»Schöpfer neuer Lebensformen«

Ausstellung »Panspermia and Cosmic Ancestry« bei KWS SAAT SE eröffnet

»Lebendigkeit, Vielfalt und Komplexität« ist die Basis seiner Werke: Künstler Aljoscha, Kunsthisto­rikerin Elmas Senol und KWS-Vorstandsmitglied Dr. Peter Hofmann (von links) im Lichthof des BIG-Gebäudes.

Einbeck. »Sie entsprechen keiner real existierenden Natur«, beschrieb Kunsthistorikerin Elmas Senol aus Berlin die Werke von Künstler Aljoscha bei der Vernissage auf dem Gelände der KWS SAAT SE. Im Rahmen der Ausstellung »Panspermia and Cosmic Ancestry« präsentierte der gebürtige Ukrainer 28 seiner Kreationen, die er im sogenannten Bioismus verortet. Er sagt: »Bioismus ist der Versuch, Kunst zu schaffen, die auf Lebendigkeit, Vielfalt und Komplexität basiert.«

Dies griff KWS-Vorstandsmitglied Dr. Peter Hofmann in seiner Begrüßung auf: »Aljoscha sieht sich als Schöpfer neuer, möglicher Lebensformen.« Es handele sich bei den Stücken aber nicht um eine Nachahmung der Natur, sondern ermögliche lediglich die Assoziation zu Natürlichem.

Die Ausstellung, die Teil der Reihe »Kunst im BiT« ist, bot zudem zwei Neuerungen: Zum einen konnten erstmalig Skulpturen betrachtet werden, zum anderen konnten die Gäste nicht nur im Biotechnikum, sondern zusätzlich im Innenhof, auf der gläsernen Brücke und im BIG-Gebäude Kunst erleben. So kündigte Hofmann an: »Wir haben noch eine Überraschung für Sie.« Gemeinsam ging man mit den Vernissage-Gästen ins BIG-Gebäude, in dessen Lichthof bereits Harfenistin Julia Dietrich zarte Töne anstimmte. In entspannter Atmosphäre und mit fruchtigen Erfrischungsgetränken versorgt, konnten die Besucher eine von Aljoschas Installationen unter die Lupe nehmen, die frei in der Luft zu schweben schien.

Der Künstler, dessen Werke unter anderem aus Polyethylen, Acryl, Glas und Silikon geschaffen wurden, transportierte mit dem Titel der Ausstellung, »Panspermia and Cosmic Ancestry«, das thematische sowie philosophische Fundament seiner Arbeiten. Die Hypothese der Panspermie (All-Saat) besagt, dass sich einfache Lebensformen über große Distanzen durch das Universum bewegen und so die Anfänge des Lebens auf die Erde brachten. Dessen Vertreter versuchen damit, die Kluft zwischen der hohen Komplexität des Lebens und der verhältnismäßig kurzen Entwicklungszeit zu erklären.

Analog zur Evolution, die in den vergangenen Jahrhunderten die Musik zurückgelegt hat, sagt Aljoscha zu seiner Kunst: »Ich komponiere Neuartiges, ich interpretiere nicht.« So kann der Betrachter seiner Werke Farben, Formen, Arrangements und Oberflächen, die Assoziationen zu Bekanntem auslösen, etwa Korallen, DNA-Strängen, Flechten oder Zellen, erkennen, die Installationen an sich sind jedoch unbekannte Mysterien.

Interessierte haben am Donnerstag, 22. August, um 18.30 Uhr die Möglichkeit, die Ausstellung noch einmal bei der KWS zu besuchen, der Künstler ist anwesend. Anmeldungen dafür nimmt Bettina Alex unter der Telefonnummer 05561/311638 oder bettina.alex@kws.com entgegen.kw

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