Wohnangebote für verschiedene Bedürfnisse und Lebensphasen

SPD-Projektsommer »Besser für Einbeck« schließt mit Besuch der Einbecker Wohnungsbaugesellschaft / Umbau Schillerstraße 10

Mit dem Thema Wohnen hat sich die SPD-Ab­teilung Einbeck-Kernstadt zum Abschluss ihres diesjährigen Projektsommers beschäftigt. Die Teilnehmer waren zu Gast bei der Einbecker Wohnungsbaugesellschaft (EWG), wo Geschäfts­führerin Birgit Rosenbauer sie zunächst über ­veränderte Rahmenbedingungen auf dem Woh­nungs­markt und somit an das Unternehmen informierte. Ein praktisches Beispiel für die Umsetzung war dann der Blick auf das Haus Schillerstraße 10, das von der EWG zum Single-Haus umgestaltet wurde; kleine, früher ungüns­tig geschnittene Wohnungen wurden neu konzipiert und somit wieder vermietbar.

Einbeck. Wohnen betreffe jeden, und unterschiedlichste Bedürfnisse gebe es dabei, stellte Abteilungsvorsitzender René Kopka fest – die EWG zeige, wie sie sich diesen Herausforderungen stelle. »Wohnen ist Leben«, so EWG-Geschäftsführerin Birgit Rosenbauer vor der großen und interessierten Besuchergruppe. Die Gesellschaft stehe seit 2003 zu 60 Prozent im Besitz der Stadtwerke, Sparkasse Einbeck und Stadt hielten jeweils weitere 20 Prozent. Das Unternehmen wurde 1949 gegründet, um in der Nachkriegszeit schnellstmöglich viel Wohnraum bereit­zustellen. Inzwischen habe sich der Markt ­dramatisch gewandelt. Die Region sei struktur­schwach, verliere an Einwohnern, und das spiegele sich bei den Wohnungen, wo ein Überhang vorhanden sei. Entsprechend hätten sich die Aufgabenstellungen der EWG geändert: Es werde nicht mehr neu gebaut, sondern die Be­stände müssten modernisiert und auf die geänderten Bedürfnisse der Kunden hin umgestaltet werden. Die Gesellschafter erwarteten dabei, dass die Maßnahmen zu ihrer öffentlichen Struktur passten: guter Wohnraum zu annehmbaren Preisen.

Die EWG habe im Moment 25 Mitarbeiter. Der Umsatz belaufe sich auf 6,8 Millionen Euro pro Jahr, die Bilanzsumme liege bei 28 Millionen Euro. Pro Jahr würden 2,1 bis drei Millionen Euro investiert, führte die Geschäftsführerin aus. Genau 3.062 Wohnungen hat die EWG im Bestand: 1.562 eigene, 629 als Verwalter im fremden Wohnungseigentum, 496 von Dritten sowie 375 städtische Wohnungen. Kerngeschäft sei nach wie vor die Vermietung, aber auch die Vermietung von fremden Immobilien beziehungsweise professionelle Unterstützung der Eigentümer gewinne an Bedeutung. Die Fremdverwaltung, fuhr sie fort, sei ein Standbein, das das Unternehmen gern ausbauen würde. Auch hier gibt es verschieden große Einheiten: vom kleinen Haus bis hin zur Wohnanlage mit Dutzenden Wohnungen. Als Beispiel für eine Sanierung nach neuesten energetischen Standards nannte die Geschäftsführerin die Häuser Ochsenhofweg 1 und 3; da­bei wurde zudem ein Farbkonzept umgesetzt. Bei umfangreichen Maßnahmen wie diesen könne man auch staatliche Förderprogramme zur energetischen Gebäudesanierung nutzen. Von der Ein-Zimmer-Wohnung bis zur großen Einheit, auch mit Gartennutzung – die EWG verfüge über ein breites Angebot, das differenziert auf den Markt eingehe. Dabei sei zu berücksichtigen, dass beispielsweise der Erstmieter andere Ansprüche an Ausstattung und Mietpreis habe als ein langjähriger Premiummieter. Auch Bedürfnisse der Berufspendler habe man in den vergangenen Jahren aufgegriffen und modern möblierte und komplett ausgestattete Wohnungen zur Verfügung gestellt, so dass der Mieter tatsächlich nur mit dem Köfferchen anreisen müsse. Derzeit gebe es bei den eigenen Wohnungen einen Leerstand von drei Prozent; dagegen könne man mit gezieltem Marketing anarbeiten. Ideen für besondere Personengruppen würden zusammen mit der eigenen technischen Abteilung entwickelt.

Zu einem neuen Schritt hat sich die EWG bei der Sanierung Schillerstraße 10 entschieden. Dort gab es sechs Wohneinheiten: Drei-Zimmer-Wohnungen mit 42 Quadratmetern und Zwei-Zimmer-Wohnungen im Dachgeschoss mit 20 Quadratmetern, diese ohne Dusche und Badewanne, das Haus insgesamt in schlechtem Zustand. Im Rahmen einer rentablen Nutzung wurden im Erdgeschoss und im ersten Stock jeweils Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Wohn-Ess- und Schlafbereich und davorgesetztem ­Balkon geschaffen, oben zwei Eineinhalb-Zimmer-Wohnungen mit Bad, die durch die Einbeziehung des Dachbodens vergrößert werden konnten. Zudem vermitteln hier so genannte  Open-air-Fenster den Eindruck eines Mini-Balkons. Offene, transparente Wohnungen sind so entstanden, zu denen auch zeitgemäße Küchen gehören.

»Single-Haus bedeutet nicht, dass das ein Haus der einsamen Herzen ist«, lachte die Geschäftsführerin, sondern dass die Wohnungen gedacht seien für Ein-Personen-Haushalte, die nicht, noch nicht oder nicht mehr mit anderen in einem Haushalt lebten. Die Wohnungen konnten zügig vermietet werden. Die EWG habe die neuen Mieter mit einem Starterpaket mit allerlei Nützlichem willkommen geheißen, berichtete sie.

Auf Nachfrage ging Birgit Rosenbauer auch auf das Johannis-Stift ein, das betreute Wohnen am Hubeweg 35. Derzeit sei hier nach der Umsetzung einzelner Maßnahmen wie dem Einbau barrierefreier Bäder wieder eine Vollvermietung erzielt. Weitere Investitionen seien geplant.ek