Schulausschuss

Mit der Schulentwicklungsplanung soll jetzt schnell begonnen werden

Dazu wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet / Besichtigung der KII-Maßnahmen an den Grundschulgebäude in Vogelbeck und Wenzen / Ganztagsschule in Drüber planen

Die Veränderungen durch Schulschließungen beziehungsweise -zusammenlegungen hat sich der Schulausschuss bei seiner jüngsten Sitzung angeschaut. Sowohl in der Grundschule Salzderhelden-Vogelbeck in Vogelbeck als auch in der Grundschule Auf dem Berge in Wenzen sind während der Sommerferien erhebliche Investitionen, überwiegend aus dem Konjunkturpaket II, durchgeführt worden. Der Ausschuss hat sich dafür ausgesprochen, umgehend mit der Erarbeitung eines Schulentwicklungskonzeptes zu beginnen. In der Leinetal-Grundschule in Drüber hat eine Befragung zur offenen Ganztagsschule Bedarf der Eltern ergeben. Dazu soll weiter geplant werden.

Einbeck. Aus dem Konjunkturpaket II stehen für Einbeck in diesem Jahr rund 520.000 Euro zur Verfügung. Mindestens 65 Prozent davon sollen in Schulen und Kindertagesstätten investiert werden. Eine Investitionssumme von rund 79.000 Euro wurde für das Grundschulgebäude in Vogelbeck beschlossen. Dafür sind die vordringlichsten Brandschutzmaßnahmen, abgehängte Unterdecken in den Klassenräumen, die Beleuchtung in den Klassen, eine Datenvernetzung, der Umbau des Lehrerzimmers mit Einbau einer Schallschutzdecke, der Umbau von Schulleitung und Sekretariat, die Erneuerung der Flurfenster im Klassentrakt und im Treppenhaus sowie Malerarbeiten durchgeführt worden beziehungsweise noch geplant.

Was noch fehlt, ist die Fluchtwegbeschilderung, und auch die Fenster sind noch nicht erneuert. Ebenso ist noch eine Pausengong- beziehungsweise Durchsageanlage erforderlich, und zu beheben sind noch die Feuchtigkeitsschäden im Eingangsbereich. Außerdem sollen noch einige Geräte vom Schulhof in Salzderhelden nach Vogelbeck gebracht werden. Eingespielt, so Schulleiter Carsten Nödel, habe sich inzwischen der Schülertransport. Der Sportunterricht findet derzeit bei schlechtem Wetter in Salzderhelden in der Turnhalle statt, bei guter Witterung in Vogelbeck. In den Herbstferien soll die Vogelbecker Turnhalle erweitert werden, danach kann der Schulsport komplett dorthin verlegt werden.

In »Grundschule Auf dem Berge« ist die Schule in Wenzen umbenannt worden. Hier werden jetzt unter anderem auch Kinder beschult, die früher nach Naensen gegangen sind. Ein Problem, mit dem die Schule über Jahre gekämpft hat, war ein vom Schimmel befallener Kellerraum, der nun aufwändig saniert wurde. Als Klassenraum kann er nicht genutzt werden, wohl aber stundenweise als Werkraum.

Dazu wurden eine bessere Belüftung  und ein zweiter Rettungsweg über den Kellerschacht eingebaut. Die neue erste Klasse ist mit 14 Schülern sehr klein, sie hat die ehemalige Bücherei als Klassenraum bezogen; Schallschutzmaßnahmen sind hier noch notwendig. Die Bücherei wurde ans Ende des langen Flures verlegt, dort wurde eine Fläche abgeteilt und entsprechend eingerichtet. Die Sommerferien seien für Umbau und Renovierung effektiv genutzt worden, beispielsweise für die Fußbodensanierung im Flur, führte Schulleiterin Sigrid Sievers aus. Für Kellersanierung, die Fußbodensanierung im Flurbereich, die Fenster-/Türerneuerung im Flur und die Beleuchtung eines Klassenraums sind insgesamt 60.000 Euro vorgesehen.

An weiteren Investitionen sind geplant beziehungsweise umgesetzt: 7.500 Euro für die vordringlichsten Brandschutzmaßnahmen im Grundschulgebäude in Dassensen, 33.900 Euro für Erneuerung der Fenster im Erd- und Kellergeschoss der Grundschule Holtensen, 67.500 Euro für den Austausch der Heizungsanlage durch Gas-Brennwertkessel einschließlich Warmwasserbereitung in der Grundschule am Teichenweg sowie 63.700 Euro für die Neugestaltung des Dusch- und Umkleidebereichs der Turnhalle der Pestalozzi-Schule. 18.000 Euro stehen noch in der Reserve.

