Ausschuss für Umwelt, Energie und Bau

Rathauskeller besser nutzen und sichern

Beim Umbau des Alten Rathauses: Arbeiten an den Säulen des Gewölbes sind erforderlich

Einbeck. Beim Umbau des Alten Rathauses ist geplant, das Erdgeschoss sowie den Rathauskeller als Multifunktionsräume barrierefrei zu erschließen. Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Bau, der erneut als Videokonferenz getagt hat, wurde die aktuelle Planung für den Gewölbekeller jetzt erläutert.

Im Rahmen der Planung wurden Aufmaße erstellt und Untersuchungen unter statischen Gesichtspunkten vorgenommen. Dabei hat sich ergeben, dass an den Fundamenten der zehn Säulen des Kreuzgewölbes gearbeitet werden muss, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Die Gründung der Außenwände des Rathauses liegt mit ihrer Unterkante nur etwa 15 Zenti­meter unter dem heutigen Laufhorizont und damit deutlich höher als die Säulengründung. Das erfordert einen erhöhten Aufwand zur Stabilisierung. Aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Bauvorhaben wurde mit der Stadtarchäologie der Aufwand der archäologischen Begleitung erörtert mit dem Ergebnis, dass die eingeplanten Mittel bei weitem nicht aus­reichen würden; je nach Variante komme es zu entsprechenden Kostensteigerungen. Im Vergleich zu den bislang gültigen Berechnungen von Oktober 2019 wurden nun drei Varianten erarbeitet.

Favorisiert hat der Ausschuss die Version, die eine barrierefreie Erschließung des Gewölbekellers über die neu zu errichtende Aufzugsanlage ermöglicht. Das hat auch die Verwaltung so vorgeschlagen. Dabei sollen zugleich die Mängel an der Gründung der Säulen des Gewölbes behoben werden. Das Höhenniveau des Fußbodens bleibt bei dieser Variante unverändert, vorhandene Fehlstellungen in der Befestigung sollen ergänzt werden.

Die historischen Bruchsteinfundamente sollen gesichert werden, indem entstandene Hohlräume mit Vergussbeton verschlossen werden, und eine Stahlbetoneinfassung als eine Art Korsett soll dafür sorgen, dass sich die Fundamente nicht weiter auseinanderschieben. Aufgrund des allgemeinen Zustands wären die Sicherheitsmaßnahmen mittelfristig erforderlich, um die Bestandssicherung zu gewährleisten. Umfangreiche Arbeiten sind für den Aufzugsschacht an der östlichen Außenwand erforderlich. Der Bodenbelag im Gewölbekeller besteht aus Sandsteinplatten, er wird im Bereich von Fehlstellen ergänzt. Der Unterbau soll, wo es notwendig ist, egalisiert werden, Höhendifferenzen im Plattenbelag werden ausgeglichen. Die Variante ermöglicht eine ein­geschränkte Nutzung des Kellers als Multi­funktionsraum, etwa für Kleinkunst oder Illuminationen. Anstelle einer Fußbodenheizung wird eine Beheizung über Heizkörper vorgeschlagen, anzuschließen an die bestehende Heizungsanlage. Die bisherige Nutzung bei Stadtführungen würde beibehalten beziehungsweise dahingehend erweitert, dass der Tresorraum vom Keller her begehbar wäre.

Für größere Veranstaltungen beziehungsweise eine hohe Personenzahl sind die nutzbaren Fensteröffnungen nicht ausreichend, um eine natürliche Belüftung zu gewährleisten; deshalb wäre die Integration ein Raumluft-Anlage erforderlich. An Mehrkosten für das gesamte Paket wurden 100.000 Euro kalkuliert; bisher sind für die Maßnahme 901.200 Euro veranschlagt.

Eine zweite Variante würde den Einbau einer neuen Bodenplatte einschließlich Fußbodenheizung vorsehen. Dafür wäre ein neuer Fußbodenaufbau notwendig. Einschließlich der Gründung wäre dafür ein Bodenabtrag von fast einem halben Meter unter dem heutigen Niveau erforderlich. Die Mehrkosten würden sich in diesem Fall auf 270.000 Euro belaufen.

Variante 3 baut auf Variante 2 auf, verbunden allerdings mit einem Absenken des Fußbodenniveaus, um mehr lichte Raumhöhe zu gewinnen. Dazu beläuft sich die Kostenschätzung auf 340.000 Euro.

Die Mehrkosten wären zu zwei Dritteln durch die Städtebauförderung abgedeckt. Barriereifreiheit ist durch den Aufzug gewährleistet, der auch das Kellergeschoss mit bedienen wird.

Einstimmig hat der Ausschuss empfohlen, einen Ausbau in Variante 1 vorzunehmen. Zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 Euro sollen für den Haushalt 2022 mit beantragt werden.ek

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