»Wir sind an einer Stelle, wo das Radfahren großen Wert hat«

Pilotprojekt Fernradweg »D-Route 3«: Expertengruppe des Deutschen Tourismusverbandes informierte sich über Förderung

Der Fahrradtourismus spielt auch in Südniedersachsen eine immer stärkere Rolle. Im Rahmen des Pilotprojekts »D-Route 3« machte eine 50-köpfige Expertengruppe des Deutschen Tourismusverbands in Einbeck Halt, wo in kurzen Vorträgen über die Fahrradverkehrsförderung vor Ort informiert wurde.

Einbeck. Den länderübergreifenden Ausbau und die Vermarktung des Radfernweges »D-Route 3«, die sich von Vreden in Nordrhein-Westfalen über Einbeck bis nach Küstrin in Brandenburg erstreckt, nahm die Gruppe auf ihrer Fachexkursion im südniedersächsischen Raum in Augenschein. Dabei wurden nicht nur infrastrukturelle, sondern auch touristische Aspekte untersucht.

Begrüßt wurde die Gruppe zunächst auf dem Marktplatz von Peter Nolte, der ihr als historischer Braumeister Elias Pichler die Stadtgeschichte näher brachte. Beim nachfolgenden Stopp im StadtMuseum hob der Projektreferent Ulf Keutmann vom Deutschen Tourismusverband die Bedeutung der Fahrradkultur in Einbeck hervor: »Wir sind an einer Stelle, wo Fahrradfahren einen großen Wert hat. Hier im Museum wird es durch die Ausstellung besonders am Leben erhalten.« Zudem wies er auf die Zusammenarbeit von Tourismus, Politik und Verwaltung hin, die dieses Pilotprojekt vorangetrieben haben. Nach den ersten erreichten Meilensteinen gelte es nun, die Entwicklung nachhaltig zu fördern. Unterstützt wird das Projekt von den Bundesministerien für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Wirtschaft und Technologie und dem Deutschen Tourismusverband.

Auf die lange Fahrradtradition Einbecks ging auch Bürgermeister Ulrich Minkner ein, der die Gäste auf die Firmen Stukenbrok und Heidemann verwies. Zudem sei Einbeck mit der Station des Europaradwegs R1, den auch die »D-Route 3« schneide, und dem Leine-Heide-Radweg gesegnet. »Gerade die Fernradwege sind für Einbeck ein großes touristisches Potenzial«, erklärte Minkner. Mühsam sei dennoch die schrittweise Verbesserung der Infrastruktur, besonders der Bau des Abschnitts von Kreiensen nach Einbeck habe lange auf sich warten lassen, und der Lückenschluss fehle noch immer. Die Arbeitsgruppe Radverkehr habe Themenradwege rund um Einbeck entwickelt, um Stadt und Landschaft für Touristen zu erschließen. Die Beschilderung der Routen müsse aber noch weiter optimiert werden, gab der Bürgermeister zu.

Im innerstädtischen Bereich habe man unterschiedliche Konzepte entwickelt, um die Fahrradfahrer zu schützen. So seien unter anderem  Einbahnstraßen in die Gegenrichtung freigegeben worden und Fahrbahnbereiche in unübersichtlichen Verkehrslagen markiert. Ein Höhepunkt sei die geplante Entstehung eines zentralen Informationspunktes für Radfahrer. Trotz der generell angespannten Kassenlage der Kommunen versprach er, »weitere Verbesserungen voran zu bringen«.

Über die »Movelo-Region« Weserbergland informierte die Projektmanagerin Corinna Nolte. Hinter diesem Begriff verstecke sich die touristische Nutzung von Elektrofahrrädern, die mittlerweile auch mit einem Netz im Weserbergland vertreten sind, verriet sie. Mithilfe der Motoren könnten so auch Nichtradfahrer angesprochen werden, die ungern selbst in die Pedale treten. Auch für Menschen mit gesundheitlichen und konditionellen Problemen seien die Räder geeignet.

Auf diesem Angebot würden schließlich auch weitere Elemente wie Gastronomie und Hotelgewerbe aufbauen. Ziel sei es, ein flächendeckendes Netz mit Verleih- und Akkuwechselstationen aufzubauen und den Fahrradtourismus in der Region noch attraktiver zu gestalten. thp

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