Mit Geschichte begeistern

Marco Heckhoff ist neuer Leiter des Einbecker Stadtmuseums

Auf das intensive Eintauchen in die Geschichte von Einbeck freut sich Marco Heckhoff, der neue Leiter des Stadtmuseums.

Geschichte mit all ihren Facetten fasziniert ihn, den neuen Leiter des Einbecker Stadt­museums, Marco Heckhoff. Er tritt die Nachfolge von Dr. Elke Heege an, die nach 28 Jahren Tätigkeit in Einbeck in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Einbeck. In Essen geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, studierte er an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte und Germanistik. Nach seinem »Master of Arts« schloss sich eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an. Seine Abschlussarbeit in Umweltgeschichte mit dem Titel »Vom Acker zum Ofen« thematisierte die Hausmüllentsorgung von den 1880er Jahren bis 1914.

Es folgte eine Anstellung im Haniel-Museum. In Duisburg-Ruhrort erzählt es vom Aufstieg einer Familie zum internationalen Unternehmen – ist aber auch Stadtmuseum. 2016 wurde er Museumsleiter, 2019 kam noch das Archiv hinzu.

Technik-, Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte

Seine Spezialgebiete sind Technik-, Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte, schon früh interessierte ihn die Historie. In der Kindheit hinterfragte er zahlreiche Dinge. Sein erstes gelesenes Buch war »Gründer und Erben« von Thomas Rother, das von Industriellen-Familien im Ruhrgebiet handelt. In der Grundschule verschlang er es erstmalig, danach mehrere Male. Mit seinen Großeltern führte er viele Gespräche über die Vergangenheit. Mit Beginn seines Geschichtsstudiums erzählten sie noch mehr über ihre Kriegserlebnisse. Fasziniert war er, wie jede Person die damalige Situation anders wahrnahm und sich an verschiedene und spezielle Begebenheiten erinnerte.

Archivdigitalisierung und Sonderexpositionen

Als Ausgleich zum Beruf engagiert er sich in einem Theaterverein und gründete mit jungen Jahren einen Fußballclub. Ehrenamtlich bringt er sich auch im Eisenbahnmuseum in Bochum ein. Sonderfahrten mit den Zügen moderierte er, und ließ dabei die Gäste an seinem Wissen teilhaben. Für ihn seien Theater und Sport Passion, sein berufliches Steckenpferd die Geschichte, so Heckhoff.

Nachdem er im Haniel-Museum das Archiv digitalisiert und die Ausstellung auf eine gute Basis gestellt hat sowie Sonderexpositionen konzipiert hatte, wollte er neue Herausforderungen angehen und bewarb sich in Einbeck. In der Jugend verbrachte er mit seinen Eltern viel Zeit im Emsland und genoss das Leben außerhalb der Großstadt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin wird er am Rand des Sollings wohnen.

Hohe Lebensqualität in dieser Region

Bewusst haben sie sich mit ihren Tieren für den ländlichen Raum entschieden, die Anonymität der Großstadt mag er nicht. Er genießt die hohe Lebensqualität in der Region, aber auch, wenn man sich mag und begegnet sowie miteinander ins Gespräch kommt und Kontakte aufbaut.

Kulturelle Szene ist ihm wichtig

In Einbeck fühlt er sich wohl, statt Anonymität und Kälte wie in Großstädten trifft er auf Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Wärme und viel Potenzial. Bei der Entscheidung für die Region war ihm auch die kulturelle Szene wichtig, die er genießen und sich in die er sich einbringen will. Vor Ort habe man ein großes Pfund, mit dem man wuchern könne. Ob Kunst, Theater, Literatur und Musik, es sei alles in verschiedener Ausprägung da.

Zurzeit Einarbeitung

Momentan erfolgt die Einarbeitung durch Dr. Elke Heege und zudem das Kennenlernen von Menschen. Gespräche will er mit vielen Personen führen, Kontakte aufbauen, Kooperationen pflegen und ausbauen sowie den Bestand sichten und sich noch tiefer in Einbecks Geschichte einarbeiten. Dr. Heege habe ein großes Vermächtnis hinterlassen, darauf will er aufbauen. Sich so ein umfassendes Wissen wie sie anzueignen, das brauche Jahre, darauf freut er sich.

Eigene Kreativität und Expertise einbringen

Mittelfristig will er seine eigene Kreativität und seine Expertise einbringen, Bewährtes weiterführen und Neues gestalten sowie die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Gruppen, Vereinen und Institutionen angehen. Gemeinsame Projekte möchte er pflegen und ausweiten. Die Mobilität wurde zum Beispiel durch Fahrräder geprägt – zu sehen im RadHaus – und dann von Motorrädern, Autos und Last­wagen, die der PS.SPEICHER in großem Umfang hat.

Spannend: Entstehungsprozess Wissensquartier

Möglich seien ebenfalls Expositionen zu Unternehmensgeschichten oder zu besonderen Themen und Schwerpunkten. Spannend gestalte sich der Entstehungsprozess des Wissensquartiers. Gemäß der Frage »Was interessiert Touristen und Einheimische?« soll die Wichtigkeit des kulturellen Ortes des Mu­seums hervorgehoben werden. Er plant, An­gebote zu konzipieren, um Menschen jeden Alters für das Museum zu begeistern. An Vorhandenes wolle er anknüpfen und es mit seiner Handschrift versehen, so Heckhoff.

»Einbeck hat viel Potenzial«

Herausforderungen – vor allem in der Corona-Zeit – stellen Veranstaltungen und digitale Angebote sowie das Erstellen von neuen Kon­zepten dar. Zahlreiche Themenbereiche mit vielfältigen Verzweigungen gebe es, »Einbeck hat viel Potenzial«, so der neue Museumsleiter. Marco Heckhoff freut sich auf eine spannende, interessante und schöne Zeit in Einbeck sowie auf viele Besucher im Museum.mru

FörderFreunde blicken zuversichtlich in Zukunft

Ein Fest für alle!

Bodypainting und Malflashmob