»Wir profitieren alle, wenn sich in Einbeck etwas bewegt«

Mitgliederversammlung der »Initiative Einbeck« / Für gemeinsame Ziele werben / Tanja Michelberger von »Einbeck Marketing« stellt sich vor

Auch wenn einiges nun in der Hand von »Einbeck Marketing« liegt: Die »Initiative Einbeck« hat als Interessenvertretung der Wirtschaft nach wie vor ihre Berechtigung. Im vergangenen Jahr zum eingetragenen Verein umgegründet, hat sie inzwischen 60 Mitglieder. »Wir brauchen Sie – und wir wünschen uns mehr Mitglieder«, warb die Vorsitzende Petra Reimann bei der Jahreshauptversammlung um Unterstützung. Die Mitgliedschaft sei eine gute Möglichkeit, sich von der »Macht mal«-Fraktion abzugrenzen und sich verantwortlich einzubringen, finanziell, ideell und aktiv, heißt es in einem Positionspapier, das der Vorstand bei der Versammlung vorstellte. Die Geschäftsführerin von »Einbeck Marketing«, Tanja Michelberger, nutzte die Gelegenheit, sich bekannt zu machen und künftige Projekte zu präsentieren.

Einbeck.  So wie nach einem afrikanischen Sprichwort viele kleine Schritte von vielen kleinen Leuten die Welt verändern könnten, sei es auch bei der »Initiative«, stellte die Vorsitzende Petra Reimann fest. Nach der Neuaufstellung als eingetragener Verein im vergangenen Jahr habe man noch einiges realisiert, häufig mit der Werbegemeinschaft, beispielsweise die »Gaumenfreude«, den Spatenstich zum »Garten der Generationen«, die Music-Night, das Eulenfest und schließlich das Hansebankett. Alles sei sehr erfolgreich gewesen, lobte sie. Mit der Beurkundung Ende Januar wurden Anteile und Projekte auf »Einbeck Marketing« übertragen.

»Gibt es die Initiative noch?«, mit dieser Frage müsse auch sie sich zuweilen auseinandersetzen, fuhr sie fort. Fakt sei, dass die Gründung von »Einbeck Marketing« vieles überlagert habe. Fakt sei aber auch, dass die »Initiative die Interessenvertretung der Unternehmen sei, eine  wichtige und aktive Begleitung. Die Lobby von Unternehmern, Dienstleistern, Handwerkern, Freiberuflern, Gastronomie, Handel und Persönlichkeiten, denen das Wohl der Stadt am Herzen liege, sei wichtig, gerade auch für »Einbeck Marketing«. »Überzeugen Sie in Ihrem Umfeld davon«, bat sie um aktive Werbung um Neu- und Wiederbeitritte zum Verein. Man sei auf Unterstützung angewesen, und angesichts moderater Mitgliedsbeiträge sollte das auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht schwer fallen. »Wir profitieren alle davon, wenn sich in Einbeck etwas bewegt.« Die »Initiative« freue sich über aktive Unterstützung, und wie jeder Verein sei man froh, die Aktivitäten auf mehrere Schultern verteilen zu können.

Schatzmeister Stefan Beumer berichtete, dass der Verein derzeit 60 Mitglieder zähle. Die finanzielle Situation sei geordnet, die finanzielle Verpflichtung gegenüber »Einbeck Marketing«, jährlich 25.000 Euro, sei über die Mitgliedsbeiträge gedeckt. Dennoch betonte auch er, dass es günstig wäre, die Mitgliederzahl zu steigern - umso mehr finanzieller Spielraum bleibe für eigene Projekte. Auf Antrag von Kassenprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Seit 1. April ist Tanja Michelberger als Geschäftsführerin von »Einbeck Marketing« im Amt. Zuvor war sie zehn Jahre in Frankfurt/Main tätig, davon dreieinhalb Jahre in der Wirtschaftsförderung. Dort »nur« Wirtschaftsförderung betreiben zu können, sei einer der Gründe gewesen, sich in Einbeck zu bewerben, wo ihre Tätigkeit umfangreicher sei, sagte sie. Zudem habe sie hier einen guten Schulterschluss in öffentlich-privater Partnerschaft kennengelernt, ein stark verhaftetes Engagement. Die »Initiative« lobte sie als wichtige Interessenvertretung, sie sei zugleich einer ihrer Hauptpartner. Auf deren Unterstützung, Erfahrung und Netzwerke könne sie nicht verzichten.

»Einbeck Marketing«, führte sie aus, bestehe aus vier Säulen: Kulturring, Tourist-Information, Citymanagement und Wirtschaftsförderung. Beim Citymanagement könne man auf gute und bewährte Veranstaltungen setzen, die man weiterführen wolle. Das seien in diesem Jahr noch die Gaumenfreude, die Music-Night, das Eulenfest und der Weihnachtsmarkt. Bei der Wirtschaftsförderung arbeite man derzeit daran, Unterlagen zu erstellen, analog zum touristischen Werbeauftritt. An Veranstaltungen seien am 5. Oktober im Alten Rathaus »Handwerk trifft Marketing« geplant. Am 7. November findet ebenfalls im Alten Rathaus ein Einbecker Wirtschaftstag von und für Einbecker Unternehmen statt. Im kommenden Jahr soll eine Ausbildungsbörse angeboten werden - sicher angesichts des doppelten Abiturjahrgangs eine sinnvolle und notwendige Sache.

Neben diesen Aktivitäten, die von der »Initiative« mitgetragen werden, plant der Verein auch eigene Veranstaltungen, um stärker ins Gespräch zu kommen und zu bleiben. So betritt man am 14. Januar mit einem Neujahrsempfang im Alten Rathaus Neuland. Weiter sollen Betriebsbesichtigungenorganisiert werden, und schließlich sollen sich Mitgliedsunternehmen in einer Reihe in der Einbecker Morgenpost vorstellen. »Und wenn Sie weitere Ideen haben: Wir sind für alles offen«, animierte der Vorstand zur verstärkten Mitarbeit. Horst Diercks, Geschäftsführer der Stadtwerke, kündigte an, dass im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit rückwirkend zum 1. Januar 2010 Mitgliedern ein Rabatt auf den Strompreis eingeräumt werden könne. Für den Bereich Gas liefen derzeit noch entsprechende Gespräche. ek

Der Finger ist ab und dann?

EU-Wahl: So wählte Bad Gandersheim