Noch offene Ausbildungsplätze

Arbeitslosigkeit steigt leicht an | Arbeitslosenquote in Einbeck bei 5,5 Prozent, landkreisweit bei 5,4 Prozent

Einbeck. Um 27 Personen auf 1.163 Personen ist die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli gestiegen. Das waren 86 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 5,5 Prozent, vor einem Jahr belief sie sich auf 5,8 Prozent.

Arbeitslos waren 628 Männer (plus zwei) und 535 Frauen (plus 25). Arbeitssuchend waren 138 15- bis 25-Jährige (plus 23), 414 50-Jährige und älter (plus drei), 427 Langzeitarbeitslose (plus neun), 53 Schwerbehinderte (plus drei) und 193 Ausländer (plus fünf). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 34 Stellen auf 386 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 99 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Juli 101 neue Arbeitsstellen, 50 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 695 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 173.

136 Arbeitslosmeldungen, 29 weniger als 2018

Um 16 auf 393 Personen gestiegen ist die Zahl derer, die Arbeitslosengeld bezogen. Das waren praktisch genau so viele wie vor einem Jahr (plus eins). Arbeitslosengeld bezogen 207 Männer (gleichbleibend) und 186 Frauen (plus 16). Darunter waren 51 15- bis 25-Jährige (plus elf), 169 50-Jährige und älter (plus vier), 40 Langzeitarbeitslose (minus eins), 22 Schwerbehinderte (plus eins) und 37 Ausländer (plus eins). Dabei meldeten sich 136 Personen arbeitslos, 29 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 110 Personen ihre Arbeitslosigkeit (minus 14).

Ein Plus von elf Menschen auf 770 verzeichnete die Sozialagentur. Das waren 87 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. 421 Männer (plus zwei) und 349 Frauen (plus neun) bezogen Arbeitslosengeld II. Von Hartz-IV-Leistungen lebten 87 15- bis 25-Jährige (plus zwölf), 245 50-Jährige und älter (plus vier), 387 Langzeitarbeitslose (plus zehn), 31 Schwerbehinderte (plus zwei) und 156 Ausländer (plus vier).

Lehrstellenmarkt noch in Bewegung

Mit dem üblichen saisonalen Anstieg der Arbeitslosenzahl geht der Juli im Bezirk der Agentur für Arbeit Göttingen zu Ende. Gegenüber dem Monat Juni waren 440 Menschen mehr auf Arbeitsuche (plus 3,5 Prozent), die Zahl stieg auf insgesamt 12.968 Arbeitslose. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl der Arbeitslosen um 853 (6,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,3 Prozent und liegt damit 0,4 Prozentpunkte unter dem Juli-Ergebnis 2018.
Im Juni und Juli endet der große Teil der schulischen und außerbetrieblichen Ausbildungen. Die Absolventen, die nicht nahtlos in ein Arbeitsverhältnis wechseln, melden sich dann bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern arbeitslos. Entsprechend stieg die Zahl junger Arbeitsloser unter 25 Jahren im Juli um 235 oder 18,3 Prozent auf insgesamt 1.521. Zum anderen endeten mit Beginn der Haupturlaubszeit viele befristete Arbeitsverträge. Neueinstellungen werden vielfach erst nach den Ferien realisiert.

Trotz eines leichten Rückgangs der gemeldeten Arbeitsstellen bewegt sich die Nachfrage nach Personal weiterhin auf hohem Niveau. Im Juli gaben Wirtschaft und Verwaltung 1.314 neue Stellenanzeigen bei der Agentur für Arbeit auf, 14 weniger als im Juni und 115 weniger als vor Jahresfrist. Der Bestand offener Stellen ist im Vergleich zum Vormonat weiter gestiegen: Im Juli waren 4.674 Personalgesuche bei der Arbeitsagentur gemeldet. Das Angebot lag damit 107 Stellen über dem Juni- und 72 Offerten über dem Juli-Wert 2018.

Wenn heute die ersten Auszubildenden des Jahrgangs 2019 in ihre Betriebe einziehen, ist auf dem Lehrstellenmarkt noch vieles in Bewegung. Im Juli waren in Südniedersachsen noch 1.039 Ausbildungsstellen nicht abschließend besetzt, 527 Ausbildungsplatzbewerber hofften weiterhin auf die Zusage eines Betriebes. Im Landkreis Northeim waren aktuell 684 Ausbildungsplatzbewerber gemeldet, 194 blieben unversorgt. 973 Ausbildungsplätze standen zur Verfügung, 284 sind unbesetzt.

Insgesamt sind noch in zahlreichen Berufen Ausbildungsangebote offen. Besonders gut sind die Chancen für Ausbildungsinteressierte in den Hotel- und Gastronomieberufen, im Einzelhandel und für angehende Medizinische wie Zahnmedizinische Fachangestellte. Aber auch im Handwerk gibt es noch viele offene Ausbildungsstellen: für Fachverkäufer im Lebens­mittelhandwerk – Bäckerei sowie Fleischerei –, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik, Maler- und Lackierer sowie Elektroniker. Allerdings hoffen auch andere Handwerksberufe noch auf Nachwuchskräfte.

Ausbildungsplatzbewerber ohne konkrete Perspektive sollten sich bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur melden. Das geht am besten über die offene Feriensprechstunde in Göttingen, die am 6. August von 9 bis 12 Uhr im Berufsinformationszentrum der Göttinger Arbeitsagentur stattfindet.

2020 stärkerer Wettbewerb um Nachwuchskräfte

Mit Blick auf das nächste Jahr prophezeit Agenturchef Klaus-Dieter Gläser einen noch stärkeren Wettbewerb um Nachwuchskräfte. Denn 2020 werden in Niedersachsen aufgrund der Umstellung von der acht- auf die neunjährige Gymnasialzeit keine Bewerber mit Hochschulreife die Gymnasien verlassen.

Sowohl im Landkreis Göttingen als auch im Landkreis Northeim stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni an. In beiden Landkreisen sank allerdings die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Landkreis Northeim waren im Juli 3.868 Menschen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet, 123 (3,5 Prozent) mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl der Jobsuchenden allerdings um 215 (5,6 Prozent). Die aktuelle Arbeitslosenquote im Landkreis Northeim liegt bei 5,2 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Im Landkreis Göttingen sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Juli 2018 um 0,4 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent.sts