»Crème frech« spielt »Mausefalle«

Christie-Thriller, modernisiert von Rolf-D. Bartels | Sonnabend und Sonntag

Seit 65 Jahren läuft der Krimi »Die Mausefalle« in London im Theater. Nun spielt die junge Gruppe »Crème frech« eine modernisierte Version in Einbeck.

Einbeck. Da gibt es ein Theaterstück, das so außergewöhnlich ist, dass es seit unglaublichen 65 Jahren jeden Tag in London aufgeführt wird. Allerdings möchte Regisseur Rolf-D. Bartels es heutzutage nicht unbedingt in der Originalfassung vorstellen, da Figuren und Dialoge deutlich veraltet klingen.

Also hat er es bearbeitet für Einbeck und für »Crème frech«, die Theatergruppe, die jetzt seit 2006 existiert und in der »Tangobrücke« zu Hause ist. Aufführungen sind am kommenden Sonnabend und Sonntag, 9.,/10. Dezember, jeweils ab 19.30 Uhr. Was tut man, wenn man erbt? Man überlegt genau, ob man das Erbe annimmt. Es muss sich schließlich »lohnen«. Wenn man sich entschieden hat, dann kann es passieren, dass man plötzlich vor einem etwas heruntergekommenen Hotel am Ende eines Tals steht, mit veralteten Strom- und Wasserleitungen, ohne Netz und W-Lan.

Dafür liegt es ruhig, sehr ruhig. Und bald schon melden sich Menschen an, die dort übernachten wollen. Leider gibt es ein ungewöhnliches Problem. Es hat seit Tagen sintflutartig geregnet, die Flüsse sind über die Ufer getreten, manche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Und auch das Monkswell Manor Hotel ist fast untergegangen.

Die Gäste erreichen es nur mit Müh’ und Not, müssen aber feststellen, dass sie auf keinen Fall wieder weg können. Das ist ja eigentlich nicht so schlimm. Nur sind wirklich merkwürdige Personen zusammengetroffen: Alexa, eine temperamentvolle, dynamische IT-Spezialistin, Mrs. Boyle, die vom Geld ihres verstorbenen Mannes lebt und auf Qualität pocht, Ms. Paravicini, undurchschaubar, leise schleichend, überall überraschend auftauchend, Mr. Casewell, ein polternder, überzeugter Nationalist und Fremdenhasser, und Major Metcalf mit militärerfahrenem Kommandoton.

Alle sind gut informiert über einen Mord, der sich ganz in der Nähe ereignet hat. Dennoch: Als sich die Polizei anmeldet, sind sie etwas beunruhigt und fragen sich, was denn das wohl zu bedeuten habe. Vor allem die jungen Besitzer des Hotels, Molly und Ryan Davis, werden nervös. Sie sind in ihrem Job ganz frisch und sorgen sich, ob sich ihre Gäste unter solchen unangenehmen Bedingungen wohlfühlen könnten.

Dabei ist Ryan allerdings derjenige, der die »Mitesser« am liebsten gleich wieder loswürde, weil ihm der neue Job nicht liegt. Sergeant Trotter von New Scotland Yard erreicht Monkswell Manor gerade noch, bevor es vom Hochwasser völlig eingeschlossen ist. Er ist gekommen, um den Mord aufzuklären. Dabei ist er überzeugt, dass das Geheimnis für die Tat im Hotel zu finden sei, doch den Gästen weigern sich, das zu glauben.

Doch dann geschieht etwas, womit niemand rechnete. Mehr noch: Alle hatten wohl insgeheim gehofft, dass es niemals passieren könnte, nicht hier in Monkswell Manor, und schon gar nicht jetzt. Und Überraschungen sind nicht immer erfreulich, oh nein … .

Wie immer freuen sich die Mitwirkenden von »Crème frech« auf zahlreiche aufgeschlossene Zuschauer, die sich für eine spannende und humorvolle Geschichte interessieren, in der auch dramatische Entwicklungen nicht zu kurz kommen. Wegen der begrenzten Platzzahl sind Reservierungen unbedingt erforderlich unter Telefon 05561/793958-0. Der Sonnabend ist bereits ausverkauft.oh

Die Perspektive der Flüchtenden