»Mode ist mehr, als sich anzuziehen«

Neuer Schünemann-Geschäftsführer Thomas Vockeroth zieht nach gut 100 Tagen erste Bilanz | Veränderungen

Das frühere Happy-Woman-Geschäft bietet mit Tally Weill jetzt eine Kollektion für junge Kundinnen; Happy-Size-Mode ist ins Erdgeschoss von Schünemann Mode + Sport umgezogen.

Einbeck. Gut 100 Tage ist Thomas Vockeroth nun Geschäftsführer bei Schünemann Mode + Sport - ein Anlass, Bilanz zu ziehen über das, was bisher an Neuerungen umgesetzt wurde und was noch geplant ist. Mit Beginn des Jahres hat das Einbecker Modehaus den Besitzer gewechselt.

Der Unternehmer aus Melsungen, der Schünemann mit der Firma Karl Vockeroth GmbH & Co. KG übernommen hat, kann nun auf erste Veränderungen hinweisen. Eigentlich seien es schon »ganz schön viele Neuerungen«, und die seien zum Teil auch sichtbar für die Kunden.

Dazu gehört beispielsweise, dass »Happy Woman« umgezogen ist: Das Geschäft, zwei Häuser neben dem Haupthaus, ist seit einigen Wochen »Zebra21«. Hier wird die Kollektion von Tally Weill angeboten; die Verkaufsfläche ist auf 70 Quadratmeter vergrößern worden. Das Sortiment ist deutlich umfangreicher - eine wichtige Aussage für junge Kundinnen. »Und es läuft gut an«, bestätigt Thomas Vockeroth.

Die Happy-Woman-Kollektion findet man jetzt in einer eigenen Abteilung bei Schünemann im Erdgeschoss. Bei Schünemann Mode + Sport sind neue Shops eingerichtet: S.Oliver, Vero Moda, Tom Tailor und Only für Damen. Auch Cecil wird komplett neu gestaltet.

Neu im Sortiment ist zudem Mode von S’questo und von Ragwear. Ab Herbst gibt es zudem eine Camel-Kollektion für Damen. Neue Lieferanten beziehungsweise ein verändertes Angebot gibt es auch bei den Herren: Neu sind junge Anzüge von Selected, in der ersten Etage wird soeben ein S.Oliver-Shop neu installiert, und Jack & Jones bekommt deutlich mehr Platz und Gewicht.

Diese Kollektion wurde aus der Ecke geholt, sie wird jetzt in etwa doppelter Größer mit deutlich mehr Ware präsentiert - ein besserer Auftritt, »und Platz ist ja da.« Die angrenzende Damenwäsche-Abteilung hat ein bisschen Raum abgegeben, das Sortiment, das der neue Geschäftsführer als »sehr stimmig« lobt, ist aber konstant geblieben. Geglättet wurden die Flächen im Erdgeschoss, um mehr Platz zu bekommen.

So wurden unter anderem Säulen verkleinert, um die Wahrnehmung der Mode zu verbessern. Mehr Überblick gibt es ebenfalls im Bereich Accessoires. Für den Sportbereich verweist Thomas Vockeroth auf New Balance sowie ab Mai auf Laufschuhe von On. Ebenfalls aufgenommen wurde die Marke Schöffel. Das seien, kündigt er an, nur einige erste Highlights, »es gibt noch mehr Neuerungen.«

Beim Sport und in der Kinderabteilung im Untergeschoss werde sich zum Herbst hin etwas tun. Dazu wurde das gesamte Haus »luftiger gemacht«. Zwischenwände wurden herausgenommen, die Räume sind übersichtlicher geworden, ihre Größe ist spürbarer. Für die ersten 100 Tage sei das relativ viel, stellt Thomas Vockeroth fest. Aber Mode erneuere sich ja auch ständig, und das wolle man mit den Ideen und ihrer Umsetzung vermitteln. Jetzt startet Schünemann erstmal in den Mode-Frühling, »und dafür sind wir ordentlich gerüstet«, stellt er mit Geschäftsführerin Ines Haupt fest.

Was bisher angefasst wurde, sei sogar mehr gewesen, als er geplant habe: Man habe sich einiges vorgenommen, »aber so viel wollten wir zunächst gar nicht«, schmunzelt Vockeroth. Es seien jedoch so viele positive Impulse aus dem Standort gekommen, dass man sich davon habe anstecken lassen. Als Neuer gehe man eben auch neu an Dinge heran. Dabei, das betont er, sei es ihm wichtig, Veränderungen vor Ort abzustimmen.

Gerade die jüngere Zielgruppe möchte er vermehrt ansprechen und ihr am Standort Einbeck ein Zuhause bieten. Eine Voraussetzung, das Preis-Leistungs-Verhältnis, stimme in jedem Fall. Die Rückmeldungen, die man gerade dazu bekommen habe, seien sehr gut: »Die jungen Kundinnen fühlen sich bei uns pudelwohl.«

Aber natürlich sollen sich auch ältere Kunden hier am richtigen Platz fühlen, in verschiedenen Altersklassen und mit unterschiedlichen Ansprüchen. Auf Beratung legt Schünemann wie bisher und weiterhin großen Wert. Man kann durch den Laden schlendern und bekommt ein freundliches Hallo, hat aber auch die Möglichkeit, sich beraten zu lassen - ein 37-köpfiges Team steht dafür zur Verfügung.

»Mode ist mehr, als sich anzuziehen - sie muss Spaß machen«, davon ist Vockeroth überzeugt. Immer mal etwas zu erneuern, das mache man ja zuhause im Kleiderschrank. Dabei sei es wichtig, nicht alles komplett umzustellen, »wir wollen niemanden erschrecken.« Die Kunden sollten aber das Gefühl haben: »Wenn’s um Mode geht, bin ich hier gut aufgehoben.«ek

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