Sanierung Alte Synagoge: Fortschritte beim Anbau

Ehemaliger Schuppen für Haustechnik genutzt | Abhängig von Spenden | Vorstand dankt für Unterstützung

Über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten an der Alten Synagoge in ­Einbeck hat der Förder­verein jetzt informiert. Im Blick stand dabei ins­besondere das Neben­gebäude, in dem dieInfrastruktur für das Hauptgebäude unter­gebracht wird.

Einbeck. Bis Ende des Jahres könnten die Wände des ehemaligen Schuppens wieder stehen, so dass dann mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Allerdings gelte weiter: »Wir verbauen nur das Geld, das wir haben«, machte der Vorsitzende des Fördervereins, Frank Bertram, deutlich. Somit müssten in Verbindung mit dem weiteren Baufortschritt wieder Spenden eingeworben werden.

In dem Bestreben, die Alte Synagoge in der Baustraße denkmalgerecht zu sanieren und in ihren Ursprungszustand zurückzusetzen, sei man in den vergangenen Monaten ein gutes Stück weitergekommen, stellte Frank Bertram fest.

Nach dem Wegzug der früheren Architektin musste sich mit Constantin Sander ein neuer Architekt mit dem Bauwerk vertraut machen. Es sei, berichtete er, eine extrem reizvolle Aufgabe, dieses Gebäude neu zu gestalten und zu beleben. Aktuell werde vorrangig an der Sanierung des Nebengebäudes gearbeitet; wenn dort beispielsweise die Heizung eingebaut sei, werde man mit dem Innenausbau des Hauptgebäudes beginnen können. Der Schuppen zeige eine untergeordnete Bauweise; dabei stehe aber das gesamte zusammenhängende Ensemble unter Denkmalschutz. Der Anbau soll für die Haustechnik, die Sanitäranlagen sowie eine Teeküche genutzt werden. Die baulichen Maßnahmen haben dabei buchstäblich vom Boden an begonnen. Es wurde – eine Herausforderung in einem bestehenden Gebäude – eine Bodenplatte gegossen, und die Standsicherheit musste nachgebessert werden. Die intensive Beschäftigung mit dem Projekt habe gezeigt, dass es da Mängel gegeben habe. Deshalb wurde zunächst das Fachwerk ausgebaut, es wird jetzt wieder hergestellt. Überrascht waren die Planer, dass der Schuppen keine eigene Rückwand hatte: Die Bebauung ist hier so dicht, dass die Außenwand eines Nachbargebäudes zunächst als Rückwand »durchging«. Außerdem haben die Architekten einen barrierefreien Zugang geplant, was auch Teil der Baugenehmigung ist. Damit musste die Lage der einzelnen Räume noch einmal verändert werden. Neben Damen- und Herrentoilette gibt es auch ein »barrierereduziertes« WC.

Diese Einrichtungen im Anbau unterzubringen, war von Anfang an Teil der Überlegungen, erinnerte Frank Bertram. Das Haupthaus verfüge über eine Fläche von rund 30 Quadratmetern, damit biete der künftige Ort der Begegnung und des offenen Dialogs Platz für rund 80 bis 90 Besucher. Von diesem Raum wollte man möglichst nichts abgeben. Der Vorsitzende dankte für die starke finanzielle Unterstützung, die das Projekt bisher erfahren habe. »Ohne Sie wären wir nicht soweit, wie wir heute sind«, wandte er sich an die Vertreter der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim, Joachim Stünkel und Claudia Kunert, sowie an Michael Pankalla von der Volksbank in Einbeck beziehungsweise der Volksbank-Stiftung. Eine gute Kooperation gebe es auch mit der Denkmalbehörde vor Ort, und positiv sei schließlich, dass ortsansässige Firmen mit den Arbeiten beauftragt werden konnten; von den Arbeiten am Hauptgebäude her würden sie sich auf der Baustelle gut auskennen.

Bewusst halte sich der Verein zurück, wenn es um den Zeitpunkt der Fertigstellung gehe, so Bertram weiter. Im Vordergrund stehe immer, ausreichend Geld für die nächsten Bauabschnitte einzuwerben. Ein fest terminiertes Ende der Arbeiten würde den ehrenamtlich tätigen Vorstand zu sehr unter Druck setzen. So sei das Geld für den kompletten Innenausbau des Nebengebäudes noch nicht beisammen. »Wir machen das abschnittsweise, anders geht es nicht; wir können nur das Geld verbauen, das wir haben.« Erschwerend komme hinzu, dass es bei dieser Bausubstanz schwierig sei, Kosten vorab konkret zu fassen, so Architekt Sander. Allerdings, ergänzte Schatzmeister Lutz-Henning Hesse, lasse sich die Alte Synagoge, die einzige erhaltene Synagoge mindestens in Südniedersachsen, die noch auf ihrem Platz stehe, auch schon vor ihrer endgültigen Fertigstellung nutzen. Bereits mehrfach habe es hier Veranstaltungen geben.

Die Sanierung der Alten Synagoge sei auch aus Sicht der Stadt Einbeck interessant, führte Peter Sobeck vom Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt aus: Die Maßnahme werde über den Städtebaulichen Denkmalschutz gefördert. Diese private Maßnahme sehe man auch als Vorbild für weitere Vorhaben im gesamten Quartier beziehungsweise im Rahmen des Programms.ek



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