Teile einer alten Eiche direkt an der Bahn geborgen

Wenzen. Das hätte ein böses Ende nehmen können: Eine rund 200 Jahre alte Eiche in der Nähe von Wenzen war zu einer Gefährdung geworden. Ausgesprochen ungünstig war dabei ihr Standort in einem kleinen Waldstück unmittelbar an der Bahnstrecke Kreiensen – Holzminden. Der Stamm wies bereits tiefe Risse auf, möglicherweise nach einem Blitzschlag, und ein mehr als 25 Meter langer Abriss war bei einem Sturm schon abgebrochen, nur zwölf Meter vom Gleis entfernt.

Die Frage, wie man einen weiteren bedrohlichen Abschnitt des Baumes bergen konnte, an dem sich eine »Zwille« gebildet hatte, zudem direkt am steilen Abhang, stellte sich zunächst als kaum lösbar dar.

Ein Autokran war auf die Schnelle nicht bereitzustellen, er hätte zudem eine solide Zufahrt benötigt. Adolf Everlien, der erst im Zusammenhang mit dem ersten Abriss informiert wurde, dass der Baum auf seinem Grundstück steht, fand eine Lösung. Zwei Trecker kamen zum Einsatz, die mit Seilwinden an Bäumen gesichert wurden.

Mittels Korb und Zehn-Meter-Leiter konnten die absturzgefährdeten Teile mit einer großen Motorsäge zerkleinert werden – parallel zum laufenden Zugbetrieb. Dabei musste das Holz unter erschwerten Bedingungen über Kopf gezogen werden. Mitgewirkt haben dabei Tobias Everlien, Thomas Wolf und Jens Friedhoff.

Jeweils 15 Minuten habe man Zeit zum Arbeiten gehabt. Es sei ein Wunder, so Adolf Everlien, dass nichts passiert sei, denn die Eiche war voller Altholz, und jederzeit hätte etwas auf die Gleise fallen können; lange hätte der Baum nicht mehr durchgehalten. Von Kreiensen her kommend hätte der Lokführer ein solches Hindernis erst – zu – spät erkannt. Durch schnelles Handeln habe man somit einen möglichen Unfall verhindern können.ek