Probleme bei Wohnraumsuche

CDA-Kreisverband zu Besuch bei Diakonischem Werk Einbeck

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Roland Heimann, Marco Spindler und die stellvertretende CDA-Vorsitzende Elisabeth Behrens (von links).

Einbeck. Der CDA-Kreisverband Northeim besuchte kürzlich zusammen mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek das Diakonische Werk in Einbeck. Mit Marco Spindler und Roland Heimann besprach man aktuelle sozialpolitische Themen in Einbeck und Umgebung. Spindler stellte dabei seine Tätigkeit insbesondere bei der Beratung und Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen dar. Neben den finanziellen Notlagen sind das oft Trennungssituationen, Krankheitsphasen, Erziehungsfragen oder Migration.

In Einbeck gestaltet sich nach Angaben Spindlers die Suche nach geeignetem Wohnraum schwierig, da für die im Landkreis geltenden Angemessenheitsgrenzen kaum Wohnungen verfügbar seien.

Wohngeld werde unterstützend für jene gezahlt, die über ein Einkommen verfügen, das oberhalb der Grundsicherungs- beziehungsweise Hartz IV-Bedarfe liege. Das Einkommen darf dabei bestimmte Grenzen, die von der Größe des Haushalts abhängen, nicht überschreiten. Insbesondere die unteren Einkommensgruppen und Sozialleistungsempfänger haben Probleme bei der Wohnraumsuche. Wenn es um die Höhe der definierten Angemessenheitsgrenzen gehe, sei jedoch nicht die Stadt Einbeck verantwortlich, sondern der Landkreis Northeim.

Der CDU-Sozialflügel zeigt sich über das plötzliche Wohnraum-Engagement des Kreis­sozialausschuss-Vorsitzenden überrascht. Die stellvertretende CDA-Vorsitzende Elisabeth Behrens erklärte: »Die SPD trägt seit Jahrzehnten die politische Verantwortung für eine Verbesserung der Situation. Das Jobcenter des Landkreises Northeim und der Fachbereich Soziales erhalten seit Jahren Widersprüche, da die aktuelle Rechtsprechung nicht umgesetzt werde.«
Die CDA empfindet es als unredlich, kurz vor einer Bürgermeister- beziehungsweise Kommunalwahl den Eindruck zu erwecken, die Stadt Einbeck tue nichts für den sozialen Wohnungsbau. Es sei klar, dass Wohnungen schon aufgrund der Heizkosten saniert und das auf Mieten umgelegt werden müsse. Aber das Jobcenter bezuehungsweise der Landkreis als Kostenträger muss das auffangen, wenn man von unteren Einkommensgruppen beziehungsweise ALG II-Empfängern redet.

Ein weiteres Thema war ein geplantes Frauenhaus in der Region. Spindler empfiehlt eine genaue Überprüfung der Voraussetzungen für ein solches Vorhaben. Anonymität sei in dieser sensiblen Lebenssituationen wichtig und elementar für den Schutz vor dem gewaltsamen Partner. In ländlichen Regionen und kleineren Städten sei die Standortfrage schwierig.

Heimann berichtete abschließend von seiner Arbeit in der Flüchtlingsintegration. Zurzeit leben etwa 1.000 Flüchtlinge im Raum Einbeck. Eine große Herausforderung seien die Sprach- und Integrationskurse. Diese müssten zielgruppenbezogener und vereinbar mit der Lebenssituationen sein. Die Diakonie bietet hier viele kostenfreie Angebote. Mit den Sprachkenntnissen sei ein erster wichtiger Schritt bei der Integration in die Gesellschaft und in das Berufsleben getan.

Mit steigendem Lebensalter der Flüchtlinge wachse auch der Aufwand. Man wünsche sich seitens der Diakonie eine ehrliche Analyse der Flüchtlingssituation, mehr Mittel und hauptamtliche Ressourcen. Neben dem Fordern muss man den Geflüchteten auch angemessene Förderangebote unterbreiten. Diese Aufgabe könne nicht ausschließlich von Ehrenamtlichen bewältigt werden. Dies führe zu Überforderungen und sei keine Basis für langfristige Integrationspläne.oh

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