Stadtverwaltung hisst Regenbogenflagge

Einbeck. Bereits zum dritten Mal hisst die Stadtverwaltung Einbeck anlässlich des »Pride Month« im Juni die Regenbogenflagge. Der »Pride Month« ist ein jährlich im Juni weltweit begangener Aktionsmonat, der die Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von queeren Menschen fördern soll – also von Menschen mit vielfältigen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten. Mit der Regenbogenflagge setzt auch die Stadtverwaltung ein Zeichen für eine vielfältige, bunte und menschenfreundliche Gesellschaft, in der Verschiedenheit als Bereicherung gesehen wird. Im Januar 2024 unterzeichnete die Stadt Einbeck die Charta der Vielfalt.

Mit der Unterzeichnung dieser Selbstverpflichtung bekennen sich Institutionen zu einem respektvollen, vorurteilsfreien Umfeld – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung oder sexueller Identität. Inzwischen haben bundesweit mehr als 6.500 Organisationen die Charta unterzeichnet (Stand: Juli 2025), darunter ein wachsender Anteil aus dem öffentlichen Sektor. Auch wenn sich die rechtliche Situation für queere Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren verbessert hat – 2017 trat die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Kraft, seit November 2024 ermöglicht das neue Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) trans-, inter- und nicht-binären Menschen eine unbürokratische und selbstbestimmte Änderung des Geschlechtseintrags –, zeigen aktuelle Zahlen, dass Akzeptanz und Sicherheit im Alltag noch längst nicht selbstverständlich sind. Laut dem Lagebericht zur Sicherheit von LSBTIQ* des Bundeskriminalamts wurden 2023 bundesweit 1.785 Straftaten gegen queere Menschen erfasst – ein deutlicher Anstieg gegenüber 1.188 Fällen im Vorjahr. Darunter waren 212 Opfer von Gewalttaten.

Seit 2010 hat sich die Zahl solcher Straftaten nahezu verzehnfacht. Hinzu kommt ein erhebliches Dunkelfeld: Laut einer EU-Studie zeigten 87 Prozent der Betroffenen körperliche oder sexuelle Übergriffe gar nicht erst an – aus Angst oder mangelndem Vertrauen in die Behörden. Weltweit ist es für viele Menschen noch immer gefährlich, offen queer zu leben: In über 60 Ländern ist Homosexualität strafbar, in einigen davon droht sogar die Todesstrafe. Trans- und intergeschlechtliche Menschen sind in vielen Teilen der Welt besonderen Risiken ausgesetzt – von Gewalt über medizinische Eingriffe ohne Einwilligung bis hin zu rechtlicher Unsichtbarkeit. Vor diesem Hintergrund sei das sichtbare Bekenntnis von Städten und Gemeinden wie Einbeck umso wichtiger – als klares Signal, dass LSBTIQ*-Rechte Menschenrechte sind, so die Stadtverwaltung.oh