Präventionsarbeit sollte immer wieder nachhaltig sein

SPD-Projektsommer: Arbeit von Fips / Weitere Unterstützer werden gesucht  / Der nächste Termin ist am kommenden Dienstag

Fips heißt der gemeinnützige Verein zur Förderung der Präventionsarbeit in Einbeck. Seine Vorstandsmitglieder berichteten jetzt im Rahmen des SPD-Projektsommers »Interessant in Einbeck« von ihrer vielschichtigen Arbeit.

Einbeck. Durch Drogenkonsum und Gewaltanwendung, oft beides zusammen, geraten Jugendliche in zunehmendem Maße an den Rand der Gesellschaft. Der Weg zurück ist dann sehr schwer. Fips unterstützt seit acht Jahren Projekte der Präventionsarbeit in Einbeck oder trägt sie selbst. 54 Mitglieder zählt der Verein. Weitere Unterstützer wären hilfreich. Offen sei man aber auch für inhaltliche Anregungen, erklärte der Vorsitzende Stefan Jagonak.

Die Idee eines Präventionsvereins entstand bereits 1998 im Zusammenhang mit der Sanierung der Walkemühle. 2002 wurde Fips dann ins Leben gerufen. Ziel ist es, in Zeiten knapper öffentlicher Mittel, Sponsoren für Präventionsprojekte zu finden und diese Projekte dann auch umzusetzen. Fips versteht sich damit als Ergänzung zur Arbeit der Hauptamtlich Tätigen. Man sei, erklärte Jagonak, gut vernetzt, so seien auch Kooperationsprojekte bereits umgesetzt worden. Stärke des Vereins sei die »recht bunte Zusammensetzung«, die verschiedene Perspektiven ermögliche.

Beisitzerin Iris Brill berichtete von dem Projekt »Alkohölle«. Im März 2009 gastierte die Gruppe »theaterspiel« aus Witten in Einbeck, um für drei Einbecker Schulen das Stück aufzuführen. Bei diesem theaterpädagogischen Stück geht es um Alkoholprävention. Mit der eindringlichen Aufführung konnten die Schüler der siebten und achten Klassen dreier weiter führender Schulen Einbecks erreicht werden. An die  Aufführung schloss sich noch eine Diskussionsphase an, in der die Schüler Gelegenheit erhielten, mit den Schauspielern über die Thematik und das Stück ins Gespräch zu kommen. Ein großer Vorteil war dabei, dass einer der Schauspieler selbst alkoholkrank, seit über 20 Jahren allerdings »trocken« ist. Das sorgte dafür, dass das Spiel äußerst authentisch wirkte. Zusätzlich zu den Schulveranstaltungen wurde auch eine öffentliche Aufführung durchgeführt, an der alle Interessierten teilnehmen konnten. Auch vor diesem Publikum verfehlte die beeindruckende Aufführung ihre Wirkung nicht. Mit dem Projekt »Alkohölle« konnte Fips den Grundstein legen für nachhaltige Prävention zu diesem immer aktuellen Thema. »Dauerbrenner« seit Jahren sind die Aktionswochen mit dem Theaterpädagogen Dirk Bayer zum Thema »sexueller Missbrauch« oder zu »Medienkonsum und Mediensucht«. Gerade beim Umgang mit den neuen Medien gebe es großen Bedarf an der Aufklärung der Elterngeneration, so Jagonak. Kurzfristig wurde jetzt für September eine neue Staffel mit Dirk Bayer organisiert - drei Schulen hatten konkret darum gebeten.

In Erinnerung ist auch noch immer das Projekt der »Rettungsinseln«. Wie Beisitzerin Ursula Haid erklärte, habe man aus konkretem Anlass heraus gehandelt. Dass Erwachsene Kindern selbstverständlich Hilfe leisten, wird mit Plakaten deutlich gemacht. Wo das Rettungsinsel-Logo hängt, gibt es Hilfe. Für den Aushang der Plakate habe man allerdings viel Klinken putzen müssen, überwiegend waren die Reaktionen dabei aber positiv. Eine Neuauflage dieses mit dem Jugendpreis ausgezeichneten Projekts ist sicherlich wünschenswert.

Seit 2004 organisiert Fips die Einbecker Präventionstage, stellte der stellvertretende Vorsitzende Thomas Schlachter fest. Dabei wurden mit Fachleuten Themen wie Kiffen, Gewalt als Lebenserfahrung im Alter, Ausbildungsmöglichkeiten für Zuwanderer, Unterrichtsausschluss, Schulverweigerung, Kinderarmut und Kindswohlgefährdung thematisiert. Aus dem jüngsten Präventionstag resultiert ein runder Tisch, der sich des Thema Kindwohlgefährdung verstärkt annimmt. Für die Zukunft plant Fips eine Art Sozialmesse.

Beisitzerin Annette Junge-Schweigl stellte den Baby-Simulator »Stefanie« vor. Mit der chipgesteuerten Puppe haben Jugendliche die Möglichkeit, eine Woche lang das Elternsein zu testen. Das Baby schreit, will gefüttert und liebkost werden - auch nachts. Die meisten Jugendlichen, die diese Testphase durchlaufen, haben sich das Elternsein anders vorgestellt und nehmen vielleicht vorerst Abstand vom Babywunsch in jungen Jahren.

Der Mitgliedsbeitrag von Fips liegt bei 30 Euro im Jahr. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, und Spenden sind damit steuerlich absetzbar. Spenden können eingezahlt werden bei der Volksbank Einbeck, Bankleitzahl 26261492, Kontonummer 4813500, und bei der Sparkasse Einbeck, Bankleitzahl 26251425, Kontonummer 110001260.Zum Abschluss des Projektsommers wird am kommenden Dienstag, 3. August, zu einem Rundgang über die Wallanlagen mit Alexander Kloss eingeladen. Treffpunkt ist um 18 Uhr an der Musikschule. Nach dem Spaziergang wird gegrillt am Diekturm. Mitglieder, Freunde und Sympathisanten der Sozialdemokraten sind dazu willkommen.sts

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