Orientierung ohne »Navi«

Mehr als 50 Fahrzeuge beim vierten Motorradgottesdienst

Gestiegene Nachfrage: In diesem Jahr waren noch mehr Maschinen auf dem Marktplatz zu bestaunen als 2018.

Auf dem Marktplatz in Einbeck knatterte es am Sonntagmorgen lautstark: Der vierte Motorradgottesdienst lockte erneut Biker aus der Region in die Marktkirche in der Innenstadt. Die Veranstaltung stand erneut unter dem Motto »Ich mach Station«. Dieses und weitere Themen, die die Motorradfahrer bei ihren Touren umtreibt, erläuterte Orga­nisatorin und Prädikantin Susanne Hornung beim Gottesdienst. Neben den Motorrad­fahrern waren auch zahlreiche Nicht-Biker zugegen.

Einbeck. Nach einem schwungvollen Einstieg durch den Kirchenchor, unter der Leitung von Bettina Scherer, ergriff Hornung das Wort: »Wir sind heute mehr als im vergangenen Jahr.« Man gedenke der Opfer von Gewalt sowie Unfällen und allen, die eine Lücke in deren Mitte hinterlassen hätten. Auch den Menschen, die im Mittelmeer verunglückten, galten die Gebete der Gemeinde.

Gerhard Behrens von der Diakoniestiftung Nächstenliebe in Einbeck sprach den Anwesenden Mut zu: »Wenn wir scheitern, müssen wir fragen: Warum?« Man lasse Gott zu wenig Handlungsspielraum.

Das Thema Orientierung durchleuchtete Hornung mit humorigen und eingängigen Beispielen. »Das Navi – welch eine Errungenschaft«, begann sie. Alles werde angesagt, man müsse kaum selber denken. Wären da nicht solche Ansagen wie: »Route wird neu berechnet« oder »Bitte wenden«. Sie entwickelten gelegentlich ein Eigenleben und schickten die Nutzer bisweilen ins »Nirvana«. »Was haben wir bloß gemacht, als es die Navigationsgeräte noch nicht gab?«, fragte sie provokant. Durch Apps und das Internet verkümmere der Orientierungssinn, die »Kunst« eine Karte zu lesen beherrschten nur noch wenige.

»Motorradfahren ist unsere Leidenschaft – unser Freiraum«, bemerkte Hornung. Mit der Kollekte unterstützt die Gemeinde wie im vergangenen Jahr die jährliche Plankenparty in Sievershausen. 2018 seien 600 Euro zusammengekommen. Das Geld werde unter anderem in den Unterfahrschutz »Euskirchener Modell« investiert, um auf den Straßen für mehr Sicherheit zu sorgen. »Jeder Euro landet direkt in der Straße«, hieß es in einem Brief vom Initiator der Plankenparty Axel Engelke, der bei der Andacht vorgelesen wurde.

Zur Mittagszeit starteten die Fahrer ihre Tour in kleinen Gruppen. Unter anderem führte der Ausflug durch Stadtoldendorf, Holzminden, Boffzen, Silberborn und Dassel, bis man schließlich wieder auf dem Einbecker Marktplatz eintrudelte. Wie immer endete der Motorradgottesdienst mit dem Reisesegen und alle konnten wohlbehalten ihren Heimweg antreten.kw

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