Sternsinger sind Glücksbringer

In zehn Tagen wurden mehr als 20.000 Euro gesammelt

In diesem Jahr sammelten die Sternsinger insgesamt 20.464,24 Euro, das Geld dient dazu, Frieden und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion im Libanon zu fördern. Der symbolische Scheck wurde an den stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Ulrich Minkner übergeben.

Einbeck. Über den Jahreswechsel sammelten die Sternsinger Spenden für arme Kinder, im Gegenzug segneten sie Häuser mit einem Schriftzug. In diesem Jahr waren 48 Kinder und 16 Erwachsene zehn Tage unterwegs. Das Thema Frieden am Beispiel vom Libanon stand im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen. Jetzt präsentierten die Sternsinger in einem Gottesdienst in St. Josef ihr Sammelergebnis: 20.464,24 Euro haben sie zusammengetragen.
Der gesellschaftliche Friede im Libanon steht weiterhin vor großen Herausforderungen, denn das Miteinander ist nach wie vor von Ressentiments geprägt. Die Projektpartner der Sternsinger arbeiten mit einheimischen Kindern und mit welchen aus Flüchtlingsfamilien. Ein wichtiges Ziel ist, Frieden und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion im Libanon zu fördern.

Die Aktion Dreikönigssingen 2020 zeigt den Sternsingern, wie wichtig es ist, friedlich und unvoreingenommen miteinander umzugehen. Verdeutlicht wird, dass Kinder und Jugendliche selbst aktiv zu einem friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion beitragen können. So lernen die Sternsinger, dass sie mehr verbindet als sie trennt und dass es sich lohnt, offen und respektvoll aufeinander zuzugehen.

Sie sangen Lieder und sagten Sprüche für Spenden auf, die armen Kindern zugute kommen sollen: Verkleidet als die »Heiligen Drei Könige« namens Caspar, Melchior und Balthasar zogen die Sternsinger durch die Straßen, klingelten an Türen und schrieben die Buchstaben »C + M + B« an die Häuser und zum Abschluss auch an die St. Josefs-Kirche. Die Buchstabenkombination bezieht sich nicht auf die Anfangsbuchstaben der Namen der Könige. Sie stehen aber für den Segen, den die Sternsinger bringen: »Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus«. Gott soll das Haus durch den Besuch der Sternsinger beschützen.

Der offizielle Name des sogenannten Dreikönigstags lautet »Erscheinung des Herrn«. International gebräuchlicher ist Ephiphanias – das leitet sich vom altgriechischen Wort für Erscheinung ab. Der Brauch der Sternsinger geht auf die drei Könige zurück, die Jesus kurz nach seiner Geburt in Bethlehem besucht haben sollen.

Pfarrer Ewald Marschler bezog sich auf das Matthäus-Evangelium und den Theologen Karl Rahner. Denn die drei Könige hatten »eher unpraktische« Geschenke dabei: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Gaben sagten mehr über die Gebenden als über den Beschenkten, so Marschler. »Brich auf, mein Herz. Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren. Lass es fahren. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir...«

Übersetzt bedeute dass, dass alle Menschen Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte in sich trügen. Das alles habe seinen Platz an der Krippe, weil Gott »im Dreck dieser Welt einer von uns geworden ist.« Ihn gebe es nur hier, und gerade deshalb könne man ihm sein Leben anvertrauen. Marschler forderte die Gemeinde auf, Gott zu helfen zu den Menschen zu kommen – egal, an welchem Ort.

Abschließend bedankte sich Pfarrer Ewald Marschler bei den Unterstützern der Aktion Dreikönigssingen. Am kommenden Sonnabend, 11. Januar, werden die Sternsinger zum Dankgottesdienst im Hildesheimer Dom fahren, und im Sommer werden sie zu einer Tagesfahrt eingeladen.sts

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