»Schauen Sie genau hin«

Sonderausstellung »Unter Strom« im PS.SPEICHER?eröffnet

Lautlos: Das Elektromotorrad Johammer wurde von Viktoria Schwietzer (links) in die Halle gefahren, Stifter Karl-Heinz Rehkopf (rechts) fuhr einen betagteren Wagen – mit dabei (von links) Karl-Helmut Larkamp, Lothar Meyer-Mertel, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Raimund Nowak, Holger Eilers, Frank Doods und Jochen Hammerschmid.

Kulturell, werblich, politisch, informativ und geschichtlich – auf diese vielfältige Weise beleuchtet der PS.SPEICHER jetzt die Elektromobilität und greift damit ein aktuelles Thema auf – schließlich sollen bis 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein.

Einbeck. Die Sonderausstellung »Unter Strom« zu 130 Jahren Elektromobilität im PS. SPEICHER zeigt die Entwicklung dieser Antriebsart anhand von 33 Exponaten. Teils unbekannte Zwei-, Drei- und Vierräder lassen die Geschichte stromgetriebener Fahrzeuge lebendig werden. Zudem wird auf das Thema Fahren in der Zukunft verwiesen. Autonomes Fahren, vernetzte Autos oder der Wasserstoffantrieb sind keine Zukunftsmusik mehr, die technischen Innovation stehen in den Startlöchern. Das Rahmenprogramm zu »Unter Strom« sieht – über den Sommer verteilt – zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen in der PS.Halle zum Thema Elektromobilität vor. Die Ausstellung läuft voraussichtlich bis Ende 2018.

Lothar Meyer-Mertel, Geschäftsführer des PS.SPEICHERs, stellte heraus, dass neben Schätzen aus dem Depot auch Leihgaben zu sehen seien. Der PS. SPEICHER habe, »eine der größten Sammlungen an E-Fahrzeugen weltweit«. Und die Antriebsart sei sicherlich eine der großen Fragen der Zukunft.

Bürgermeister Dr. Sabine Michalek blickte in die langjährige Geschichte der E-Mobilität und stellte fest, dass heute fast die gleichen Fragestellungen wie vor mehr als 100 Jahren zu lösen seien – nämlich die nach Reichweite und Ladezeiten. Als bekennende »Verfechterin der E-Mobilität« berichtete sie, dass die Stadtverwaltung mittlerweile über drei E-Fahrzeuge verfüge, weitere Ladestationen im Stadtgebiet seien geplant. Parkgebühren müssen auf Einbecker Parkplätzen von E-Fahrzeugfahrern nicht entrichtet werden.

Raimund Nowak von der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg, stellte beim Blick auf den PS.SPEICHER fest, dass durch das Engagement Einzelner etwas »sehr, sehr Gutes« in der Region entstehen könne. Für die Metropolregion sei die E-Mobilität ein wirtschaftliches Thema. Er selbst hat 120.000 Kilometer E-Mobilität hinter sich und »die funktioniere immer besser«. Für Anfänger im Bereich E-Mobilität habe man das »E-Pferdchen« entwickelt, erklärte er.

Umwelt-Staatssekretär Frank Doods überbrachte die Grüße von Umweltminister Olaf Lies. In Niedersachsen, rechnete er, gebe es 190.000 Arbeitsplätze, die mit Automobilität zu tun hätten. Der Diesel als Antrieb könne sich immer noch sehen lassen, wenn auch die Umweltbilanz nicht ganz gut sei. Die Zukunft aber gehöre anderen Antrieben, war er überzeugt. Niedersachsen als Land der erneuerbaren Energien, müsse sich diesen Fragen der Zukunft stellen. Dabei müsse die Branche mitgenommen werden, denn beispielsweise bei den Ladestrukturen müssten noch die Hausaufgaben gemacht werden. Der PS.SPEICHER beweise mit dieser Ausstellung, dass er »Herzschrittmacher« sei und die Menschen »unter Strom« setze, so Doods.

Oldtimer-Spezialist Karl-Helmut Larkamp hob hervor, dass in der Sonderausstellung ein Elektrofahrzeug aus jedem Jahrzehnt zu sehen sei – beispielsweise der Flocken-Elektrowagen aus dem Jahr 1888, ein Henney aus den 1960er Jahren oder der Citystromer aus den 1990er Jahren.

»Schauen Sie genau hin«, rief er die Besucher auf, »es war alles schon da«. Und so musste er feststellen, dass die Automobilindustrie in den vergangenen 20 bis 30 Jahren die Entwicklung verschlafen und lediglich auf Volumen gesetzt habe.sts

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