Spaß an der guten Pointe

»Auf der Terrasse«: Zweites Buch des Einbeckers Thomas Schulte

Mit »Auf der Terrasse« hat Thomas Schulte sein zweites Buch veröffentlicht. Erschienen sind die heiteren Kurzgeschichten im Engels­dorfer Verlag in Leipzig.

Einbeck. Die Freude am Erzählen ist seine Motivation. »Auf der Terrasse« heißt das neue Buch von Thomas Schulte aus Einbeck. Heitere Kurzgeschichten hat er darin veröffentlicht, und der Stil macht es dem Leser leicht zu glauben, diese Erzählungen seien tatsächlich direkt so Inhalt von Gesprächen unter Familien und Freunden – auf der Terrasse – gewesen.

Die acht Geschichten seien nicht biografisch zu sehen, betont Thomas Schulte: »Einiges habe ich erlebt, anderes ist verfremdet und mit Fiktion ergänzt«, berichtet der Autor. Beim Schreiben hat ihn auch die Frage beeinflusst: Kann man sich das vorstellen? Er erinnert sich dazu an eine familiäre Tradition: »Erzähle einmal, was in der Schule los war«, hieß es zuhause, und die fantasievolle Ausgestaltung des Tageserlebnisses einschließlich der enthaltenen Emotionen führte zu Verständnis und Anerkennung.

Die Geschichten drehen sich um den Alltag und seine Besonderheiten: So ist etwa über einen gut geplanten, aber doch missglückten Messe-Besuch in Hannover mit einem Vorkriegs-Admiral zu lesen. Der Leser erfährt, wie Probleme mit einem Fallrohr gelöst werden oder wie man gegen übermäßige Behaarung der Arme vorgehen kann. Es geht um einen Hund, der Angst im Dunkeln hat, und ganz plastisch wird die Verwüstung eines gepflegten Tulpenbeets durch eine BMW Isetta dargestellt. Ein Onkel entpuppt sich als Techniker mit zweifelhaftem Talent, Willi löst immer wieder Heiterkeit aus, und schließlich gibt es den Beweis, wie gut drei Flaschen Grauer Burgunder einem besonderen Sessel tun.

»Eine gute Geschichte muss wie ein impressionistisches Bild werden, oder glaubst du, Monet hätte aus Versehen oder absichtlich ein paar Flecken Leinwand übriggelassen?«, lässt er eine seiner Figuren fragen. Die gut erzählte Pointe ist ihm wichtig, aber auch der Humor: Darin, so glaubt er, liegt eine heilende Kraft, wenn die Unterschiedlichkeit der Menschen in der Reaktion auf eine Pointe sich in heiteres, solidarisches Verstehen wandelt.

»Lieber Herr Schulte, Ihre beiden Kurzgeschichten habe ich gerne gelesen. Besonders hat mir der arme Rasierpinsel gefallen, der seine Haare verliert. Ich glaube, man kann Sie mit gutem Gewissen ermuntern weiterzumachen. Herzlich Ihr Hellmuth Karasek«. Über diesen »Ritterschlag« hat sich Thomas Schulte sehr gefreut. Nach einer Lesung hat er im Oktober 2013 den bekannten Literaturkritiker kennengelernt und ihm später zwei seiner Erzählungen vorgestellt.
»Auf der Terrasse« ist eine charmante Lektüre, bei der man gerade als Einbecker einige Handlungsorte wiedererkennen wird. Nicht alles wird sich dort allerdings so zugetragen haben, aber es könnte ja dennoch sein – so kann der Leser seine eigene Fantasie ein wenig spielen lassen.

Bei einem Besuch der Leipziger Buchmesse hat der langjährige Rektor der Löns-Realschule einen Verlag für sein zweites Buch gefunden: Es ist erschienen im Engelsdorfer Verlag in Leipzig.

Sein erstes Buch, »Zwei Winter«, hat Thomas Schulte 2012 veröffentlicht. Darin berichtete er über den Wehrdienst in den 60er Jahren – 18 Monate in Kälte und Einsamkeit im Harz, auch mit Befehl und Gehorsam, aber auch einigen menschlichen Momenten.

»Auf der Terrasse« hat 96 Seiten. Das Taschenbuch ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-96008-920-9).ek



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