Ausschuss für Kernstadtfragen

Mit Kunst Einbecks Innenstadt verschönern

Graue Kästen werden zu Hinguckern mit historischen Bezügen | Geschwindigkeitsmessungen

Einbeck. Mit »Kunst in Kästen« und »Kunst im Park« sowie Geschwindigkeitsmessungen befasste sich der Ausschuss für Kernstadtfragen hauptsächlich in seiner jüngsten Sitzung. Nach einer Initiative von Hullersens Ortsbürgermeisterin Eunice Schenitzki überlegten die Ausschussmitglieder schon im Frühling 2016, wie man oft unansehnliche Verteilerkästen in einen Blickfang ändern könnte, erinnerte Vorsitzender Rolf Hojnatzki. Nachdem in Hullersen schon einige Umwandlungen durchgeführt wurden, nahm man in Einbeck die Idee von Goslar auf, historische Bildmotive mit Bezug zu dem jeweiligen Standort zu verwenden. Durchgeführt wird dies von der Bürgerinitiative »Sch(l)aufenster«, die auch unansehnliche Schaufenster wieder mit Leben füllt.

Rund 30 Kästen bieten neue, schöne An­blicke, an denen sich viele erfreuen, teilte BI-Vorsitzender Hans-Jürgen Kettler mit. Zahlreiche positive Reaktionen von Bürgern und Touristen gab es – auch von den Delegationen der Partnerstädte. Zum Eulenfest wurden unter großer Resonanz Verteilerkästen mit Motiven aus Thiais, Keene, Artern und Wieselburg eingeweiht. Verschönert wurde ebenfalls der aus Patschkau sowie einer in Hullersen und mehr als 20 in der Kernstadt. Weitere sollen folgen – auch in den Ortschaften. Zahlreiche Städte nahmen die Idee auf und setzen sie wie Bad Gandersheim oder Patschkau um, dort gibt es einen Kasten mit historischem Einbecker Motiv. Zudem kündigte Kettler an, dass man die Brandlücke in der Altendorfer Straße bis zum Eulenfest wieder mit Containern samt Präsentationen füllen möchte.

Er dankte allen Paten, Unterstützern und Sponsoren, die sich für die BI und Einbeck einsetzten. Wer pfiffige Ideen zur Verschönerung habe, können sich gern an die Bürgerinitiative wenden, rief er auf. Gesucht werden auch noch historische Motive für Verteilerkästen. Wenden kann man sich an Hans-Jürgen Kettler, Telefon 0171/7746837.

Rolf Hojnatzki, SPD, und Joachim Dörge, CDU, dankten für den großen ehrenamtlichen Einsatz zur Verschönerung von Einbeck. Aus tristen grauen Kästen wurden richtige »Hin­gucker«.

Von der FDP-Fraktion wurde im Kernstadtausschuss angeregt, für eine mögliche Skulptur im Stukenbrok-Park den Wettbewerb »Kunst im Park« durchzuführen, teilte Dr. Elke Heege mit. Sieben Schulen aus dem Einbecker und Dassel Stadtgebiet schrieb man dazu an. Es beteiligten sich die Goetheschule und die IGS mit 16 Klassen und 65 Schülern. Abgabeschluss war Ende Januar. Die Beiträge wurden im Mai von einer fachkundigen Jury begutachtet. Zu ihr gehörten die Ratsmitglieder Albert Eggers, Dietmar Bartels, René Kopka und Marion Villmar-Doebeling sowie Dr. Imke Weichert, Dr. Elke Heege und Patricia Keil.

Nach intensiver Beratung wählte die Jury drei Preisträger aus. Siegreich war der Entwurf »Stukenbrok-Fahrräder« von Henry Schwerdtfeger, Klasse 9a der Goetheschule, der zweite Preis ging an Leonie Ilsemann und Franziska Schlüter, Klasse 10d der Goetheschule für ihre »Vielfalt« sowie der dritte an Tobias und Nicolaus aus der IGS, Klasse 6a, für ihre Konzeption »Einbeck auf den zweiten Blick«. Einen Anerkennungspreis erhielt Carolin Sophie Bludau aus der 6d der IGS für ihren »Ball-Ricco«-Entwurf.

Alle eingereichten Arbeiten werden bis zum 1. September im Stadtmuseum ausgestellt. Die drei prämierten Entwürfe bewertet die Jury als originell und gelungen, und sie plädiert nach Möglichkeit für die Umsetzung im Stukenbrok- Park, sagte Dr. Heege.

Sie dankte Dietmar Bartels, Grüne, und Klaus-Reiner Schütte, SPD, die versuchen wollen, die Skulptur zu bauen. In Absprache mit dem Gewinner soll dies geschehen. Henry Schwerdtfeger regte interaktive oder bewegliche Elemente an, und er war auf das weitere Vorgehen gespannt.

Dr. Marion Villmar-Doebeling freute sich, dass der FDP-Antrag so gut angenommen wurde. Zahlreiche schöne, besondere und vielfältige Entwürfe gab es. Die Jury hatte es bei der Prämierung nicht leicht. Ihr und Albert Eggers, CDU, imponierten, wie intensiv sich die Schüler mit ihrer Heimatstadt auseinandersetzen. Weiteres Interesse will man wecken.

Schade fand Dörge es, wenn das Projekt jetzt ende. Man solle nach weiteren Stellen suchen, um auch die zweit- und drittplatzierten Entwürfe umzusetzen. Hojnatzki schlug vor, Plakate der prämierten Kunstwerke an der Stadtbibliothek anzubringen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Zudem regte Gewinner Henry Schwerdtfeger an, Ball-Ricco wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. Sein ehemaliger Kiosk könnte zu einem »Sch(l)aufenster« werden.

Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, die Machbarkeit der Entwürfe zu prüfen und ein Kostenkonzept für die Umsetzung zu entwickeln. Aus Spenden will man die Realisierung finanzieren.

Mit Geschwindigkeitsmessungen in den Tempo-30-Zonen der Kernstadt befasste sich der Ausschuss ebenfalls. Diskussionsgrundlage waren Messdaten von der Polizei vom 19. Juni 2018 bis 26. Februar 2019. René Kopka, SPD, sowie Dörge und Eggers wünschten sich genauere Messzeiten, und sie regten weitere Messungen an, vor allem an neuralgischen Punkten wie Schulen, Kindergärten oder Altenheimen. Eventuell könnte man zudem Piktogramme zur Weckung der Aufmerksamkeit aufmalen.

Um die Daten besser deuten zu können, schlug Schütte die Installation von Anzeigetafeln mit Speicherfunktion vor. Mit ihnen könne man feststellen, wo viel gerast werde und Handlungsbedarf bestehe. Geschwindigkeitsmessungen an stark befahrenen Straßen wie Negenborner Weg, Mühlenbergstraße und Weidenfeld wünschte sich Hojnatzki. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu prüfen, wo man weitere Tempo-30-Zonen einrichten kann und ob verstärkte Messungen möglich seien.mru

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