KWS wird größer und flexibler

Unternehmen investiert rund 41 Millionen Euro in Produktions- und Lageranlagen

Zahlreiche Personen nahmen am Richtfest des neuen Gebäudes teil, dessen Herzstück ein großes Hochregalsystem sein wird.

Einbeck. Im Rahmen der großräumigen Erweiterung des Standorts in Einbeck wurde ein weiterer Meilenstein erreicht – jetzt gab es das Richtfest am neuen Maschinenhaus VI. Mehr als 41 Millionen Euro investiert KWS SAAT SE in innovative Anlagen zur Produktion und Lagerung von Zuckerrübensaatgut.

Mit knapp 22 Metern ist das Maschinenhaus eines der höchsten Gebäude an der Grimsehlstraße. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierung und Ausweitung der Zuckerrübenproduktion. Nach Fertigstellung des Rohbaus – Polier Andreas Wichert von der Firma Mainka nahm den traditionellen Richtspruch vor – beginnt jetzt die Installation der Anlagentechnik für Wirkstoffapplikation und Verpackung von Saatgut. Zum Einsatz kommen dabei innovative Eigenentwicklungen der KWS-Ingenieure.

Die bisherige Anlagentechnik hatte aufgrund der gestiegenen Nachfrage die Kapazitätsgrenze überschritten, sagte Georg Folttmann, Leiter Logistik, Technology & Real Estate. Gleichzeitig verändere sich auch das Interesse der Kunden nach Spezialsorten und Ausstattungen für ihre jeweiligen Standorte. Die Produktdiversifizierung nahm enorm zu. Der Trend gehe zu kleinteiligeren, späteren Bestellungen und dem Wunsch nach einer möglichst frühen Lieferung. Diesen Anforderungen der Landwirte werde man mit innovativer Technik gerecht, so Folttmann.

Herzstück des Maschinenhauses ist ein riesiges Hochregalsystem. 7.500 Quadratmeter Bruttofläche hat das Gebäude, 50.000 Quadratmeter das gesamte Bauvorhaben. Das Saatgut wird in Siloboxen – trichterförmigen Behältnissen – automatisch zu den einzelnen Prozessabschnitten wie der Wirkstoffapplikation und der Verpackung hin- und herbewegt. Die Box ist etwa ein Kubikmeter groß und bis zu 600 Kilogramm schwer, im Hochregallager kommen rund 300 zum Einsatz. Eine Kamera kontrolliert die vollständige Entleerung der Behältnisse, damit sich keine Chargen vermischen.

Mit dem neuen System könne man noch kleinteiliger produzieren, Rüstzeiten minimieren und gleichzeitig die Saatgutqualität weiter erhöhen, erklärte Folttmann, und das bei einem immer umfangreicheren Produktportfolio.

KWS ist weiter Weltmarktführer bei Zuckerrübensaatgut. Jährlich werden weitere Sorten zugelassen, die den Ertrag steigern. Dank ihrer Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Schädlinge und Krankheiten wird der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln reduziert – was zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beiträgt. Der Anbau von Zuckerrüben bleibt auch bei einem möglichen Befall in verschiedenen Anbauregionen wettbewerbsfähig – und ein wertvoller Teil der Fruchtfolge.

Für einen Hektar benötige man nur dreieinhalb Kilo Saatgut, erwirtschafte rund 18 Tonnen Zuckerrüben, so Folttmann, für Mais brauche man 30 Kilogramm Saatgut pro Hektar, für Getreide 100 Kilogramm. Aus dem Grund sei es möglich die gesamte Produktion im Zuckerrübensegment von Europa und Asien in Einbeck zusammenzuziehen. Er freute sich über den neuen »Rübentempel« der KWS.

Die Produktionsanlage soll im Februar in Betrieb gehen. Zuvor wurde bereits eine neue Lager- und Logistikhalle errichtet. Hinzu kommt eine weitere Halle, die abgebaut und 100 Meter entfernt neu aufgestellt wurde. Zudem will KWS im Sommer eine zusätzliche Anlage zur Pillierung von Zuckerrübensaatgut fertigstellen.mru

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