Viel Arbeit und Einsatz, damit Schüler sich wohlfühlen

Abschlussfeier für Absolventen der Löns-Realschule / »Besonderer Jahrgang« hat die Schule sechs Jahre besucht / Dank sagen

89 Jugendliche sind jetzt aus den zehnten Klassen der Löns-Realschule entlassen worden. In einer Feierstunde nahmen sie ihre Zeugnisse entgegen und viele gute Wünsche für den künftigen Weg.

Einbeck. Dies sei, stellte Schulleiterin Claudia Miehe fest, ein besonderer Jahrgang, denn die Schüler seien sechs Jahre hier gewesen, von der fünften bis zur zehnten Klasse. Von knapp 100 Schülern, die 2004 in den fünften Klassen angetreten seien, hätten es nun 89 geschafft. In wenigen Wochen werde ein weiterer besonderer Jahrgang eingeschult, voraussichtlich der letzte, der das Glück habe, noch sechs Jahre an der Realschule unterrichtet zu werden.

Die Schulzeit sei etwas Einmaliges, sie sei nicht zu wiederholen. »Es war wichtig für uns, dass ihr euch wohlgefühlt habt«, wandte sie sich an die Absolventen. Gemeinsam habe man Spaß und Freude gehabt. Eine gute Schule, so der niedersächsische Kultusminister, sei die, an der Schüler wissbegierig und Lehrer leidenschaftlich seien. »Die Löns-Realschule ist eine gute Schule«, betonte sie. 90 Prozent der Schüler seien gern in diese Schule gegangen. Um das zu erreichen, sei auf allen Seiten viel Arbeit und Einsatz nötig gewesen. Gemeinsam habe man neue Wege beschritten.

Dank sprach sie dem Kollegium aus für die hervorragende Bildungsarbeit, die hier geleistet werde. Die Aufgaben hätten sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Neben die Wissensvermittlung trete häufig die Sozialarbeit. Viele Projekte würden eine Menge Energie binden, aber sie machten den Ruf der Schule aus, etwa die EDV-Ausbildung. Man habe neue Methoden für neue Lernwege erschlossen, dazu zähle auch, das Lernen zu lernen - wichtig für den nächsten Schritt der Jugendlichen.

Multiplikatorenausbildung, Anti-Gewalt-Training, Lions Quest, Schulsanitätsdienst, »Schüler schulen Schüler«, ein hervorragendes Theaterstück: Es wurde viel geboten, und sie sei stolz auf die Leistungen dieses Jahrgangs, hob die Schulleiterin hervor. »Euch stehen alle Türen offen, das müsst ihr nutzen«, ermunterte sie, weiterhin strebsam zu sein. Der große Anteil an Erweiterten Sekundarabschlüssen I sei Ergebnis der eigenen Arbeit, aber auch der Fahrlehrer und der Eltern, die den Kindern den Rücken gestärkt hätten. Was nun bleibe, sei Wehmut, denn immerhin habe man rund 1.200 Tage zusammen verbracht, das schweiße zusammen. Sorge habe sie wegen des Bestandes der Schule. Wenn Eltern hier gute Erfahrungen gemacht hätten, sollten sie die weitertragen, damit es die Realschule auch in zehn oder 20 Jahren noch gebe. Die moderne und erfolgreiche Unterrichtsarbeit sollte auch folgenden Generationen zur Verfügung stehen.

Mit Kritik- und Nörgel-Szenen aus dem Schulalltag begann Dr. Rolf D. Bartels seine sowohl heitere als auch melancholische Ansprache: »Kennt ihr das? Schon mal gehört?«, fragte er. Es handele sich um Original-Zitate, allerdings nicht aus dieser Schule. Dass es damit jetzt vorbei sei, sollte niemand glauben, »ihr seid erst ein paar Stufen auf der Lebensleiter nach oben geklettert.« Amüsant skizzierte er, wie sich die Schüler von Klasse 5 bis Klasse 10 verändert hätten, was für sie im Leben wichtiger wurde. Nach trinken, Party, knutschen und Bildschirm seien sie zum Abschluss doch noch zu Hochform aufgelaufen und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Einige seien weiter gekommen als andere, und den Schnellen gehöre die Welt zuerst. Es sei Zeit, befand Dr. Bartels, über Dank nachzudenken, etwa an Lehrer und Eltern.

»Erziehen ist nicht unsere erste Aufgabe«, mahnte er aber auch, und Jugendliche seien keine Fässer, die man füllen, sondern Feuer, die man entzünden müsse. Die Lehrer-Nerven seien zwar stabil, aber nicht unkaputtbar, doch sie hätten viele Klassen überlebt. Auch bei den Schülern wolle er sich bedanken, für Lernfähigkeit auf beiden Seiten, für achtsameren, respektvolleren und menschlicheren Umgang miteinander und dafür, dass die Jugendlichen die Neugier nicht verloren hätten. Das sei auch für ihn Ansporn, wenn er die Schule zu den Ferien ebenfalls verlasse. Motivierende Lehrerzitate stellte er an den Schluss: »Ich hoffe, damit könnt ihr etwas anfangen.« »Raus mit euch in den nächsten Teil der Welt«, forderte er die Schüler auf. »Jetzt seid ihr dran und ich werde euch vermissen.«

Im Namen des Schulelternrates gratulierte der stellvertretende Vorsitzende Peter Traupe zu den Abschlüssen. Der gemeinsame Weg hier sei zu Ende, er werde sich in weiteren unterschiedlichen Bahnen fortsetzen. Mehr und mehr würden die Jugendlichen dabei Mitglieder der Bürgergesellschaft mit neuen Rechten und Pflichten. Dank sprach er Rektorin Claudia Miehe sowie dem Kollegium aus für das Rüstzeug, damit die Schüler tolerante, selbstbewusste und eigenverantwortlich handelnde Mitglieder der Gesellschaft werden könnten. Der Lehrerberuf sei mit vielen Zwängen behaftet, umso größer sei das Engagement zu loben. Dank gehe auch an die Eltern, die ihr Mitwirkungsrechte an der Schule aktiv wahrgenommen hätten, ebenso an den Förderverein, der vieles hier überhaupt erst möglich mache. Der Elan, mit dem die Schüler auf den Abschluss hingearbeitet hätten, sollte sie weiter begleiten - für die eigene Zukunft und für die der Gesellschaft.

Die Schulzeit werde man so schnell nicht vergessen, blickten Jennifer Delhey und Kevin Pygoch im Namen des Jahrgangs auf die gemeinsame Zeit zurück. Viele gute Erinnerungen seien damit verknüpft. Damit das so bleibe, überreichten sie der Schulleiterin ein Bäumchen für den Schulhof.

Ausgezeichnet wurden schließlich Schüler, die sich im Schulsanitätsdienst, in der Medienausleihe und als Schulsprecher engagiert haben. Sie Feierstunde wurde von viel Musik, Tanz und Sport umrahmt. ek

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