Stolpersteine für Familie Fuchs

Einbeck. Für die Familie Fuchs werden am 25. Mai in Einbeck Stolpersteine vor dem Haus Altendorfer Tor 7 verlegt. Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Die Messing-Gedenktafeln, die vor den letzten frei gewählten Wohnorten in den Gehweg verlegt werden, sollen die Namen der Opfer des Nationalsozialismus zurück bringen und dauerhaft an jedes einzelne Schicksal erinnern, wollen alltägliche Mahnmale sein, an denen man nicht vorbei gehen kann.

Die Opfer waren Nachbarn, sie lebten mit den Einbeckern Tür an Tür. Wer war die Familie Fuchs, an die mit den Stolpersteinen erinnert werden soll? Louis Fuchs (geboren am 29. Februar 1884) zieht 1914 aus Pforzheim nach Einbeck. Nach seiner Heirat mit Minna Strauss am 26. Oktober 1919 lebt er zunächst im Haus seines Schwagers Julius Stern, Bürgermeisterwall 6. Minna Fuchs und Fanny Stern sind Schwestern.

Die beiden Kinder von Minna und Louis Fuchs, Gertraud (geboren am 17. September 1920) und Fritz (geboren am 14. April 1925), kommen zur Welt. Im Juni 1914 kauft Louis Fuchs zusammen mit Eduard Lowey von Simon Krieger die Einbecker Peitschenfabrik Stern & Krieger am Altendorfer Tor 7, im April 1918 scheidet Lowey als Gesellschafter aus, Louis Fuchs wird Alleininhaber.

Zwei Jahre später wird Eduard Lowey, der weiter als Prokurist bei der Firma mitgearbeitet hat, wieder Mitinhaber an der Firma, bis er 1932 endgültig ausscheidet. Erst 1932 zieht die Familie in das Haus Altendorfer Tor 7. 1936 erlischt die Einbecker Peitschenfabrik. Die Entscheidung, ins Ausland zu emigrieren, fällt bereits 1935.

Durch die zunehmenden Einschränkungen wirtschaftlicher und Angriffe verbaler Art, der sich Einbecker Juden durch ihre christlichen Mitbürger ausgesetzt sahen, entschieden sich die Familien Stern, Strauss und Fuchs, gemeinsam nach Brasilien auszuwandern. Die Familien Stern und Strauss emigrieren im Dezember 1935 gemeinsam mit der 15-jährigen Gertraud Fuchs.

Für die Familien Stern/Strauß sind bereits im Februar 2016 vor Bürgermeisterwall 6 Stolpersteine verlegt worden. Louis und Minna Fuchs ziehen mit ihrem Sohn Fritz zunächst in die Pension Marcus nach Hamburg, da es Ausreiseschwierigkeiten wegen der so genannten Reichsfluchtsteuer gibt.

Erst im Mai 1936 wird die Passsperre gegen Louis Fuchs aufgehoben. Im September 1936 gelingt der Familie ebenfalls die Ausreise nach Sao Paulo in Brasilien. Nach dem Krieg klagt Louis Fuchs gegen den erzwungenen Verkauf des Hauses Altendorfer Tor 7. Der Ausgang dieser Klage ist nicht bekannt. Gertraud Fuchs lebt heute in einem Pflegeheim in Sao Paulo, sie ist die einzige Überlebende der Flüchtlinge aus Einbeck.oh



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