Es sei ein holpriger Weg gewesen, aber man habe sich überzeugen können, dass etwas getan wurde, kommentierte Ulrich Vollmer, CDU, die Besichtigungen. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass das nur mit Mitteln des Konjunkturpakets II möglich gewesen sei. Es sei gut, dass so eine große Summe in die Schulen investiert worden sei, betonte Christian Grascha, FDP. Weitere Maßnahmen müssten nun mit einer Prioritätenliste abgearbeitet werden, »in diesem Tempo wird es nicht weitergehen«, warnte er.

In den ungenutzten Gebäuden in Naensen und Salzderhelden sei Mobiliar, das an andere Schulen abgegeben werden könnte, so der Fachbereichsleiter Albert Deike. Für Wenzen gab es die Anfrage der Eltern, den Schulbeginn von jetzt 8.10 Uhr vorzuvorlegen; wegen der Buszeiten sei das derzeit nicht möglich, man werde sich aber beim Landkreis weiter dafür einsetzen.

Eine Befragung zum Thema offene Ganztagsschule hat an der Leinetal-Grundschule in Drüber stattgefunden. Es gebe hier derzeit 147 Kinder, 35 Eltern hätten Bedarf zwischen einem und vier Tagen angemeldet. Die bereits angebotene Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule zwischen 12 und 13 Uhr habe großen Zulauf, das zeige, dass Betreuung gewünscht sei. Gesamtkonferenz und Schulvorstand hätten sich gemeinsam dafür ausgesprochen, einen Antrag auf Einrichtung einer offenen Ganztagsschule zu stellen. Gerade die räumliche Situation in Drüber biete da viele Möglichkeiten, hob Gabriele Graf hervor. Auf politischer Ebene sollte es bei der Genehmigung keine Probleme geben, vermutete Bürgermeister Ulrich Minkner.

Guten Zuspruch findet auch das Ganztagssystem der Geschwister-Scholl-Schule. Aus dem Grundschulbereich habe es viele neue Anmeldungen gegeben, so dass kurzfristig eine dritte Gruppe eingerichtet werden konnte, berichtete Schulleiter Gerhard Steffen. Derzeit keine räumlichen Möglichkeiten für ein Ganztagsangebot sieht dagegen Christine Schwab-Bentmann von der Pestalozzi-Schule.

Berichtet wurde weiter, dass die Stadt Northeim Ende Juni die Vereinbarung zwischen Northeim und Einbeck über die Aufnahme von Schülern aus Hollenstedt und Stöckheim in die Grundschule Drüber zum 31. Dezember 2014 gekündigt hat. Ab 2011/2012 werden damit keine neuen Grundschüler aus Hollenstedt und Vogelbeck mehr in der Leinetal-Grundschule aufgenommen. Die jetzige Beschulung läuft bis zum Ende des Schuljahrs 2013/14 jahrgangsweise aus.

Auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich der Ausschuss noch einmal mit der Erarbeitung eines Schulentwicklungskonzepts beschäftigt. Damit sollte, so Margrit Cludius-Brandt, SPD, sofort begonnen werden - auf die bevorstehende Entscheidung zur Gesamtschule sollte man nicht warten. Einen Ergänzungsantrag stellte Arne Radtke-Delacor als Elternvertreter vor: Danach soll unverzüglich eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden mit dem Ziel, ein Zukunftskonzept der gesamten Einbecker Schullandschaft zu entwickeln.

Der Arbeitsgruppe sollen sowohl Eltern und Lehrer als auch Verwaltung und Politik angehören. Die Arbeitsgruppe soll gegenüber dem Schulausschuss zur regelmäßigen Berichterstattung verpflichtet sein. Umgekehrt soll der Schulausschuss gehalten werden, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe in seine Beratungen mit einfließen zu lassen. Eine solche Arbeitsgruppe wäre ein guter Ansatz, an die konkrete Arbeit heranzugehen, sagte Bürgermeister Minkner. Der Ausschuss war einstimmig der Meinung, wie vorgeschlagen die Schulentwicklungsplanung schnell auf den Weg zu bringen, »damit keine wertvolle Zeit verloren geht«, wie es im Eltern-Antrag heißt.ek

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