Steigende Kosten bereiten Sorgen

Katzenhaus ist gut gefüllt | Weniger Einnahmen | Katzenteam setzt auf Flohmarkt im nächsten Jahr

Jakob, vermutlich im vergangenen Jahr geboren, ist ein unkompliziertes Tier, für das das Katzenteam ein neues Zuhause – am besten mit Freigang – sucht.

Einbeck. »Da fehlt richtig Geld«, sagt Katja Raschowski vom Einbecker Katzenteam: Coronabedingt hat das Team, das das Katzenhaus in der Pastorenstraße unterhält, seit März 2020 keinen Flohmarkt mehr durchführen können. Die Kosten für die Tierschutzarbeit aber laufen weiter.

Vor der Pandemie bedachten Spender das Katzenteam immer wieder mit Flohmarktartikeln, die sonnabends in der Pastorenstraße angeboten werden konnten. Das sei nicht das große Geld gewesen, aber in der Summe und auch mit dem großen Weihnachtsflohmarkt sei einiges zusammengekommen, mit dem das Katzenteam weiterarbeiten konnte.

Derzeit ist der Verkaufsraum ausgeräumt, hier soll renoviert und – wenn möglich – im nächsten Jahr auch wieder verkauft werden. Dazu müssen natürlich erst einmal wieder Gegenstände gesammelt werden. Am Flohmarktverkauf hängt mit Schleppen, Sichten, Sortieren und Verkaufen viel Arbeit, sagt Raschowski.

Ärgerlich sei es dann, wenn dem Katzenteam Spenden vor die Tür gestellt werden, die eigentlich Müll sind oder die verdreckt sind, beispielsweise Teller, an denen noch Kuchen klebt. Netterweise hätten aber die Nachbarn ein Auge auf das Haus. Mit seinen kleinen Räumen und dem Innenhof sei es ideal für die Katzen.

Das Katzenteam Einbeck ist ein gemeinnütziger Verein und Mitglied des Deutschen Tierschutzbundes. Das zehnköpfigen Team wird ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Alle Mitarbeiter helfen ehrenamtlich 365 Tage im Jahr – es gibt keine Aufwandsentschädigungen. »Wir zahlen alles aus eigener Tasche.«

Sorgen bereiten die leider immer höheren Kosten für Tierarzt, Futter, Streu und Unterhaltung des Katzenhauses. Derzeit leben 13 Katzen im Haus, weitere 15 Tiere sind verteilt auf Pflegestellen in verschiedenen Orten. In diesem Jahr gibt es viele Jungkatzen und auch verstärkt Vier- oder Fünfer-Würfe.

Jedes Jahr werden rund 40 bis 45 Katzen beziehungsweise Kater kastriert, und eine dieser ärztlichen Behandlung verschlingt allein mehrere hundert Euro. Innerhalb weniger Monate sei beispielsweise auch die Streu um ein Drittel teurer geworden. Angesichts steigender Energiekosten wird der Außenbereich, in dem auch Katzen leben, im Winter wohl nicht bewirtschaftet, das käme zu teuer, blickt die Tierschützerin auf die kalte Jahreszeit.

Das Katzenteam konnte sich über Wasser halten, weil eine Tierfreundin dem Katzenhaus etwas vererbt hat. Der Betrag wird für den Tierschutz eingesetzt, schließlich ist der Verein gemeinnützig.

Katzen, die schlecht gehalten oder ausgesetzt wurden, begegnen den Tierschützern immer wieder. Sie landen dann im Katzenhaus und werden aufgepäppelt. Aber auch »verhaltensauffällige« Tiere, die keiner haben will, finden hier ein Zuhause.

Problem sind auch Katzen, die sich vermehren und dann durch Gärten ziehen. Wenn das Katzenteam bei diesen Fällen angerufen wird, ist es auf Mitarbeit angewiesen. Die Tiere müssen mit Futter angelockt und dann gefangen werden, damit sie kastriert werden können. »Mithilfe ist schon notwendig.«

Wurden früher rund 80 bis 100 Katzen pro Jahr aufgenommen, ist die Zahl seit 2015 rückläufig, jetzt sind es 45 bis 60. Das liege daran, vermutet Raschowski, dass gerade junge Kitten vermehrt über eine Internet-Verkaufsplattform zum Verkauf angeboten werden. Sie würden oftmals in zu jungem Alter abgegeben, was zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann.

Das Katzenteam ist bemüht, Tiere – ob jung ob alt – fit zu machen und bestens für sie zu sorgen. Es werden nur gesunde Tiere vermittelt, was auch bedeutet, das manchmal hohe Tierarztkosten entstehen. Wer sich für ein Tier interessiert, kann es gerne besuchen. Gemeinsam kann man sich dann auf die Suche nach dem richtigen Tier machen.

Raschowski macht die Tierschutzarbeit gerne. Sie freut sich, wenn beispielsweise ehemalige »Streichelkinder«, die als Kinder und Jugendliche ins Haus kamen, nun als Erwachsene bereit sind, Tiere aufzunehmen, auch solche, die vielleicht eine körperliche oder verhaltenstechnische Beeinträchtigung haben oder einfach nicht schön sind. Immer wieder, so Raschowski, gebe es »tolle Begegnungen«, beispielsweise mit Menschen, die die Tiere erst besuchen und kennenlernen und sich dann für sie entscheiden.

Auf dem Wunschzettel hat das Katzenteam Futter für die Tiere. Dankbar wäre man auch über Geldspenden für Futter-, Tierarzt- und Erhaltungskosten. Bei der Sparkasse Einbeck können Spenden auf das Konto IBAN:DE 54 2625 1425 0001 0595 83 eingezahlt werden.sts