Maßstäbe in der Branche gesetzt

Kurt König Baumaschinen: Generationswechsel geglückt, erfolgreichstes Geschäftsjahr | Innovativstes Unternehmen sein

Geschäftsführer Kurt König (Mitte), Fabian Schuster (links), Bereichsleiter Vertrieb, und Daniel Unger, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung und Finanzen, blicken nach dem Generationswechsel vor fünf Jahren auf sehr erfolgreiche Geschäftsjahre für das Einbecker Unternehmen Kurt König Baumaschinen.

Einbeck. Nach den Generationswechsel bei der Firma Kurt König Baumaschinen GmbH ist das fünfte Geschäftsjahr abgeschlossen - das erfolgreichste der Firmengeschichte. Kurt König hat 2016 das Unternehmen als Vertreter der dritten Generation übernommen.

Mit 136 Millionen Euro wurde ein Rekord beim Konzernumsatz erzielt, aber auch der Ertrag hat sich im dritten Jahr in Folge verbessert - etwas Besonderes in dieser Corona-Zeit. Nach fünf Jahren, in denen Kurt König viele prozessuale Weiterentwicklungen ins Unternehmen gebracht hat, zieht er gemeinsam mit den Geschäftsbereichsleitern Daniel Unger, Unternehmensentwicklung und Finanzen, sowie Fabian Schuster, Vertrieb, ein positives Fazit: »Wir haben vieles geschafft und noch vieles vor.«

Das Pandemie-Jahr habe man gut durchgestanden, bilanziert der Geschäftsführer. Die Lage in der Baubranche sei nach einem kurzen Schockmoment stabil geblieben. Wegen der Kontaktbeschränkungen habe man Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen. Als Honorierung der Leistung wurde das Kurzarbeitergeld auf 100 Prozent aufgestockt. Das starke Team, zu dem viele langjährige Beschäftigte zählen, habe sich einmal mehr bewährt. 130 Mitarbeiter gibt es am Standort Einbeck, im Konzern sind es fast 450 an elf Standorten in Deutschland und weiteren neun in Polen, Lettland und Litauen.

Der Generationenwechsel sei in den vergangenen Jahren bestimmend gewesen, aber man habe das gut gemeistert. Strukturelle Veränderungen müsse man richtig kommunizieren: »Sowohl Führung als auch Transparenz sind wichtig«, betont Kurt König. 

Eines der Schlüsselprojekte sei ein eigenes Führungskräftemodell gewesen, das werde in der Umsetzung sehr ernst genommen und nachhaltig verfolgt. Notwendige Veränderungen könne man nur mit den Führungskräften zusammen erarbeiten. Dabei sei eine hohe Entscheidungsgeschwindigkeit erforderlich - auch das sei geglückt. 

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg sei, dass die vor 89 Jahren gegründete Firma immer und weiterhin ein Familienunternehmen sei. Gewinne würden konsequent in die Weiterentwicklung investiert, sei es in Maschinen für den Mietpark, eine fortschrittliche IT-Struktur sowie digitale Projekte, die unter anderem durch ein eigenes Design- und Innovation Lab entwickelt werden. So stelle man wichtige Weichen für die kommende Generation, immer mit Blick auf die Werte des mittelständischen Familienunternehmens als Basis aller Entscheidungen. Im vergangenen Frühjahr habe man einen neuen Kernsortimentskatalog herausgegeben, mit Qualitätsklasse statt Sortimentsmasse. In der Folge konnte der Umsatz gesteigert werden. Die Unternehmens-DNA sei damit klar herausgestellt worden: Verkauf, Vermietung und Reparatur von Baumaschinen und -geräten. Die Marke sei zudem modernisiert und »aufgeräumt worden«, Logo und Farbe wurden dezent, aber effektiv modernisiert. 

Das innovativste Familienunternehmen der Branche zu sein, als Partner für Bau und Handwerk, das ist das Ziel, die Vision, auf die hingearbeitet wird, »und das nehmen wir alle sehr ernst.« Viele Grundlagen für die Weiterentwicklung seien in letzter Zeit geschaffen worden, etwa bei der IT-Struktur; bald soll es einen Online-Vertrieb geben. Die Digitalisierung habe global Trends gesetzt, die Kunden hätten neue Ansprüche, die man erfüllen müsse. »Unsere digitale 24/7 Gesellschaft fordert neben permanenter Verfügbarkeit auch maximale Informationstransparenz in den Geschäftsprozessen. Diese wurde und wird durch gewissenhafte Arbeit, unter anderem an Strukturen, und Daten geschaffen.«

Erfreut sind Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter darüber, dass die Umsatzsteigerung stärker war als im Markt. Viele Maßnahmen seien dazu verfolgt worden - mit Erfolg. Entscheidenden Anteil hätten die Mitarbeiter: Viele Stammbeschäftigte habe man, aber auch etliche neue Köpfe. »Wir können junge Leute begeistern«, das sei wichtig, man finde Auszubildende: »Wir haben tollen Nachwuchs, der Spaß hat am Thema Baumaschinen.« 

Das Unternehmen soll sich gesund entwickeln, bei einer guten Ertragslage. Damit das klappt, muss es laufen wie ein Getriebe, in dem viele Zahnräder störungsfrei ineinander greifen. Es sei nicht immer reibungslos gewesen, Prozesse zu verändern sei nicht einfach. Aber man habe sich auf dem sich radikal verändernden Markt angepasst. So sei beispielsweise Projektarbeit zu einem neuen Thema geworden. »Es ist schön zu sehen, wie die Mitarbeiter dabei mitmachen, beginnend schon bei den Auszubildenden.« 

Wichtig ist auch, auf Zukunftsfähigkeit zu setzen und alle mitzunehmen. Veränderungsprozesse brauchten Zeit - umso besser sei es, wenn schließlich alle mitziehen würden, gemeinsam in eine Richtung, weil jeder für sich die Vision verstehe und definiere.

Neben dem Erfolg vor Ort ist das soziale Engagement des Unternehmens in Ghana erfreulich. Vor drei Jahren hat Kurt König entschieden, anstelle von klassischen Kunden-Weihnachtspräsenten Geld für den Bau einer Berufsschule in dem westafrikanischen Land zur Verfügung zu stellen. Die ersten ausgebildeten Schneiderinnen und Schneider sowie Schreiner haben bald ausgelernt, sie schaffen damit die Grundlage, mit einer handwerklichen Berufstätigkeit ihre Familie ernähren zu können. 20 Plätze stehen zur Verfügung, der Bedarf sei sehr groß, berichtet Kurt König, und so soll das Projekt fortgeführt werden.

Der Blick des Unternehmens geht in die Zukunft: In elf Jahren gibt es den 100. Geburtstag zu feiern. Bereits jetzt ist der Baushop umgebaut worden. In Göttingen ist ein Standort geplant, und mit innovativen Ideen sollen Kundenwünsche rund um die Uhr erfüllt werden können. Auch das, so das Führungstrio, setze Maßstäbe in der Branche. Wenn sich der Markt extrem verändere, müsse man neue Techniken und Serviceangebote vorhalten und beherrschen. Das sei für einen Premiumanbieter wie Kurt König selbstverständlich.ek