Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie

Werk-statt-Schule soll die Jugendwerkstatt übernehmen

Standort in Einbeck soll erhalten, Personal übernommen werden / Zuschüsse für Vereine und Verbände / Zukunft des EinKiFaBü

Wenig harmonisch verlief die jüngste Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie, in einer Sache waren sich die Fraktionen aber einig: Das Projekt »Arbeit und Lernen« soll möglichst durch die Werk-statt-Schule Northeim übernommen werden – zum 1. Januar 2011 – Die Jugendwerkstatt soll in Einbeck verbleiben, das Stammpersonal möglichst übernommen werden.

Einbeck. Das Projekt »Arbeit und Lernen« ist an der Grimsehlstraße angesiedelt. Der Verwaltungsausschuss hat beschlossen, das Projekt für den Förderzeitraum 2011 bis 2013 unter der Voraussetzung fortzuführen, dass die neuen Durchführungsbestimmungen für diese Förderperiode nicht zu einer maßgeblichen Erhöhung des Eigenanteils der Stadt Einbeck führen.

In den vergangenen Monaten hat sich die Teilnehmerzahl kontinuierlich nach unten entwickelt – auch hinsichtlich der tatsächlichen Anwesenheitstage. Von den 38 Teilnehmern sind seit Januar elf überhaupt nicht und acht Teilnehmer weniger als vier Tage erschienen. Betreut werden die Jugendlichen an vier Tagen wöchentlich. Beschäftigt sind bei »Arbeit und Lernen« fünf Mitarbeiter. Für 2011 hat die Sozialagentur die Zahl der Teilnehmerplätze auf zwölf reduziert. Dieses wird mit einem zurückgehenden Potenzial an Jugendlichen begründet. Zudem gibt es in Einbeck ein Überangebot an diesen Plätzen.

Eine Förderung der Maßnahme aus Mitteln des Landes und des europäischen Sozialfonds setzt jedoch 16 Teilnehmer voraus. Soweit diese Teilnehmerzahl vorgehalten werden könnte, wäre eine Finanzierung in der bisherigen Form genehmigungsfähig, ohne dass dadurch der Eigenanteil der Stadt von 10.000 Euro überschritten werden würde. Die bisherige Förderperiode über drei Jahre hat rund 875.000 Euro gekostet.

Die Verwaltung sollte angesichts des Sachverhaltes Verhandlungen mit privaten Trägern entsprechender Maßnahmen führen. Zu Gast beim Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie war Bernd Czigler von der Werk-statt-Schule Northeim. Die Werk-statt-Schule Northeim ist ein gemeinnütziger und selbstverwalteter Bildungsträger sowie Träger der freien Jugendhilfe. In den Bereichen Beratung, Betreuung, Bildung und Beschäftigung werden kreative Angebote und Projekte mit und für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten, um Wege zur Veränderung zu ermöglichen. Der gemeinnützige Verein wurde 1979 gegründet als Träger der freien Jugendhilfe. Seit 1982 ist der Sitz der Werk-statt-Schule in Northeim. 2009 wurden Bernd Czigler und Werner Bührmann zum hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand der Werk-statt-Schule für vier Jahre gewählt. Der Verein wendet sich an Jugendliche und Erwachsene, die keinen Schulabschluss haben, keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz finden, Schwierigkeiten mit ihrem sozialen Umfeld oder in ihrer Ausbildung haben. Eine weitere Zielgruppe sind Arbeit suchende und berufstätige Frauen. Der Verein hat zum Ziel, durch Unterstützung, Qualifizierung und Beratung gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, besonders am Berufsleben, zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein ganzheitlicher pädagogischer Ansatz praktiziert, der nach Möglichkeit das gemeinsame praktische Tun in den Mittelpunkt stellt und darüber die sozialen, theoretischen und praktischen Fähigkeiten fördert.Im Jugendbereich erklärte Czigler stünden Veränderungen an. Die Jugendlichen, die jetzt in die Maßnahmen kämen, hätten ein »deutlich dickeres Päckchen zu tragen«. Deshalb müsste verstärkt Erziehungsarbeit geleistet werden. Die Werk-statt-Schule sei bereit, das vorhandene Personal zu übernehmen, wenn es notwendige Veränderungen mitmache. Und auch der Standort Einbeck stehe außer Frage.

»Es ist uns eine Herzensangelegenheit«, das Projekt vor Ort zu halten, erklärte Marcus Seidel, SPD. Die zurückgehende Belegungszahl sei nicht auf die handelnden Personen zurück zu führen. Dennoch müsse man dafür sorgen, dass Steuergelder nicht verschwendet würden, so Dr. Sabine Michalek. Die langjährige Erfahrung, die mögliche Übernahme des Personals und die geklärte Standortfrage veranlassten die Christdemokratin dazu, die Zusammenarbeit mit der Werk-statt-Schule zu befürworten. Auch Dr. Reinhard Binder, FDP, wollte den »erweiterten Ansatz« wagen. »Hervorragende Arbeit« werde in der Einbecker Einrichtung geleistet, erklärte Seidel und erinnerte daran, dass »Jamaica« im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Maßnahme schließen wollte. Nun sprach sich der Ausschuss aber einstimmig dafür aus, dass die Verwaltung mit der Werk-statt-Schule Verhandlungen über die Übernahme führt. Die Fortführung des Projektes in Einbeck soll sichergestellt werden, wobei das Stammpersonal auch übernommen werden soll.

Vergeben wurden zudem Zuschüsse für Vereine und Jugendgruppen: Der Kinder-, Spatzen- und Jugendchor St. Nicolai erhält 170 Euro für die Anschaffung von Noten und CDs, der ESV  rund 1.252 Euro für einen Sprungtisch, die evangelische Jugend rund 5.850 Euro für einen Soccer-Court, 1.620 Euro für die Anschaffung von Moderationsmaterial und 1.800 Euro für die Anschaffung eines Plotters.

Die Fördergelder für das Kinder- und Familienservicebüro werden noch für ein Jahr gewährt.Das Projekt müsse dann auf festere Füße gestellt werden – eventuell auch mit Hilfe privater Sponsoren. 45.000 Euro zahlt das Land in einem Jahr.sts

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