Die Warenmengen, die über den Tafelverbund fließen, seien im vergangenen Jahr größer geworden. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: ausgefallene Veranstaltungen. In diesem Jahr sehe das schon anders aus. Waren für die Ausgabe seien genug da. »Wir können unsere 120 Haushalte gut versorgen.«
Die Verwaltungsseite der »Tafel« ist allerdings aufwändiger geworden. Die 30 bis 35 Helfer müssen eingesetzt werden, und manchmal muss zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Fahrer in eine weiter entfernte Stadt geschickt werden, um Waren vom Verbund abzuholen. Das bedeute eine Menge Telefoniererei. Auch wenn Helfer kurzfristig ausfallen, muss schnell für Ersatz gesorgt werden.

Auch die Organisation im »Tafelladen« ist durch die Corona-Auflagen mit mehr Arbeit verbunden. Denn provisorisches Einlagern in einer Ecke gehe nun mal nicht mehr so einfach, die Abstände müssen eingehalten werden. Es habe sich gezeigt, dass ehrenamtliches Arbeiten allein nicht mehr ausreicht. Die Verantwortlichen haben sich entschlossen, in die Hauptamtlichkeit zu gehen.

Der Küster der Münstergemeinde, Dirk Rose, arbeitet nun acht Wochenstunden für die »Tafel«. Diese Stunden werden natürlich nicht durch die Gemeinde, sondern die »Tafel« gedeckt. Und so sei man weiter auf Unterstützung angewiesen, unterstreicht Döhrel. Es gebe einen »kleinen, feinen« Spenderkreis, der mit größeren Beträgen helfe. Wichtig seien aber auch die kleinen Spenden. So wirbt Döhrel dafür, »Mietpate« zu werden und jeden Monat zwischen zehn und 25 Euro zu spenden, damit die Pacht der Halle gezahlt werden kann. Für diese langfristige Unterstützung gibt es dann auch eine Urkunde.

Mit einigen Schwankungen ist die Zahl der »Tafelkunden« nahezu konstant. In Folge der Wirtschaftskrise stieg die Zahl in den Jahren 2009/10/11, einen »enormen Zuwachs« gab es bei der Flüchtlingskrise bis Ende 2017, dann sanken die Zahlen, vermutlich aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung. Aktuell - Döhrel will darin noch keinen Trend sehen – gebe es mehr erwerbsfähige Menschen, die sich als »Tafelkunden« registrieren lassen.
14 Haushalte in Markoldendorf und den Dasseler Ortschaften werden von der »Einbecker Tafel« mitversorgt, die Koordination übernimmt die Markoldendorfer Kirchengemeinde.

Die Einbecker Tafel wird von der evangelisch-lutherischen und von der katholischen Kirchengemeinde gemeinsam getragen. Zur Zeit engagieren sich mehr als 30 Ehrenamtliche bei der Abholung, der Sortierung oder der Ausgabe der Lebensmittel. Eigentlich aber gebe es keine Probleme beim Betrieb der »Tafel«, »wir sind inhaltlich gut aufgestellt«, so Döhrel.

Anfragen zu Neuanmeldungen kann man zurzeit per E-Mail: info@einbecker-tafel.de stellen. Spenden für die »Einbecker Tafel« werden angenommen von der Kirchengemeinde Einbeck, IBAN DE04 2625 1425 0009 1010 07, Stichwort »Einbecker Tafel«.sts