Die Notaufnahme wird optimiert

Geschäftsführer des Bürgerspitals kündigt zudem Stärkung des chirurgischen Bereichs an

Frederic Lazar ist der neue Geschäftsführer des Einbecker Bürgerspitals. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2015 im Krankenhausmanagement in unterschiedlichen Positionen in Kliniken privater Trägerschaft tätig.

Einbeck. Das Einbecker Bürgerspital startet neu. Träger ist das Radio-onkologische Netzwerk mit Dr. med. Sandra Röddiger und Dr. med. Ralf Kurek. Die Geschäftsführung des Einbecker Bürgerspitals hat der studierte Wirtschaftswissenschaftler Frederic Lazar übernommen.

Er kündigt den Ausbau des bestehenden medizinischen Leistungsspektrums an, verbunden sind damit natürlich auch Investitionen. Lazar war zuvor kaufmännischer Leiter des Krankenhauses Tabea in Hamburg. Seit etwa einem halben Jahr befasst er sich mit dem EBS, hat Mitarbeiter und Ärzte kennengelernt.

Seit Juli ist er Geschäftsführer. Die bestehenden Abteilungen - Innere Medizin, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Pneumologie, Allergologie und Beatmungsmedizin - sollen weiter ausgebaut und spezialisiert werden. Das EBS will die grundmedizinische Versorgung gewährleisten, die regional verstärkt werden soll. Lazar setzt auf eine gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten.

»Wir wissen, was wir können«, und so erfolge bei »Notwendigkeit zu hochspezialisierten Eingriffen oder seltener Diagnosen nach Absprache« eine Weiterverlegung der Patienten in Zentren. So gibt es bereits eine Kooperation mit der Universitätsmedizin Göttingen. Der Geschäftsführer ist mit der derzeitigen Auslastung des Hauses »noch nicht ganz zufrieden«.

Über steigende Patientenzahlen freut sich die Chirurgie, und dieser Bereich soll ebenfalls verstärkt werden. Personeller Neuzugang ist der Endoprothetiker und Handchirurg Dr. Martin Gehrold. Geplant sei zudem die Wiederaufnahme der Schmerz- und Palliativmedizin. In der Pneumologie seien dauerhaft mehr als zwölf Betten belegt, und so sieht der Geschäftsführer auch hier Entwicklungspotenzial.

Veränderungen kündigt Lazar für die onkologische Versorgung an: Dr. Jörg Seraphin werden seine Zweigpraxis an das Bürgerspital verlegen. Erste strategische Maßnahme soll die Optimierung der Notaufnahme sein. Pro Jahr gebe es hier rund 10.000 Kontakte. Am Krankenhaus gelegen ist zudem ein Notarztstandort des Landkreises. Zum Anfang des Monats ist der Chefarzt der Anästhesie, Dr. Wolfgang Mau, in den Ruhestand gegangen.

Dieser Bereich soll künftig im Kollegialsystem geführt werden, Oberarzt Sebastian Schwarz aus Seesen konnte dafür gewonnen werden. Ärztlicher Direktor des Bürgerspitals ist Professor Dr. Dr. h.c. Volker Kliem, ärztlicher Leiter des Transplantationszentrums des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen (NZN) am Klinikum Hann.-Münden. Die Küche des Hauses, die einen »hervorragenden Job« mache, ebenso wie der ambulante Pflegedienst und die Krankenpflegeschule mit 45 Plätzen sollen erhalten bleiben.

Besonders lobt Lazar das »top ausgebildete Personal« am EBS. Hier wisse man zudem, dass zu einer guten Behandlung mehr gehöre als medizinische Kompetenz: menschliche Fürsorge. Der Geschäftsführer freute sich, dass die Mitarbeitern dem Haus die Treue gehalten haben. 320 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Zunächst wurde mit den Gewerkschaften ein »Anwendungstarifvertrag« vereinbart.

Ziel sei es aber, dass die Bezahlung auf das Tarifniveau steige. »Wir denken in alle Richtungen«, so der Wirtschaftswissenschaftler, vieles sei im Umbruch. Dass der Standort des Hauses mit den 103 Planbetten nicht ideal sei, liege auf der Hand. Zu einem möglichen Neubau bezog Lazar keine Stellung.

Ins Management des Hauses ist Dr. Reinhard Wichels mit seinem Team involviert. Geschäftsführer Lazar freut sich auf seine neue Aufgabe und die damit verbundenen Herausforderungen. Er will das Haus wieder zum Erfolg führen und hoffte dabei auch auf das Vertrauen der Bevölkerung. »Nah und persönlich« sollen die Patienten weiter behandelt werden.sts

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