Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales

Mountainbiken und Downhillfahren absichern

Für SPD-Antrag: Geeignete Strecken im Stadtwald ausweisen und ausbauen | Breite Basis beteiligen

Jugendpfleger Henrik Probst (mittlere Reihe, Zweiter von links) zeigte dem Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales, der unter der Leitung von René Kopka (obere Reihe, Zweiter von rechts) per Videokonferenz tagte, einen kurzen Film über Mountainbike- und Downhillfahren, aufgenommen von Jugendlichen im Einbecker Stadtwald.

Eine Downhill- und Mountainbike-Strecke wäre ein attraktives Angebot für junge Sportler in Einbeck, aber nicht nur für sie. Auf Antrag der SPD-Ratsfraktion hat sich der Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales jetzt mit der Schaffung und Ausweisung von solchen sogenannten Trails beschäftigt. Das Anliegen soll, so das einstimmige Votum, möglichst schnell umgesetzt werden.

Einbeck. Die SPD-Fraktion hat zur Ergänzung des bestehenden Angebots für den Fahrradsportbereich und zur Standortaufwertung die Schaffung von Mountainbike- und Downhillstrecken im Stadtgebiet beantragt. Dabei sollen auch Kooperationspartner ins Boot geholt werden, und einzubinden sind neben den Jagdpächtern auch Aktive aus der Downhill-Szene und Mountainbiker vor Ort.

Die Sportarten, so die Überlegung der SPD, stoßen auf immer größeres Interesse. Offiziell ausgewiesenen Strecken gibt es hier nicht, man muss dafür mindestens in den Solling oder in den Harz fahren. Die Schaffung solcher Strecken könnte den Bedarf decken und einem gesicherten Freizeitverhalten Rechnung tragen, hat die SPD in ihrem Antrag geschrieben. Es gebe zwar schon einige Touren im Stadtwald und am Kirschenberg, es seien allerdings auch Verbotsschilder aufgestellt. Es wäre besser, nach konstruktiven Lösungen zu suchen, die eine Legalisierung beziehungsweise Kanalisierung der bestehenden Trails und den Ausbau von neuen offiziellen Fahrradstrecken umfassen. Die Nutzer sollen damit aus der Illegalität beziehungsweise der rechtlichen Unsicherheit geholt werden. Auch Konflikte mit Fußgängern könnte man damit entschärfen.

Der Ausschussvorsitzende René Kopka, SPD, betonte, wie wichtig eine sichere Lösung für die Sportler sei. Daneben sei auch eine vernünftige Vermarktung anzustreben, mit der man deutlich mache, dass die Aktiven nicht in die nahen Mittelgebirge fahren müssten. Es wäre gut, wenn Einbeck diese Trendsportart unterstützen könne und die Verwaltung möglichst zeitnah dazu Gespräche führe, auch mit Jugendlichen und der Forst. Im Anschluss sollten dann Strecken ausgewiesen werden.

Detaillierte Ausführungen machte Jugendpfleger Hendrik Probst. Der Ist-Zustand sei gekennzeichnet von einer Vielzahl von nicht sicher angelegten Strecken. Sprünge und Hindernisse seien teilweise nicht sicher gebaut, es gebe keine vernetzten Ansprechpartner und keine Absprachen mit Forst und Jagdpächtern. Auch Beschwerden von Spaziergängern gebe es häufig. Ein guter Soll-Zustand wäre bestimmt von der Kanalisierung des Streckennetzes sowie von sicheren Strecken und Sprüngen. Man hätte eine Vernetzung der verschiedenen Nutzergruppen, feste Ansprechpartner für die Downhillstrecke, rechtlich einwandfreie Nutzungsbedingungen und eine geregelte Pflege der Strecken.

Der Weg zur Legalisierung von Trails sehe den Aufbau von Netzwerk und Beteiligungsstrukturen vor. Fachleute müssten einbezogen werden, und Interessen und Vorschriften seien bei der Streckenplanung zu berücksichtigen. Auch die rechtliche Situation sei zu prüfen, eventuell verbunden mit einer Vereinsgründung. Schließlich seien das Einholen von Genehmigungen und das Abschließen von Versicherungen zu beachten. Bei der baulichen Umsetzung schlug er die Herstellung eines Trails mit verschiedenen Lines und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vor. Ein innenstadtnaher Pumptrack wäre ebenfalls wünschenswert. Die Jugendlichen sollten beim Bau der Strecken beteiligt werden. Die Finanzierung könne über Anträge bei der Sozial- und Sportstiftung des Landkreises und der Niedersächsischen Lottostiftung, über Sponsoren und durch Haushaltsmittel erfolgen.

Wie dieser Sport in der Praxis aussieht, zeigte der Jugendpfleger mit einem kurzen Video, das jugendliche Fahrer auf dem sogenannten Spinnen-Trail im Einbecker Stadtwald gedreht haben, einer 1,4 Kilometer langen Enduro-Strecke mit einem Gefälle von insgesamt 161 Metern. Es handele sich um einen faszinierenden Sport an frischer Luft, gerade jetzt in der Corona-Zeit optimal auszuüben, betonte er, und es gebe schon viele Strecken dafür, aber sie seien eben nicht gesichert. Ganz wichtig war es ihm, Fachleute einzubeziehen, etwa Florian Schütte aus Greene. Er werde, kündigte Henrik Probst an, Organisation und Planung übernehmen. Man müsse zusammen etwa dafür tun, mit dieser absolut tollen Sportart aus der rechtlich unsicheren Situation herauszukommen.
Sie wisse, dass viele Jugendliche »ganz verrückt« darauf seien, und sie finde es großartig, wie weit die Verwaltung bei diesem Thema schon gekommen sei, lobte Beatrix Tappe-Rostalski, CDU, die Vorarbeiten.

Der Ausschuss hat die Verwaltung beauftragt, wie vorgeschlagen gemeinsam mit der Stadtjugendpflege und der Stadtforst unter Einbeziehung der Projekt- und Ansprechpartner - Revierförster, Jagdpächter, Untere Naturschutzbehörde, Vereine und Verbände - nach geeigneten Strecken für das Downhillfahren im Stadtgebiet zu suchen und den Vorschlag auf Umsetzung zu prüfen. Haftungsfragen sollten dabei ebenso geklärt werden wie die Möglichkeit der Nutzung auf eigene Gefahr. Die Beschlussempfehlung erfolgte einstimmig bei Enthaltung von Heidrun Niedenführ, GfE.ek

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